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Homophobie und moderne Sexualpädagogik

Oktober 26, 2014

… passen logischer Weise nicht zusammen. Ansonsten äussert sich Homophobie aber meist ziemlich unlogisch. Leider beweist das auch mal wieder die FAZ, die – nachdem dort kürzlich zwei ältere Herren ausführlich ihre Meinung kund tun durften, dass ausgerechnet alleinerziehende Mütter in unserer Gesellschaft nur Vorteile geniessen – mal wieder gegen sexuelle Vielfalt zu Felde zieht. Micha Schulze fasst auf ‚queer.de‘ einige Punkte des FAZ-Artikels zusammen, der von Martin Voigt geschrieben wurde, der im Fach Literaturwissenschaften promoviert:

Voigts Text ist keine sachlich-pädagogische Auseinandersetzung – der Text dient einzig dazu, weiter Stimmung zu machen gegen die Sichtbarkeit nicht-heterosexueller Lebensweisen im Schulunterricht. Er besteht vor allem aus einer Aneinandereihung von Fremdzitaten zu Themen, die kaum zusammengehören. Aufklärung über Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender vermischt der Jugendforscher etwa gezielt mit Gruppensex-Rollenspielen im Klassenzimmer. In beiden sieht Voigt einen Angriff auf die heterosexuelle Kleinfamilie: „Vom ersten Bilderbuch bis zum Abitur soll die Vorstellung von Vater/Mutter/KInd ‚entnormalisiert‘ werden“.

Dagegen berichtet die bekannte Bloggerin Nele Tabler auf ‚Vice‘ von ihrer Teilnahme an einer der homophoben Demos, die angeblich „für alle“ sind:

Die Liebste und ich haben uns von Anfang an nicht gerade besonders wohl gefühlt und befürchtet, jemand könne uns erkennen und sich mit dem Schrei „Da sind Lesben!“ auf uns stürzen. Bis sich endlich der Demonstrationszug in Bewegung setzt, ist aus dem Unbehagen regelrecht Angst geworden. Schon mehrmals hatte sich „Demo für alle“ wenigstens formal von Gewalt- und Hassparolen, wie sie zum Beispiel in den Petitionskommentaren vorgekommen waren, distanziert. Doch das hindert viele Teilnehmer nicht daran, in Gesprächen laut und deutlich ihre Meinung zu äußern. Homosexuelle zwangsweise gesundbeten zu wollen, war da noch eine der harmloseren Äußerungen. Als der Redner von Sex-Führerschein spricht, will ein Mensch neben mir „alle Schwuchteln einschließlich Kretschmann kastrieren“. Je länger die Veranstaltung dauert, desto aggressiver wird die Stimmung und das Vokabular militärischer. Es geht nicht um eine politische oder vielleicht auch religiöse Auseinandersetzung, sondern um einen Überlebenskampf. „Wir oder die Perversen, für beide ist auf diesem Planeten kein Platz“, sagt eine Frau mit Glaubenszwiebel und Gesundheitsschuhen und wie zur Bestätigung werden ein paar Meter weiter riesige Deutschlandfahnen geschwenkt.

(PS: Mittlerweile sind erneut viele gute Texte zum Thema hinzugekommen. Besonders hinzuweisen ist auf den Artikel ‚Sexuelle Vielfalt und das Recht auf heterogene Kinderwelten‚ von Maureen Maisha Eggers. Empfehlenswert und informativ ist auch die Textsammlung von ‚DasEndeDesSex‘.)

gruselig, das alles.

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