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Zweimal Gefühle zu Kindern

Januar 20, 2015

Der Text von Andrea Harmonika heisst ‚Mein Baby ist doof‚ und ist toll. Ein Ausschnitt.

Und ich war enttäuscht. Tatsächlich hatte ich nämlich in irgendeiner ganz tiefen, unterbewussten, beknackten Ecke meines dummen, nichts ahnenden Herzens geglaubt, ich würde mich in die Claus Hipp Mutter auf der Blumenwiese mit sanftem Lächeln und strahlend weißem Sommerkleid verwandeln.

Aber hier saß ich. Die Wiese war mein Wohnzimmer, das Blumenmeer ein Haufen vollgerotzheulter Taschentücher und abgesehen von meinem Hintern passte ich mit diesem abstrus großen Busen in kein einziges meiner Sommerkleider.

(…)

Denn abgesehen von meinen Schuldgefühlen dem manchmal “doofen” Baby gegenüber habe ich es trotzdem mit jeder Faser meines Herzens geliebt.

Aber diese Liebe war eine ganz andere und deshalb auch so verwirrend, weil sie über das übliche mir vertraute Gefühl von “Lieben” hinaus ging.

Während Abhängigkeit oder die totale Verantwortung für das Glück des anderen eher das Ende der partnerschaftlichen Liebe einläuten, beginnt die Elternliebe hier erst so richtig.

Diese Liebe ist nicht frei. Sie ist eine abhängige Liebe und es liegt tatsächlich in unseren Händen, ob das Kind glücklich ist. Welch unglaubliche Verantwortung! Was wir als Bürde in einer Liebesbeziehung empfinden würden, sind im Bezug auf unsere Kinder völlig normale Umstände.

Der Text ‚Blöde Trennerei‘ von Heiko auf gemeinsameltern behandelt dagegen eine andere emotionale Nuance.

Mich lässt Kiko nicht so gerne gehen. Wenn ich ihr erkläre, was ich gleich ohne sie machen werde, sagt sie gerne „ich komm mit“. Manchmal geht das (Gang in die Speisekammer oder aufs Klo, oder meiner kranken Mutter Essen machen), manchmal nicht (arbeiten, mal eben ganz fix mit dem Rad losfahren und ein Brot aus dem Brotlagerschrank holen). Glücklicherweise findet sie meinen Mittagschlaf meistens nicht so spannend und lässt mich ohne Widerworte ziehen. Einmal habe ich sie auch dazu mitgenommen, da lag sie dann 15 Sekunden ruhig neben mir, bis sie sich aufgesetzt hat und anfing, mir Schlaflieder vorzusingen – und schließlich meinen Kopf hochdrückte, damit ich wieder aufstehe.
Jedenfalls ist es total blöd, wegzugehen, wenn Kiko das nicht will und weint. A-lex sagt ganz richtig, dass sie damit gleich wieder aufhört, sobald ich weg bin. Das glaube ich auch. Manchmal sehe ich Kiko mit ihm oder Emma aus der Ferne und sie ist zufrieden und entspannt. Aber für mich ist das doof, die Trennerei. Ich fühl mich blöd damit.

Und das Fazit? Gefühle sind verschieden. Meistens.

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