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Mütter-Comics

August 25, 2014

… gibt es auf der Seite des Mutha-Magazins in unregelmäßigen Abständen. Oft sind sie sehr gut – beispielsweise wenn eine Zeichnerin wie Tyler Cohen die Monster-High-Fan-Phase ihrer Tochter verarbeitet oder wenn Rina Ayuyang die ersten fünf Jahre mit ihrem Sohn Revue passieren lässt.

Ein Comic zu Mutterschaft in gedruckter Form kommt von der berühmten Zeichnerin und Autorin Alison Bechdel. Es ist mittlerweile auf deutsch erschienen und heisst „Wer ist hier die Mutter?„. Vor ungefähr eineinhalb Jahren hatte ich es bereits auf Englisch („Are you my mother?„) gelesen und ungefähr genauso lange wollte ich eine Rezension dazu schreiben. Deswegen folgt nun das, was ich an meine damalige Leseeindrücke noch erinnere, in Kurzform:

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Das Comic ohne das Einbandcover fand ich schöner: Bechdel: Are you my mother? (foto: fuckermothers)

Gefallen hat mir an dem Comic: Es ist ausgesprochen schön und präzise gezeichnet, streckenweise sehr anrührend und Bechdel an sich ist toll.

Nicht gefallen hat mir der starke Fokus auf klassische psychoanalytische Theorie (obwohl ich Psychoanalyse mag), insbesondere weil ich wahrlich keine Freundin des Theoretikers Winnicott bin (Bechdel ist das dagegen sehr, wodurch ich immerhin einiges Interessantes über ihn erfahren habe). Winnicott hatte ziemlich strikte Vorstellungen davon, wie eine ’normale‘ Mutter zu sein hat und Bechdel stellt diese Meinung nicht in Frage – wohl auch, weil sie sich dem Thema Mutterschaft über die Erinnerungen an ihre eigene Mutter nähert, also in erster Linie die Perspektive des Kindes einnimmt, dessen Bedürfnisse die Mutter nicht voll erfüllte.

Fazit: gutes Comic für Menschen, die Bechdels Stil mögen und sich sehr für psychoanalytische und (teilweise) feministische Theorie interessieren – nicht so gut für Menschen, die eine Kritik an Mutteridealen erwarten und emotional mitreissende, klassisch erzählte Geschichten bevorzugen. Mir wurde geraten, lieber das legendäre queere Comic ‚Dykes to watch out for‚ von Bechdel zu lesen – unter anderem, weil es spannend sein soll und alternative Modelle von Elternschaft thematisiert. Ich denke, das ist eine gute Idee!

2 Kommentare leave one →
  1. November 14, 2014 10:34 pm

    Hast Du das auf Deutsch? Und würdest es günstig weiterverkaufen? Hätte Interesse🙂

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