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‚Jede Form der Ideologisierung‘: Links zur homophoben Onlinepetition.

Januar 12, 2014

Über die homophobe Onlinepetition gegen den neuen Bildungsplan von Baden-Württemberg, der die Akzeptanz sexueller Vielfalt fördern möchte, wurde bereits viel geschrieben. Dass die Petition Akzeptanz mit ‚Ideologie‘ verwechselt ist klar. Ebenso klar ist, dass sie zwar vorgibt, sich gegen eine vermeintliche ‚Ideologie‘ zu wehren, dabei aber selbst rechtskonservative und menschenfeindliche Ideologien vertritt. Hier deswegen nur einige Links zu interessanten Blogbeiträgen zum Thema:

  • Das Interview ‚Homophobie ist keine Meinung‚ des ‚Missy Magazin‘ mit der Autorin und Bloggerin Nele Tabler, die den Protest gegen die Online-Petiton erst ins Rollen brachte. Darin berichtet diese unter anderem „dass die Petition in den Lehrerzimmern herumgereicht wurde und dass schon fast eine Art Gruppenzwang entstand, die Petition zu unterschreiben. Auch auf Elternversammlungen wurden Listen herumgereicht. Eine Mutter hat mir später erzählt, sie hat es unterschrieben, weil sie das Gefühl hatte, wenn sie das nicht tut, schadet sie ihrem Kind. Sie hat sich dann bei mir entschuldigt. Ich wusste gar nicht, wie ich darauf reagieren sollte, ich kann den Menschen ja auch nicht in fünf Minuten Zivilcourage beibringen.“
  • Zwar haben sich auch die Landeskirchen Baden-Württembergs gegen Akzeptanz ausgesprochen und dafür plädiert, die gängige diskriminierende Praxis in Schulen weiterzuführen. Das ist aber nicht die Meinung aller Christ_innen. Die christliche Theologin Antje Schrupp richtet sich gegen den Kirchen-Mainstream und schreibt über ‚Balken im Auge‚.
  • Lesenswert ist ein Gastbeitrag von Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle und ehemalige Lehrerin, in der ‚SZ‘. Dort heißt es unter anderem: „Denn Fakt ist: Angst, Isolation und Diskriminierung sind bei homo-, trans- und intersexuellen Menschen weit verbreitet. Zwei Drittel von ihnen haben in der Schule ihre sexuelle Ausrichtung verborgen oder verheimlicht. Mindestens 60 Prozent von ihnen wurden in der Schule mit abwertenden Kommentaren bedacht oder begegneten dort negativem Verhalten, wie eine Umfrage der EU-Grundrechteagentur unter mehr als 90.000 Befragten in ganz Europa ergab. „
  • Das Blog ‚Wundertütentag‚ setzt sich näher mit einigen fragwürdigen Argumenten der Online-Petition auseinander, besonders mit dem dort geforderten „Wis­sen­schafts­prin­zip“.
  • ‚Rainbow Family News‘ schreibt entgegen ihrer Prinzipien über den ‚Gegenwind‘ durch die Online-Petition: „Manchmal möchte ich bestimmten Ärgernissen einfach keinen Raum geben, d.h. ich berichte nicht immer gleich über Menschen, die sich homophob äußern und damit Beachtung in viel gelesenen Zeitungen bekommen. (…) Die ärgerliche Petition zeigt einen ganz logischen Mechanismus. Werden einer so genannten Minderheit langsam aber sicher einfach nur die gleichen Rechte auf gesellschaftliche Sichtbarkeit und Teilhabe zugestanden, regt sich Widerstand.“

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