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Leseempfehlung: Pink stinkt nicht und Käsedesserts

Juni 19, 2014

Ein Text, der genauso voll an guten Argumenten wie an ausgefeiltem Humor ist, ist kommt von tea-riffic. Er beschäftigt sich mit kritischen Aspekten der sicherlich gut gemeinten Kampagne ‚Pinkstinks‘. Der ganze Blogbeitrag ist absolut empfehlenswert (auch in Bezug auf die Frage, was das alles mit Käse als Dessert zu tun hat), hier ein Ausschnitt aus der Anfangspassage, die sich mit der problematischen Namensgebung befasst:

You must be shitting me with that name of yours

Allein der Name ist so problematisch, dass ich mich frage, wie sich als Feminist_innen bezeichnende Menschen unter diesem Titel einen Kampf führen können. Es erschließt sich mir nicht. (Und ich bin nicht diejenige, die Gender Studies studiert hat.) Was impliziert der Name denn?


Der Name wertet Femininität ab und macht queere Kämpfe unsichtbar beziehungsweise stellt sie als irrelevant dar. Die Kampagne existiert in keinem sozialen Vakuum, sondern in einer Soziokultur, in der Pink_Rosa für Femininität, Frauen*, Homosexualität, Optimismus, Spaß, Kindlichkeit und Sexualität an sich steht. Der Slogan “Pink stinks!” diskreditiert all dies. So funktioniert Semiotik. So funktioniert Sprache.

“Aber gemeint ist ja ‘Pink für alle!’”

Es schert mich nicht, was eigentlich gemeint ist. Ich kann auch, sagen wir, “Deutschland ist Beste” auf meine Fahne schreiben und dann erzählen, dass es kein Patriotismus mit Referenz auf irgendwelche ehemaligen Strophen der Nationalhymne sei, sondern dass ich damit nationalkritisch unterwegs bin und meine tatsächliche Message “No borders, no nations and who the fuck is Deutschland anyway!” ist. Allerdings zweifle ich an der Glaubwürdigkeit dieses Projekts. Weil es nach Kackscheisze klingt.

Wenn Pinkstinks wirklich vorhätte, Femininität aufzuwerten – und zwar für alle Geschlechter -, dann würden sie nicht diesen Namen wählen. Stellen wir uns bitte dieses Szenario vor: Kind spaziert auf der Straße herum und liest auf einem Sticker “Pinkstinks”. Was passiert nun? Geht das Kind an sein iMac und liest sich die Homepage der Kampagne durch? Oder internalisiert es diese problematische Implikation/Message und reproduziert diese im Alltag, zum Beispiel in Form von Tussi-Bashing an der Schule?

PS: Der Artikel erschien mittlerweile auch auf der Mädchenmannschaft. Sehr lesenswert ist die dortige Kommentar-Diskussion unter dem Text.

2 Kommentare leave one →
  1. Christiane permalink
    Juni 21, 2014 11:28 am

    Das ist sehr schön, dass das endlich mal so deutlich und gut gesagt wurde! Danke!

  2. Juni 24, 2014 3:05 pm

    Wunderbar. Und ich mag generell so Sprüche nicht mit Verneinungen die gegenteilig gemeint sind, das kommt echt falsch an im Gehirn. Abgesehen davon, ich mag alles Farben – auch Pink. Bei uns gibts demnächst von der Evangelischen Akademie ein Seminar zum Thema Gender/Farben/Geschlechterspezifische Erziehung – mal schaun ob ich dort mitmache.

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