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Kinder, Küche, Kiffen

September 11, 2012

alles so schön bunt hier.  (bild: fuckermothers)

Das ist eher ein Special-Interest-Beitrag – jedenfalls sind in der letzten Zeit vermehrt englischsprachige Texte aufgefallen, die sich mit kiffenden Eltern beschäftigen: Bei ‘Reedbook’ hob Jessica Baumgardner in einem Artikel zu ‘Pot-Parents‘ eher den moralischen Zeigefinger und die Gefahren des Kiffens hervor. Dagegen erschien auf ‘Jezebel’ der Beitrag ‘I’m a Mom and I’m Stoned Right Now‘, in dem die betreffende Mutter die Vorzüge des bekifften Zustands für das Spielen mit ihrer Tochter betont: “In the middle of playing some totally vacant, rule-less game that involved pretending to chew stuff, making growling noises, and giggling, I realized that she’s like the funniest fucking person I’ve ever met. Anybody who thinks that weed makes parents ignore their children has clearly never been high around one.”

In der ‘New York Times’ berichtet der Vater Mark Wolfe (‘Pot for Parents‘), dem Cannabis aus medizinischen Gründen verschrieben wurde, von ähnlichen Vorteilen: “I swear I am a more loving, attentive and patient father when I take my medication as prescribed. Perhaps this isn’t surprising. As anyone who inhaled during college can attest, cannabis enhances the ability to perceive beauty, complexity and novelty in otherwise mundane things (grout patterns in your bathroom floor, the Grateful Dead, Doritos), while simultaneously locking you into a prolonged state of rapt attention. You not only notice the subtle color variations in your cat’s fur, you stare at them in loving awe for 20 solid minutes. I submit that this can be enormously salutary to the parent-toddler relationship. Beyond food, shelter and clothing, what do small children need most from their parents? Sustained, loving, participatory attention. Thank you, Doctor.” (Der Link kam über diesen Bluemilk-Beitrag.)

Mit ein Grund für die erweiterte Aufmerksamkeit für dieses Thema ist vielleicht die Serie ‘Weeds‘ über eine alleinerziehene Mutter, die in einem US-amerikanischen Vorort lebt und mit Marihuana handelt.

Was das alles mit Feminismus zu tun hat? Wahrscheinlich eher wenig. Eventuell helfen solche Erzählungen, das traditionelle Mutterideal anzukratzen und überhöhte Forderungen an Eltern zu relativieren? Oder ist das Kiffen vielleicht auch nur die subkulturelle Form von ‘Mommy’s little helper’, die es leichter macht, monotone Aufgaben und potentielle Unzufriedenheit zu ertragen? Und sicherlich ist es sehr viel leichter für Akademiker-Eltern, deren Fähigkeiten zur Kindererziehung ansonsten nie in Frage gestellt werden, sich zum gelegentlichen Kiffen zu bekennen.

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