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Mehrfache Elternschaft

Oktober 31, 2012

Mehr als zwei (Bild: fuckermothers)

In den Niederlanden wird überlegt, juristisch mehr als zwei Menschen als Eltern für ein Kind anzuerkennen. Silke Burmeister nahm dies in der ‚taz‘ zum Anlass, für eine legale Erweiterung der Elternschaft auch in Deutschland zu plädieren. Ihr Text trägt den schönen Titel ‚Bigotter Zweier‚. Ein Auszug:

„Recht unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung etablieren sich hierzulande Paar- und Liebesmodelle, die fern der Zweierbeziehung stehen. Geflechte polyamourös lebender Menschen, die einen verlässlichen Kern bilden. (…) Warum sollte es ihnen vorenthalten sein, gemeinsam Verantwortung für die Kinder dieser Beziehungen zu tragen, wenn sie sich doch als das begreifen, was in diesem Land so heilig ist: als ‚Familie‘? Eltern sein, das lässt sich am Ende auf etwas ganz Simples reduzieren: Liebe für den Menschen zu empfinden, der da heranwächst, und sich um ihn kümmern zu wollen. Dafür muss man das Wesen weder geboren, noch gezeugt haben. (…) Vielleicht ist es für unsere Gesellschaft an der Zeit, die Heimlichkeit als Scheitern des auf Monogamie basierenden Zweierkonstrukts zu erkennen und sich Gedanken für neue Familienmodelle zu öffnen. Die Niederlande scheinen uns da einige Schritte voraus zu sein.“

In Kanada ist es übrigens bereits möglich, dass mehr als zwei Personen rechtlich als Eltern anerkannt werden. Hier gab es 2007 den sogenannten „Three-parent-case„. Neben den biologischen Eltern wurde auch die Frau, mit der die leibliche Mutter in einer lesbischen Beziehung lebte, als Mutter anerkannt. Auch einige US-amerikanische Bundesstaaten haben in mehreren Fällen drei Personen die Elternschaft eingeräumt. Im Juli 2012 wurde in Californien ebenfalls ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der erweiterte Familienmodelle gesetzlich absichern soll. Die New York Times zitiert hierzu einen Rechtswissenschaftler Professor Polikoff: „This is about looking at the reality of children’s lives, which are heterogeneous, as opposed to maintaining a fiction of homogeneity. (…) Families are different from one another. If the law will not acknowledge that, then it’s not responding to the needs of children who do not fit into the one-size-fits-all box.“

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