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Tolle Texte über feministisches Mutter-Sein

November 20, 2012

Wer trägt es öfters, das Kind? (Bild: fuckermothers)

Seit gestern kursieren einige überaus lesenswerte Texte zum feministischen Mutter-Sein in der Blogosphäre. Den Anfang – in meiner Chronologie – machte ‚glücklichscheitern‘ mit ‚Feministin und Mutter Sein – Müssen nur wollen?‚ Sie schildert ihre eigenen Erfahrungen mit beiden Identitäten und deren Kombination – mit Berufleben, Arbeitslosigkeit, Kind, subjektiven Wünschen und Bedürfnissen. Dabei findet sie: „ob man als Mutter feministisch ist, hat nichts (oder meist nur sehr wenig) damit zu tun, ob man als Ehe-/Hausfrau und dreifache Mutti oder als in Vollzeit berufstätige Managerin glücklicher ist. Es hat auch nichts damit zu tun, ob man acht Wochen oder drei Jahre Elternzeit nimmt, ob und wie lange man stillt oder nicht, ob man ein Kind oder fünf Kinder hat. Sofern dies ‚individuelle‘ Entscheidungen sind. Vielmehr macht sich das ‚Feministin und Muttersein‘ in einem Bewusstsein deutlich, dass es neben individuellen Entscheidungen auch strukturelle Ungleichheiten und Notwendigkeiten gibt, die eine_n daran hindern, so zu leben, so Mutter zu sein, wie man möchte.“

Zu Beginn ihres Textes fragte sie sich, warum nicht mehr Mütter Feministinnen sind, denn: „Wenig legt die patriarchale Struktur dieser Gesellschaft so offen, wie das Muttersein.“ Diese Frage griff von ‚AufZehenspitzen‘ in ihrem Text ‚Ein Warum und eine Folgefrage‚ auf. Sie meint, viele Mütter würden die beruflichen und gesellschaftlichen Vorteile von Vätern ausblenden: Das „ist eine unnötige Loyalität dem Partner gegenüber, ihn nicht als Nutznießer dieser Gesellschaftsstruktur zu deklarieren. Manchmal hege ich den Verdacht, dass aber darin die Krux begraben liegt. Feministin zu sein wird womöglich nach wie vor von vielen Frauen als Kampf gegen (die eigenen) Männer, Freunde, Partner verstanden. Als Brandmarkung des Geliebten zum ‚Feind im Bett‘ sozusagen. Oder vielleicht ist es der Versuch, Ungleichheit durch Ignorieren unsichtbar zu machen?“ (PS: Später erschien auch noch ein längerer Text zu rosa und roten Regeln im Feminismus: ‚Inkonsequent konsequent. Das Drama‚.)

Chronologisch einen Tag früher erschien ein toller Beitrag mit dem Titel  ‚Wenn FeministInnen Eltern werden. Also ich zum Beispiel‚. Er kam vom Blog ‚Fräulein Rabaztki‘, der mir bis heute leider unbekannt war. Ein kurzer Auszug:  „So, und wie passen für mich Mutterschaft und Feminismus nun zusammen? Sie passen für mich so zusammen, wie Pommes mit Senf oder Pommes mit Zimt und Zucker – den einen schmeckt das Mutter-Sein, den anderen nicht. Richtiger wäre allerdings zu sagen das Eltern-Sein, anstatt das Mutter-Sein, denn der Ausdruck Mutter-Sein birgt immer auch einen bestimmten Erwartungsdruck der spezifisch an Frauen gerichtet wird. Für mich unterscheiden sich Mama- oder Papa-Sein, bis auf das Stillen vielleicht, eben nicht grundlegend. Mal ganz banal ausgedrückt: Mama kann auch Fußball spielen und Papa kocht auch das Mittagessen und macht für das Bärchen lustige Stimmen. Ich glaube, du weißt, was ich damit sagen möchte. Ein Baby wird sich am stärksten an die Person binden mit der es am meisten Zeit verbringt, das können also Mama und/oder Papa sein. (…) Es geht bei der feministischen Perspektive auf Mutterschaft aber auch um das Thema der Gerechtigkeit, bzw. um gerechte „Arbeitsteilung“ und da ist es statistisch gesehen so, dass ein/e Partner/in – in heterosexuellen Beziehungen immernoch meistens die Frauen – mehr Aufgaben im Haushalt übernimmt, oftmals trotz voller Berufstätigkeit.“

Anschliessend beschreibt sie ihren Familienalltag mit dem Partner, mit dem sie sich die Hausarbeit teilt. Dabei denkt sie stets an eine ‚Waagschale‘ als Bild für die gerechte Aufteilung. Das Stillen allerdings lässt sich noch nicht teilen – und damit auch nicht das abendliche Ausgehen. Ihr Resummee: „Doch ich bin mir sicher, die Zeit wird kommen, da sitzt der Rabatzkipapa ein bisschen neidisch auf der Couch zuhause und behütet unseren Kleinen, während ich an einem lauen Sommerabend mit den wohlvermissten Freundinnen Hemmingways auf Eis trinke und vielleicht sogar das Tanzbein schwinge – natürlich immer mit der Waagschale im Hinterkopf.“

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