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Weiterhin: weniger Arbeit für alle!

Januar 10, 2014
(Collage: Fuckermothers)

(Collage: Fuckermothers)

Der Vorschlag der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) geht in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Schwesig möchte die 32-Stunden-Woche für junge Eltern einzuführen: Beide Elternteile sollten ihre Wochenarbeitszeit reduzieren und ein Teil des Lohnausfalls solle aus Steuermitteln ausgeglichen werden. Ein ähnlicher Vorschlag wurde zuvor etwa schon von Andrea Nahles und der Soziologin Jutta Allmendinger gemacht.

Sicherlich ist es gut, sich so für eine gleichberechtigtere Familienarbeit in heterosexuellen Elternpaaren einzusetzen oder das Image der Teilzeitarbeit zu verbessern. Und sicherlich könnten Eltern und ihre Kinder von einer verkürzten Lohnarbeitszeit profitieren. (Was dieses Modell für Alleinerziehende oder queere Eltern vorsieht, ist nicht bekannt.)

Eltern sind jedoch keinesfalls die einzigen Menschen, die große Vorteile von einer reduzierten Arbeitszeit hätten. Schon Allmendinger hatte das 32-Stunden-Modell für alle Menschen als ’neue Vollzeit‘ gefordert. Dass Vollzeit-Arbeit meist als 40-Stunden-Woche festgelegt ist, ist mehr oder weniger willkürlich – und stand historisch etwa auch mit dem Ziel in Verbindung, so den Konsum der arbeitenden Menschen anzukurbeln. Die 40-Stunden-Vollzeit hat zudem viele Nachteile: Stress, Zeitdruck und weniger Kapazitäten für Pflege-Arbeit und politische Partizipation sind einige davon. Wie auf fuckermothers unter dem Titel ‚Weniger Arbeit für alle!‚ schon einmal zusammengefasst, gab es aus diesen Gründen bereits verschiedene Initiativen, die Arbeitszeit für alle Menschen zu verkürzen, wozu etwa auch die Vier-In-Einem-Perspektive zählt. Einige solcher Konzepte wirken durchaus durchdachter und konsequenter als Schwesigs Vorschlag.

2 Kommentare leave one →
  1. Januar 14, 2014 12:48 pm

    Ich bin da irgendwie unschlüssig, was ich von dem Konzept halten soll. Gibt es den staatlichen Zuschuss nur dann, wenn beide Eltern Teilzeit arbeiten oder schon dann, wenn nur einer reduziert. Ich fürchte, dann sind es nämlich wieder nur die Frauen, die reduzieren, in der Karriere zurückstecken und auf Rentenbeiträge verzichten. Vermutlich wird das Argument der Väter das Gleiche sein, wie auch bei der Elternzeit: sie würden ja gerne, aber die Arbeitgeber und die Karriere…
    Außerdem sehe ich die Gefahr, dass man, wenn man als Eltern nicht reduzieren möchte, als dumm (weil Staatsgeld verschenkt) oder herzlos (weil man den Kindern die gemeinsame Zeit nicht gönnt) abgestempelt wird. Manche möchten vielleicht nicht reduzieren, z.B. weil sie eine Position haben, in der Teilzeit nicht akzeptiert wird (z.B. Führungspositionen). Auch Tätigkeiten mit mehrwöchigen Auswärtsterminen sind mit 32 h nur schwer abzudecken, bzw. generieren Unmengen Überstunden, so dass der Arbeitgeber vielleicht lieber jemand anderen schickt.
    In vielen Bereichen ist es ja so, dass die Arbeitnehmer deutlich mehr als 40 Stunden arbeiten. Da würde dann die reduzierte Arbeitszeit evtl. nur dazu führen, dass die Regelarbeitszeit von 40 Stunden gearbeitet wird und der Staat dafür bezahlt.
    Ich bin also wirklich unschlüssig. Ich würde gerne meine Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt reduzieren, um mehr bei der Familie sein zu können. Aber es sollte für alle gelten. Die 32h-Woche für alle würde ich sehr begrüßen!

Trackbacks

  1. Top Moms sind auch nicht die Lösung | fuckermothers

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