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Vollzeit?! Vom Karrieremythos

Oktober 22, 2015

Der Muttermythos wurde verdienter Weise schon vielfach kritisiert – allerdings kippt die Kritik desselben oft ins andere Extrem: Vollzeit erwerbstätige Mütter werden nun Ideal propagiert und totale Leistungsbereitschaft wird gefordert. Die Karriereleiter hoch muss es gehen! Unhinterfragt bleiben dabei die Norm einer 40-Stunden-Woche, das Primat der Erwerbstätigkeit und die Vorstellung von ‚Karriere‘, die weiterhin an der männlichen Normalbiographie ausgerichtet ist.

Aus diesem Grund war der Artikel ‚Damenwahl‘ von Lara Fritzsche in der ‚Süddeutschen Zeitung‘ sehr interessant. Ein Ausschnitt:

Akademikerinnen, die auf ihrem Wohnzimmerteppich Holzautos hin und her schieben, gelten als volkswirtschaftlicher Schaden. Müssen Frauen jetzt am glücklichsten sein, wenn sie um Mitternacht im Büro hocken? Müssen Frauen Karriere machen wollen? Die Antwort lautet Ja. (…)

Wer in Deutschland weniger will als die totale Überlastung, wirkt schnell verdächtig. Und eine, die den nächsten Karriereschritt ablehnt, umso mehr. (…) Da ist doch was faul. Wenn eine Mutter mit Beziehung und Führungsjob, dem sie vierzig Stunden in der Woche nachgeht, eine zusätzliche berufliche Aufgabe ablehnt, dann fragen sich die Leute tatsächlich ernsthaft: Warum?

Auch Laurie Penny kritisiert im ‚New Statesmen‘ den Mythos der unbedingten (und möglichst zeitintensiven) Erwerbstätigkeit – allerdings aus einer anderen Perspektive. Sie fragt sich, ob das Ersetzen menschlicher Arbeitskraft durch Technologien zwangsläufig schädlich sein muss – oder ob es nicht mehr Möglichkeiten und vor allem mehr Freizeit eröffnet. Dafür allerdings müsste Reichtum gerechter verteilt werden.

The problem is not technology. The problem is capitalism. The problem is that in order to sell seven billion people on the necessity of globalisation, we’ve created a moral universe where people who do not work to create profit are considered less than human, and used as surplus labour to drive down the cost of wages. It doesn’t matter whether you’re a single parent, an unemployed veteran or an unpaid intern – the logic of late capitalism grants you no right to live unless you are making money for someone else. If our economic system defines the basis of human worth as the capacity to do drudge work for someone else’s profit then the question that has troubled science fiction writers for a century is solved: not only are robots human, they may soon be more human than us.

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