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Mütter fördern, Väter verändern?

Juli 16, 2015

Eine wichtige Beobachtung macht Jochen König auf seinem Blog. Er beschäftigt sich mit Rhetorik und Zielsetzung des Familienberichts 2015 des Berliner Senats. Seine Kritik lässt sich aber sicherlich auf fast alle familienpolitischen Maßnahmen verallgemeinern – nämlich das männliche Rollenmuster wenig hinterfragt werden, wohingegen weibliche Rollenmuster als ablehnenswert, überholt und schädlich gelten.

Immer wieder wird außerdem die „Förderung von Vätern“ gefordert. Väter sollen in ihrer Rolle gefördert und gestärkt werden, Mädchen und Frauen dagegen ihr Rollenverständnis verändern. Väter sind irgendwie schon ok so, wie sie sind. Sie benötigen nur etwas mehr Hilfe und Förderung, weil es ja beispielsweise so immens schwierig ist, das gesetzliche Recht auf Elternzeit auch wirklich wahrzunehmen. Frauen dagegen müssen echt nachhaltig was verändern, damit wir dem Ziel näher kommen, die ungleiche Bezahlung der Geschlechter aufzulösen. Frauen dürfen einfach nicht mehr so lange mit Kind zuhause bleiben und sich endlich ordentliche Berufe aussuchen. Haha.

Für ungleiche Geschlechterverhältnisse wird so implizit die Einstellung von Frauen verantwortlich gemacht – wohingegen Männer ja scheinbar wollen, aber gehindert werden.

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