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Raben- Mütter e.V. sucht Unterstützung

März 22, 2015

Ein Aufruf: Mein Name ist Anne Bonnie, ich bin 34 Jahre alt und reif, mein Herzensprojekt in Angriff zu nehmen: Die Gründung eines Vereins, der sich einem tabuisiertem Thema widmet,

Müttern, die gehen.

Wir leben in einer Zeit, in welcher das Mutterideal noch immer geprägt ist von bedingungsloser Hingabe, grenzenloser Liebe, der Aufopferung der Mutter und von dem Glauben an einen biologischen Determinismus, nur als Mutter ganz Frau zu sein. Mütter, welche ihr Kind bei einer anderen Betreuungsperson lassen, werden von der Gesellschaft kritisch beäugt. Sofort reagieren andere Mütter mit einem Gefühl von Verlust, oder Verrat am Kind: „ Ich könnte das nicht“. Die Mehrheit der Menschen richtet den Blick nach dem Befinden des Kindes. Und dies in einem Ausmaß, welches bei Trennung vom Vater, oder einer nicht biologischen Bezugsperson nicht im Ansatz vorhanden ist. Die Mutter ist das Maß aller Dinge.

Die Mutterrolle seit vielen Generationen über- idealisiert, wird

Frau bei der Trennung ihrer Kinder regelrecht verteufelt. Auch ich konnte, nachdem ich meine beiden Kinder nach der Trennung bei ihrem Vater aufwachsen lies, viele Vorurteile kennenlernen: Die Vermutung, ich müsse wohl gewalttätig, oder drogenabhängig sein, zumindest aber doch egoistisch, oder gefühlskalt sind nur einige genannte Beispiele. Oder meine Mitmenschen verlieren sich in einem Übermaß an Mitleid mit meiner Situation. Ich werde plötzlich zum Opfer, einer Heroin, welche für das Kindeswohl ihre eigenen mütterlichen Bedürfnisse hinten anstellt. Natürlich leidend.

Doch weder das eine, noch das andere beschreibt meine Situation. Sogenannten Rabenmüttern wird eine sachliche Diskussion verwehrt. Wenn tatsächlich eine Diskussion stattfindet, ist diese entweder gänzlich beschränkt auf die Belange der Kinder, oder wird dominiert von Vorurteilen. Dieser Beschränkung möchte ich entgegenwirken.

Schon seit langem geht der Trend der biologischen Familie hin zur sozialen Familie. Es steht nicht mehr im Vordergrund, wer mit wem Verwandt ist, sondern wer sich um wen in welchem Maße kümmert und Verantwortung übernimmt.

Der Verein Raben Mütter e.V. versteht sich als Ausdruck diesen Wandels. Ich glaube, die biologische Mutter muss nicht zwangsläufig eine intensivere Bindung aufgrund der Geburt mit dem Kind erleben. Raben Mütter e.V. möchte Ansprechpartnerin sein und Hilfestellung leisten für den Abbau von Stigmata von sog. schlechten Müttern. Über die Mutterrolle und ihre Mythen aufklären. Einen gesellschaftlichen Diskurs ermöglichen.

Raben Mütter e. V. versteht sich als feministisch und pro Queer Families, möchte nicht an alten Idealen festhalten, sondern Wege für alternative Familienmodelle aufzeigen. Im Streitfall genauso kompetent Hilfestellung geben, wie bei persönlichen, individuellen Problemen.

WICHTIG! an dieser Stelle sei erwähnt:, Das Mütter gehen, hat NICHTS mit Feminismus zu tun (diesem Vorurteil obliegt gerne eine konservative Strömung), sondern entsteht ganz individuell aus der Biographie der Frau, der Familie. Aber ohne eine feministische Deutung liese sich das Phänomen, mit welchem Rabenmütter bedacht werden, nicht verstehen.

Während Vereine, wie Väteraufbruch e.V. gesellschaftlich eine wichtige Rolle spielen könnten, indem sie Väter in ihrer Rolle empowern, Rollenbilder hinterfragen, präsentieren sich diese Vereine häufig als konservativ und rückschrittig. Es geht um die Stärkung der Rechte der Väter, gegen die Übermacht Mutter, welche „wahllos über das Kindeswohl entscheiden kann“. Es geht um Rechtstreitereien, Gerichtsurteile und Macht. Weniger um einen Diskurs.

Raben Mütter e.V. möchte es hingegen Müttern erleichtern, einen emotionsfreien Diskurs über ihre Rolle als Mutter zu führen, auch in Trennungsphasen., Denn der Bruch einer Familie ist ein großer Einschnitt im Leben aller Beteiligter. Ein Ziel ist es, aufzuklären, dass es einen Unterschied zwischen der Trennung von Kindern und der Trennung der Bindung zu den Kindern gibt. Bei Müttern wird dieser Unterschied meist nicht berücksichtigt. Die Trennung der Familie wird als Trennung der Bindung zu den Kindern interpretiert. Die Stärkung der sog. Rabenmutter, ist somit gleich zusetzen, mit der Stärkung des Vaters, oder einer anderen Betreuungsperson.

Ich möchte aufzeigen, das es Hilfestellen fern ab von Rechtsanwälten gibt. Das es für die erwachsenen Personen Ziel sein muss, in einer so verletzlichen Zeit, nicht mit weiteren Verletzungen zu agieren und das gegenseitige Vertrauen und auch das Kindeswohl im Auge zu behalten. Sich fern ab von der „Pflicht erfüllenden Mutterrolle“ fragen, wer kann sich wo am Besten für das Kind einsetzten? Nur wenn Mütter gesellschaftlich nicht mehr als schlechte Mütter geächtet werden, können sie sich einer objektiven Sicht öffnen.

Willkommen sind  Frauen, welche ihre Mutterrolle verstehen möchten. Müttern, die gehen. Egal, was deine Beweggründe sind. Auch wenn einer der Beweggründe ein Kind nicht aufzuziehen in den typischen Vorurteilen, wie z.B. Drogenproblemen liegt, möchten wir Unterstützung bieten. Adoption, oder Trennung. Karriere, weniger vorhandene Muttergefühle, finanzielle Probleme, Gefängnisaufenthalt, oder Drogenproblemen. Psychisch oder physische Erkrankung. Mit oder ohne Drama. Wir möchten allen Frauen vorurteilsfrei entgegen treten. Und natürlich alle anderen die sich angesprochen fühlen,

Raben Mütter e.V. möchte:

  • Ansprechpartnerin sein,
  • Familienstrukturen im Wandel verstehen
  • Abbau vom Über- Ideal- Mutter
  • Abbau von Stigmata von sog. Rabenmüttern
  • an einem gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen, zum Thema alternativer Familie
  • individuellen Rat geben für Rabenmütter
  • Trennungsprozesse für Familien erleichtern, anhand von: – regelmäßigen Posts, – Literaturhinweise, – Hinweise auf Veranstaltungen, politischen Aktionen, – Vernetzung mit anderen, – Sammlung von Rechtsurteilen, – Beratung durch Mediatoren, – Austausch via Blog- Arbeit, – Anlaufstelle für private Gespräche, – regelmäßige Mitgliedertreffen für Evaluationen (erst nur innerhalb Berlins), – Workshops (erst nur innerhalb Berlins)

Hierfür suche ich:

One Comment leave one →
  1. Manuela Blank permalink
    Oktober 6, 2015 8:37 am

    Wenn es das zu meiner Zeit gegeben hätte,würde ich mich heute wohl auch besser fühlen.
    Würde mich auch mal alles von der Seele reden können.

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