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Kämpfen (in Listen)

Juni 8, 2018

Es ist ruhig hier geworden. Es gab vieles, was dieses Blog zum verstummen brachte. Die Zumutungen der sogenannten Vereinbarkeit, der Job, der Alltag. Und es gab die AfD, den Aufstieg rechter Ideologien, die Hass-Mails, Trump, die Kampagnen des Anti-Genderismus, und all die bedrohlichen Realitäten, die mir vor 5 Jahren noch wie ein unrealistisches Katastrophenszenario erschienen wären. Und so verständlich Schweigen ist, so sehr kann es auch dazu führen, dass alles nur noch schlimmer wird.

Doch auch Reden führt vielleicht nicht immer ans Ziel. Das ständige Reden-Über, die immer währende Aufregung über jede gezielte Provokation der AfD, über jeden Tweet von Trump sichert den rechten Diskursen doch nur noch mehr Aufmerksamkeit und führt dann nur irgendwann zum Empörungs-Burnout. Manchmal fühlt es sich an, wie das Kaninchen, das auf die Schlange starrt. Deswegen dachte ich, es ist wichtig, raus aus der Defensive zu kommen. Und selbst wieder die Agenda zu setzen. Nun, als Beginn dieses hehren Vorhabens, mal wieder eine Liste. Für diejenigen Dinge, für die es sich lohnt zu kämpfen:

  • Abschaffung des § 218 (und natürlich, des § 219a gleich mit). Abtreibung ist in Deutschland illegal – und das ist falsch. Die Mädchenmannschaft hat einen ausführlichen und wichtigen Artikel dazu geschrieben, der absolut unterstützenswert ist. Und die Arbeit von Kristina Hänel ist es sowieso.
  • Eine Achtung des Rechtanspruchs auf Familiennachzugs für Geflüchtete. Dieser wurde seit 2016 für subsidiär Geschützte ausgesetzt. Familien gehören zusammen.
  • Abschaffung des Ehegattensplitting. Es ist unglaublich, wie lange es fundierte Kritik an diesem antiquierten Relikt gibt, und wie wenig sich ändert. Die jüngste fundierte  Kritik stammt von Eva Schulz – und so gut ihr Video ist, so sehr hoffe ich, dass es das letzte seiner Art sein muss.
  • Die Einführung der 30-Stunden-Woche für alle Beschäftigten. Nur so ist es halbwegs realistisch, dass Menschen genug Zeit für Erwerbs- und Sorgearbeit haben.
  • Die Berücksichtigung von trans*-Rechten bei Familienkonzepten und Definitionen von Elternschaft. Die Geschlechtsangleichung von Eltern muss auch rechtlich anerkannt werden, so dass diese sich dann (entgegen dem BGH-Urteil von 2018) auch juristisch als Vater* bzw. Mutter* bezeichnen können.
  • to be continued.

 

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  1. Laura permalink
    Juni 24, 2018 10:43 pm

    ich bin sehr froh wenn du wieder schreibst! danke! denn ich konnte schon viele themen dank deinen artikeln für mich besser verstehen oder analysieren… empörungs-burnout! was für ein wort…
    ein vieleicht zu utopisches ziel für listen: Recht auf Migration&Niederlassungsfreiheit weltweit- ein Menschenrecht!

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