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Texte zu Ehe-Gleichstellung und reproduktiven Rechten

Mai 31, 2015

Ich bin ein Fan von Carolin Emcke. Ihr Text in der ‚SZ‘ gegen die Diskriminierungen im Eherecht in Deutschland ist gewohnt schlau:

Die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender, ist nicht etwa deswegen geboten, weil es Mehrheiten dafür gibt, sondern weil sie rechtlich und normativ richtig ist. Menschen- und Bürgerrechte gelten nicht deswegen, weil sie gerade en vogue sind. Sie gelten immer und universal. (…) Für einen säkularen Staat darf es nicht relevant sein, ob jemand in einer monogamen oder einer offenen Beziehung lebt, ob jemand anonymen Sex in Darkrooms genießt oder mit einer Großfamilie lebt oder beides gleichzeitig. Es ist keineswegs unanfechtbar, dass der Staat überhaupt eine Form des Zusammenlebens vor einer anderen auszeichnen darf. Aber wenn Ehe und die Familie nun einmal besonderen staatlichen Schutz genießen, dann sollte dieser Schutz für alle gelten, die den Mut und die Liebe aufbringen, sich zu binden und die Kinder begleiten wollen.

‚Rainbowfamilynews‘ kritisiert die – auch nach dem irischen Votum – weiterhin ablehnende Haltung der CDU:

Keine einzige Hetero-Ehe wird weniger geschützt, wenn Homos auch in den Hafen der Ehe segeln können. Es werden einfach ein paar Menschen mehr geschützt, die sich in dieser Form füreinander entscheiden möchten.

Trotz der Freude über die Eheöffnung in Irland ist es wichtig zu erinnern, dass es dort um reproduktive Rechte weiterhin sehr schlecht aussieht. Irland hat sehr strenge Gesetze zu Abtreibung. 2012 starb etwa eine Frau an den Folgen ihrer Schwangerschaft, nachdem ihr in einem Krankenhaus ein Abbruch verweigert wurde.

Generell gibt es deshalb eine grössere Debatte, warum die Rechte von Menschen in nicht-heterosexuellen Partnerschaften in vielen Ländern gestärkt werden, wohingegen reproduktive Rechte geschwächt werden. Hier ein Überblick zu ‚Why is Gay Marriage Winning While Abortion Rights Lose?‚ Die Debatte ist wichtig. Problematisch ist dabei allerdings, dass einige Kommentatorinnen eine sehr einseitige Frontenbildung vorantreiben, in der vermeintliche ‚Schwulenrechte‘ gegen ‚Frauenrechte‘ gestellt werden. Ein ’sowohl-als-auch‘ ist oft besser als ein ‚entweder-oder‘.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich, der Schweiz und Deutschland weiterhin illegal. Beispielsweise heisst es im deutschen § 218: „Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Zur Situation in Österreich ist ein Video einer Podiumsdiskussion zum Thema online:

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