Skip to content

Das Problem mit den Kinderbüchern (und eine mögliche Lösung: FemBooks)

Februar 28, 2017

Ein Beitrag von Esther Boldt auf Zehn nach Acht in der Zeit (Titel: „Mir gehen die Vorbilder aus„) beschreibt das aktuelle Problem ganz gut: heutige Kinderbücher sind überraschend traditionell und rückwärtsgewandt, wenn es um Geschlechterrollen geht.

die heißgeliebten Kinderbuchhelden im Bücherregal sind fast ausnahmslos männlich: Ritter Rost, Drache Kokosnuss, Petterson und Findus und Baumeister Bob. Sie sind Abenteurer, die in unbekannte Lande aufbrechen, Gespenstern, Fabelwesen und Piraten standhalten, oder wenigstens Helden des Alltags, die mutig Füchse vertreiben und Spielplätze bauen. An männlichen Vorbildern, die Herausforderungen mit Witz und Cleverness meistern, mangelt es nicht.

Weibliche Hauptfiguren sind allerdings rar – im politisch korrekten Glücksfall darf die beste Freundin des Helden ein Mädchen sein. Diese weiblichen Figuren sind Sidekicks, sie dienen als Stimme der Vernunft, Haushälterin, Mama-Ersatz und Notnagel. Während Mütter und Väter in Sachen Haushalt und Fürsorge um Gleichberechtigung ringen, während die geschlechtergetrennten Verhältnisse durch politische wie mediale Diskurse, durch Elterngeld und Gleichstellungsgesetze sukzessive verändert werden sollen, während in den USA über eine Unisextoilette diskutiert wird und im Iran Männer aus Protest Kopftuch tragen, sind die Verhältnisse in der Bilderbuchwelt meines Sohnes nach traditionellen Gesichtspunkten geordnet.

Ihre Aufzählung männlicher Protagonisten und weiblicher Sidekicks könnte noch aufs Kinderfernsehen erweitert werden, von Caillou über Trotro bis in zu Kalli-kann-noch-nicht-schlafen-gehen (eine meist rühmliche Ausnahme hier ist Peppa Wutz).

Um zumindest im Bücherregal für etwas mehr zeitgemäße Vorstellungen zu sorgen (und um Mädchen nicht ständig zu benachteiligen)  kursieren immer wieder einige Listen guter Bücher, von denen hier auch schon die ein oder andere gepostet wurde. Das Problem an den Listen ist nur leider, dass die Auswahl dort gering ist, weil sie meist wenig Bücher beinhalten.

Deswegen war ich sehr froh, als ich auf die Online-Buchhandlung FemBooks gestossen bin: Sie bieten eine sehr große Auswahl an gendersensiblen Kinderbüchern an, die nach Altersgruppen sortiert sind und auch sofort bestellt werden können. Hier ist der Link. Das einzige was fehlt, sind hier aus meiner Sicht explizit rassismuskritische Kinderbücher. Aus dem Grund gibt es zum Abschluss doch noch eine Liste mit anti-rassistischen Geschichten und Schwarzen Perspektiven von Audream.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: