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Fun Facts of feminist history: Hausarbeit ablehnen

Januar 22, 2014

In der Sicht auf Hausarbeit macht die Historikerin Ute Frevert den Unterschied zwischen den ersten deutschsprachigen Frauenbewegungen (19. und frühes 20. Jahrhundert) und der sogenannten ’neuen Frauenbewegung‘ aus. Diese formierte sich in den 1970ern und wurde – so zumindest die offizielle Geschichtsschreibung – heute weitgehend vom Queerfeminismus abgelöst:

„Nur die Verweigerung dieser geringgeschätzten, unsichtbaren und angeblich aus Liebe geleisteten Arbeit werde der Ausbeutung von Frauen durch Männer langfristig ein Ende setzen und die Gesellschaft auf eine andere Funktionsgrundlage stellen. Alle perspektivischen Forderungen der [neuen] Frauenbewegung – ob nach ‚Lohn für Hausarbeit‘ oder nach der ‚Hälfte aller qualifizierten Arbeitsplätze für Frauen‘ – verfolgten das Ziel, weibliche Arbeit in und außerhalb der häuslichen Sphäre zu verändern, was nicht ohne eine prinzipielle Infragestellung der gesellschaftlichen Fundamente geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung möglich war. In dieser radikalen Ablehnung von Hausarbeit und klassischer Familienrolle unterschied sich die neue Frauenbewegung am deutlichsten von ihrer Vorgängerin, die noch danach getrachtet hatte, Hausarbeit professionell aufzuwerten und die Familie als natürlichen Ort aller Frauen zu stabilisieren.“

Frevert, U. (1986). Frauen-Geschichte: zwischen bürgerlicher Verbesserung und neuer Weiblichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp. (S. 277)

2 Kommentare leave one →
  1. Januar 22, 2014 2:07 pm

    Das ist mein persönlicher Moment des Fortschritts: unter „Hausarbeit“ habe ich gerade eben beim Lesen zuerst eine Seminararbeit für die Uni verstanden.

    • Januar 23, 2014 5:48 pm

      Ich auch, aber das liegt an meinem schlechten Gewissen, weil ich meine restlichen Hausarbeiten nicht auf die Reihe kriege. Ich mache dann sogar oft lieber etwas Hausarbeit, aber in privilegiertem Setting, nicht das, was es mal war und für viele, meiner Vermutung nach, noch ist: Unfreiwillige und ungleich verteilte Arbeit zusätzlich zum Versuch (und gesellschaftlich widersprüchlicher Beurteilung) ausbildungsmäßig und finanziell nicht vom (in Hetero-Beziehungen) Mann abhängig zu sein. Einerseits sollte man individuell mit dem Partner seine Beziehung, wie auch die Hausarbeit etc., aushandeln (können). Andererseits braucht es dafür auch die strukturellen (ökonomischen und sozialkulturellen) Bedingungen, die eine Wahl zu einer wirklichen solchen machen. So mal der, in diesem Fall sozialliberale, Zugang meinerseits.

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