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DIY: How to make a Schwangerschaft.

März 31, 2014

Es gibt verschiedene Wege, schwanger zu werden. Nicht alle sind allerdings für alle Menschen gleich einfach, zugänglich und durch reproduktive Rechte abgesichtert. Ein Weg wird heute vorgestellt, nämlich die Methode mit Spritze, die bereits von mehreren Menschen mit Erfolg verwendet wurde.

SchwangerschaftsUtensilien

Zutaten (Foto: NP)

Du brauchst: Eine Person mit Eizellen, eine Person mit Sperma, einen Eisprungtest (LH-Sticks), eine Einwegspritze mit Restentleerung, einen Urinbecher, einen Schwangerschaftstest. Optional: eine oder mehrere Personen zur Unterstützung, Dinge, die eine angenehme Atmosphäre schaffen (Musik, etc.), eine Inseminationskappe (auch ein Menstruationsbecher ist möglich) und ein Gleitmittel, das nicht die Spermienqualität beeinträchtigt. Abgesehen von den Personen bekommst Du die meisten Zutaten in Internetshops oder in Apotheken (Becher und Spritze müssen nicht steril sein).

1. Wenn Du die Person bist, die schwanger werden möchte, solltest Du zunächst Deine Zykluslänge ermitteln, denn für viele Menschen gilt der standardisierte 28 Tage-Rhytmus nicht. In Eisprungkalendern (die auch im Internet einfach über Suchmaschinen zu finden sind) kannst Du dann mit dem Wissen über die Zykluslänge bereits der ungefähre Zeitpunkt des Eisprungs schätzen. Noch genauer lässt sich der Zeitpunkt anschliessend durch einen Eisprungtest ermitteln, der kurz vor dem möglichen Kalender-Termin erfolgen sollte. Wenn der Test positiv ist, findet der Eisprung in höchstens 48 Stunden statt. Um diesen Zeitpunkt herum solltest Du das Sperma einführen.

2. Die Person mit dem Sperma füllt es in einen Becher. Es ist gut, einige Minuten zu warten, bis sich das Sperma leicht verflüssigt hat. Dann sollte nicht mehr als eine Stunde zwischen Abspritzen und Einführen vergehen. Im Becher sollte das Sperma möglichst etwas warm (ein bisschen niedriger als Körpertemperatur) gehalten werden. Eine Methode dafür ist, den Becher unter die Achseln zu halten.

3. Das Sperma in die Spritze aufziehen, diese möglichst tief in die Scheide einführen und das Sperma einspritzen. Bei der Geschwindigkeit des Einspritzens gehen die Expert_innen-Meinungen auseinander: Manche Menschen meinen, das sollte eher langsam erfolgen, da sonst die Spermien geschädigt werden könnten. Andere erklären genau das Gegenteil und raten zu einer hohen Geschindigkeit, um so das ‚Abspritzen‘ aus einem Penis zu simulieren. Auch eine mittlere Geschwindigkeit hat aber schon zu Erfolgen geführt.

4. Es verbessert das Ergebnis, anschliessend die Spermien am Rückfluss zu hindern: Eine Möglichkeit ist, ca. eine halbe Stunde mit erhöhten Becken (z.B. durch Kissen unter den Po) und Beinen liegen zu bleiben. Manche raten auch, kurz eine Kerze zu machen.

  • Eine zweite Möglichkeit ist, eine Inseminationskappe (oder Menstruationsbecher) zu verwenden. Diese hat den Vorteil, dass Du nicht liegenbleiben musst, sondern sofort aufstehen kannst. Zudem soll sie eine Schwangerschaft noch wahrscheinlicher machen. Ein Nachteil ist, dass sie teuer ist und etwas Übung in der Anwendung erfordert. Die Kappe wird mit Gleitcreme eingeführt und sollte, ähnlich einem Diaphragma, auf dem Muttermund liegen. Der Muttermund fühlt fühlt sich an wie eine Kugel mit Vertiefung, ähnlich wie ein kleiner Doughnut.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, nur die Inseminationskappe und keine Spritze zu verwenden (also Punkt 3 auszulassen). Dann wird das gesamte Sperma in die Inseminationskappe gefüllt und diese anschließend eingeführt. Viele raten zu einer Kombination beider Methoden: Nach dem Spritzen den Rest des Spermas direkt in die Kappe zu geben und dieses dann so vor den Muttermund zu platzieren.

5. In einem Durchgang (also um einen Eisprung herum) ist einmal Sperma Spritzen oft ausreichend, es erhöht aber die Chancen zusätzlich, diese Prozedur, wenn möglich, im Abstand einiger Tage zu wiederhohlen.

6. Abschliessend lässt sich mit einem Schwangerschaftstest feststellen, ob es geklappt hat. Der kann frühestens nach zwei Wochen (Früherkennungstest) durchgeführt werden.

Viel Erfolg!

Hierbei ist selbstverständlich ‚Safer Sex‘ für alle Voraussetzung. Besonders wenn Du die Person bist, die das Sperma gibt, solltest Du sicher sein, keine sexuell übertragbaren Krankheiten zu haben und gegebenenfalls vorher entsprechende Tests machen.

Diese Methode wird vor allem von queeren, homosexuellen und trans* Menschen verwendet, denen durch eine diskriminierende Reproduktionspolitik – die beispielsweise lesbischen oder alleinstehenden Frauen den Zugang zur Reproduktionsmedizin und institutionalisierten Samenspende verbietet – immer noch die Rechte verwehrt werden, die heterosexuell-verheiratete Menschen besitzen.

5 Kommentare leave one →
  1. Anna permalink
    April 1, 2014 7:39 pm

    Spannend!

  2. Susann permalink
    Juni 18, 2014 10:48 am

    Dass schwule Paare nicht adoptieren dürfen, wusste ich. Aber dass lesbische Paare keine Samenbankspende bekommen, wusste ich noch nicht. Mich regt das so wahnsinnig auf. Klar, es gehen auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften in die Brüche. Aber jedes Kind, das nicht beim Sex „aus Versehen“ gezeugt wurde, ist ein eindeutig gewolltes Kind. Die Eltern haben sich vorher Gedanken gemacht. Das ist doch so viel besser als ein Unfallkind zu zeugen, an dem hinterher die Beziehung scheitert oder die Eltern auch eigentlich nicht in der Lage sind, sich vernünftig um das Kind zu kümmern. Und auch wenn Eltern sich kümmern: So viele Ehen scheitern und so viele Kinder werden von alleinerziehenden Müttern großgezogen. Das verbietet doch auch keiner. Das ist auch okay, warum also dürfen zwei Männer oder zwei Frauen, die sich lieben, keinen Nachwuchs haben?! Grrrrr… Ich versteh es einfach nicht…

    • Susann permalink
      Juni 18, 2014 10:51 am

      Und dann noch dieses dämliche Argument „von der Natur nicht vorgesehen“… ja, wenn man danach geht, dann darf auch kein heterosexuelles Paar Fortpflanzungsmedizin nutzen. Ist ja wohl anscheindend auch von der Natur nicht so vorgesehen -.- Und am besten streichen wir Ärzte dann gleich ganz, denn wenn man dann mit Mitte 40 an Krebs stirbt, dann ist das halt auch von der Natur so vorgesehen. So, und jetzt muss ich mich erstmal wieder abreagieren um nicht andere Leute anzuschreien, warum unsere Gesetze manchmal so dumm dumm dumm sind…

  3. Juli 31, 2014 6:00 pm

    Das finde ich eine super Zusammenstellung! Wir, ein lesbisches Paar, wollen auch bald unseren Kinderwunsch umsetzen. Dabei werden wir wahrscheinlich entweder nur mit Menstruationstasse (Kappe) oder plus Spritze vorgehen. Dass man das auch gut kombinieren kann, lese ich hier zum ersten Mal – danke für den Hinweis!

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  1. Feministisches ABC. Dritter Streich. | umstandslos.

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