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Deutschland und meine Brüste

Mai 10, 2012

Liebe Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung,

ich hoffe es ist OK, wenn ich ‚Du‘ zu Dir sage anstatt Dich so seltsam distanzierend zu siezen – scheinbar gehst Du ja sowieso davon aus, dass Du für meine Gefühle, Erfahrungen und intimen Beziehungen zuständig bist, die ich ansonsten nur mit engsten Vertrauten teilen würde. In meinem ‚Mutterpaß‘ (schon über diesen Begriff ließe sich debattieren) war ganz selbstverständlich eine Broschüre von Dir, mit dem Titel „Stillempfehlung für Schwangere“.

„Liebe werdende Mutter“, nennst Du mich da und erklärst: „Stillen bedeutet mehr als Ihrem Kind die beste und gesündeste Nahrung zu geben. Es ist auch Nahrung für die Seele und setzt in einzigartiger Weise die in der Schwangerschaft begonnene Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind fort.“ Wichtig dabei sei auch „die Liebe“ zueinander. Ich war etwas erstaunt, dass eine ansonsten nüchterne nationale Kommission plötzlich mit solch gefühlschwangeren Vokabular um sich schmeißt und sich nun um meine Seele und Liebe sorgt. Das wundert mich umso mehr, als die ‚Nation‘, für die Du stehst, sich ansonsten nicht unbedingt auf diesem Gebiet hervorgetan hat. Hartz IV und Asylpolitik wirken, wenn man unbedingt die emotionale Ebene einnehmen möchte, ganz schön kalt und grausam. Und auch in der deutschen Abschiebepraxis, die etwa Säuglinge sogar allein ausweist (wie dieser Artikel von Conny Neumann im Spiegel beschreibt), kümmert sich diese Nation so gar nicht um Seele, Liebe und Beziehungen.

Scheinbar bist Du aber auch selbst nicht so ganz von Deiner Emo-Strategie überzeugt und listest im Flyer zur Sicherheit noch einige ‚Fakten‘ auf, die mich überzeugen sollen. Zu den Vorteilen fürs Kind gehört dann unter anderem, dass „Muttermilch“ immer „richtig temperiert“ ist, chapeau.

Bei den Vorteilen für die Mutter, also mich, habe ich dann aber doch angefangen, an Deiner Intelligenz zu zweifeln. Etwa steht da, dass Stillen „Arbeit“ und „Zeit“ spart. Schon da bin ich mir nicht so sicher. Ist Stillen nicht auch Arbeit, die Zeit kostet? Und bedeutet es nicht eventuell sogar mehr Arbeit und weniger Zeit für mich – weil mein Kind dann viel weniger von anderen Personen betreut und gefüttert werden kann? Ausserdem erklärst Du mir: „Stillen macht unabhängig“. Unabhängig? Echt? Da scheinst Du aber Unabhängigkeit auf eine merkwürdige Weise zu definieren. Sicherlich macht es unabhängig von anderer Babynahrung – aber gleichzeitig macht es das Kind doch vollkommen abhängig von mir und mich vollkommen abhängig von dem Kind. Mehr als zwei, drei Stunden könnte ich so doch gar nicht ohne das Kind verbringen, was mir nicht unbedingt als Freiheit erscheint. Folgerichtig erklärst Du dann auch noch, wie es mit dem Stillen klappt: „Am besten gelingt es, wenn Sie mit Ihrem Kind Tag und Nacht zusammen sein können.“ Na, dann!

Auf der Rückseite des Flyers erzählst Du dann noch etwas über Dich. 1994 wurdest Du gegründet, in Folge der 45. Versammlung der WHO. Du setzt Dich unter anderem aus „Wissenschaftlern, Kinderärzten, Geburtshelfern, den Vertretern der Stillkommission“ zusammen – also ausser den letztgenannten  „Hebammen und Kinderkrankenschwestern“ scheinbar nur aus Männern? Und Du beschäftigst Dich auch mit der „Umsetzung der gesetzlichen Werbeeinschränkung für Säuglingsnahrung“ , die ebenfalls seit 1994 solche Werbung fast vollkommen verbietet. Prinzipiell finde ich Werbeverbote eine gute Sache, zumal das Kinderkriegen mittlerweile ein hart umkämpfter Markt ist. Ebenso wichtig ist es sicherlich, die Macht von Instrustrieunternehmen einzuschränken (wobei ich ganz lustig fand, dass dann der Schutzumschlag meines Mutterpasses vom ‚Nestlé Alete Babyservice‘ gesponsert wurde). Ich habe nur den Verdacht, dass gerade dieses Werbeverbot viel mit der Stillideologie zu tun hat. Denn andere Versuche, Werbeeinschränkungen durchzusetzen, werden in kapitalistischen Systemen meist öffentlich und kontrovers diskutiert – etwa bei den Debatten um die Werbeverbote für Tabak und Alkohol (Produkte, die übrigens zu viel eindeutigeren und gravierenderen Gesundheitsschäden führen als Nicht-Stillen bzw. Ersatznahrung). Im Fall der Säuglingsnahrung passierte das Gesetz ohne große Aufmerksamkeit. Ist aber auch klar – Frauen sind ja nach einer Geburt so was von irrational, dass man die unbedingt vor Werbung schützen muss. Kaum sehen die eine rosa Anzeige mit einem lachenden Baby, rennen sie kopflos in die nächste Drogerie, kaufen das Produkt, stillen ab und machen sich schon am nächsten Morgen auf dem Arbeitsmarkt breit. So hinweg gerafft von ihren Gefühlen werden sie, die Mütter.

Nun ja, lange Rede kurzer Sinn: Du und ich, wir werden keine Freundinnen, liebe nationale Stillkommission. Deswegen würde ich es begrüßen, wenn Du Dich künftig von mir, meinem Kind und meinem Leben fern halten würdest. Und bitte nimm Deine Finger von meinen Brüsten.

Mit freundlichen Grüssen,

eine werdende Mutter

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20 Kommentare leave one →
  1. lema permalink
    Mai 10, 2012 2:52 pm

    danke für deine treffsichere antwort auf diese unverschämte, heuchlerische, verdummende bevormundung. mutterpässe sind ja auch gerne in rosa pink gehalten, es ist aber auch alles so nett und bedarf auch alles gar keiner kritischen nachfrage….

  2. Mai 10, 2012 3:39 pm

    danke danke danke!! ich wünschte, dieses antwortschreiben würde künftig dem mutterpass beigelegt 🙂
    in österreich ist mir beim erhalt des mutter-kind-passes sowas zum glück erspart geblieben (dafür gabs eine schöne broschüre: knapp 200 seiten über schwangerschaft, geburt und erste babyzeit. davon war immerhin eine seite – applaus – den werdenden vätern gewidmet). ärgern musste ich mich jedenfalls über stillempfehlungen und -ideologien trotzdem immer wieder (und immer noch: http://aufzehenspitzen.wordpress.com/2012/04/29/lasst-uns-die-bosen-mutter-bespucken/). am schlimmsten finde ich, dass es über säuglingsnahrung kaum seriöse informationsquellen gibt. pre/1er/2er usw. – da werden die eltern dann mit den infos der hersteller alleine gelassen. unter dem motto: na, wenn du nicht stillst, ist eh schon alles egal.

  3. Drago permalink
    Mai 11, 2012 10:52 am

    Bei mir lösen solche Flyer o.ä. auch immer Abwehrreflexe aus. Ich stille übrigens trotzdem. Inzwischen „langzeit“. Mein Mutterpass war übrigens hellblau.

    Die Frage ist jedoch: Welche Informationen braucht frau, um zu entscheiden, ob sie stillen möchte oder nicht? Und wie bringt man die ohne Einmischung oder erhobenen Zeigefinger rüber?

    Was mir an der ganzen Debatte fehlt, ist die Darstellung, dass es immer Abstufungen gibt:
    Sobald das Stillen eingespielt ist, ist es nach meiner Erfahrung nicht mehr nötig, das Kind ständig anzulegen, keinen Schnuller zu verwenden, Fläschchen zu vermeiden, immer abzupumpen, wenn man gerade nicht stillen kann. Bei mir hat es sogar geklappt ein paar Tage Stillpause für eine kurze Dienstreise zu machen und danach weiter zu stillen!

    Solche „Nicht-Lehrbuch-100%-Stillen“-Erfahrungen sind meiner Meinung nach nicht bekannt genug!

    Drago

  4. Mai 11, 2012 1:47 pm

    Liebe werdende Mutti,

    endlich hast du den Mut aufgebracht, ein Machtwort zu sprechen.So wird Gehirnwäsche betrieben und das es überhaupt eine Stillkommission gibt, ist lachhaft genug.Vermutlich sind in dieser Komission noch 90% der Mitglieder kinderlose Junggesellen *lach*

    Ich find es auch abartig, was in den Krankenhäusern geschieht.Da fassen einem die Hebammen auch mal ungefragt an die Brust, na von wegen, man macht das ja nicht richtig, so geht das! Du Dummchen! Achtung der Privatsphäre, neeeeee…….

  5. Mai 11, 2012 2:56 pm

    Reblogged this on Mama hat jetzt keine Zeit… und kommentierte:
    Positiv empfinde ich an diesem Artikel, dass er – und die Kommentare – nicht sofort in eine diesere unsäglich destruktiven Stillen-versus-nicht-stillen-Diskussionen umgeschwenkt ist.

    Was ich persönlich (bin ein Stillfreak 🙂 ) bei dem Thema vermisse, ist, dass das Stillen nicht als „Norm“ rüberkommt, sondern als „das Besondere“ (dabei würde ja auch niemand abstreiten, dass es der Norm entspricht, wenn ein Lämmchen Schafsmilch trinkt oder ein Kätzchen Katzenmilch… nur beim Menschen wird das infrage gestellt). Das hat aber nicht mit doofen Broschüren irgend welcher alter Herren Doktoren zu tun, sondern mit der Darstellung von Weiblichkeit, Mutterschaft, etc. in der Öffentlichkeit: Weibliche Brüste dürfen nicht gezeigt werden und wenn, dann ausschliesslich als allzeit für Männer verfügbare Sexualobjekte. Viel mehr Impakt als Stillkampagnen würde es haben, wenn in diesem Bereich unsere Gesellschaft wieder zur Normalität zurück finden und sich diese Normalität auch in den Medien widerspiegeln würde.
    Das Stillen, wie auch natürliche Geburt usw. gehören zu Bereichen der Weiblichkeit, die wir Frauen uns von einer männlich dominierten Medizin- und Nahrungsmittelindustrie haben wegnehmen lassen. Schlussendlich geht es bei der Frage deshalb einmal mehr nicht um einen Mütterkampf (dieser ist nur Nebenschauplatz) sondern einmal mehr um unsere Selbstbestimmung! Unsere Brüste gehören uns. Absolut! Und ich für meinen Teil entscheide in diesem Bereich selber, was für mich, mein Kind und meine Familie am Besten ist und bei diesem Entscheid lasse ich mir weder von der Nahrungsmittelindustrie reinreden, der es nur um mein Geld geht und nicht etwa um das Beste für mein Kind, und auch nicht von einem Gremium alter Männer, die, wenn sie schon keine Frau mehr ranlässt, so doch wenigstens virtuell Macht über Tausende von Brüsten ausüben möchte.

    • Mai 17, 2012 1:03 pm

      Hallo Katharina, danke für den Hinweis. Ich stimme Dir auch zu, dass Stillen erstmal nicht als ‚Norm‘ sondern als das ‚Besondere‘ rüberkommt – wie so ziemlich alles, was den ‚weiblichen Körper‘ bzw. ‚weibliche Reproduktion‘ anbelangt. Zumindest für das öffentliche Leben, die allgemeine Politik und die Arbeitswelt, ist der ’normale Mensch‘ eigentlich männlich. Beziehungsweise das, was traditionell als männlich angesehen wird: autonom, unabhängig, gesund, leistungsstark, aktiv, etc. (Viele ‚Männer‘ passen in dieses Bild ja auch nicht rein.) Dem gemäß ist das Weibliche (insbesondere Mutterschaft) in gewisser Weise ‚abnormal‘.

      Dazu gehört dann auch, dass ‚weibliche‘ Tätigkeiten wie Stillen aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, im Beruf oft nicht geduldet sind, Brüste nicht gezeigt werden dürfen, etc. Das führt zum Ausschluss von Frauen bzw. Müttern aus dem öffentlichen Leben, ist ein großes Problem und das muss selbstverständlich aus feministischer Perspektive kritisiert werden.

      Gleichzeitig denke ich aber auch, dass innerhalb dieses ‚abnormen‘ Bereichs von Mutterschaft wiederum sehr viele Normen und Regeln herrschen. Erstens ist ja allgemein der gesellschaftliche Anspruch an Frauen da, dass sie irgendwann Mütter sein sollen – das ist also durchaus auch wieder eine ‚Norm‘ für Frauen. Und wenn sie dann Mütter sind, gibt es 1000 Regeln wie sie das zu sein haben: Stillen ja, aber das wiederum nicht zu lang, eine Zeitlang zu Hause bleiben, danach eher Teilzeit, etc. Und all diese vielen, oft sehr strengen ‚Normen / Regeln‘ müssten meiner Meinung nach auch wiederum feministisch hinterfragt und kritisiert werden.

      Ich denke also, dass es sich nicht so eindeutig um den Widerspruch Normal versus das Besondere handelt, sondern es komplexer ist, das so eine Art ‚Norm des Abnormalen‘ für weibliche Reproduktion gilt, oder so ähnlich. Und dass man immer schauen sollte, für welchen Bereich welche Normen gelten: für die Arbeitswelt gelten andere Normen als für den privaten Bereich.

      Gleichzeitig glaube ich nicht so an diese These, dass eine männlich dominierte Medizin oder Industrie Frauen Weiblichkeit ‚wegnehmen‘ will. Auch hier denke ist, dass das komplizierter ist und es sich auch um alte und traditionelle Strukturen bzw. Vorstellungen von Geschlecht handelt, die sich da ausdrücken. Ebenso wichtig finde ich, nicht zu vergessen, dass auch viele Frauen in diesen Bereichen arbeiten. (Zu ‚Männern in der Stillkommission‘: da richtete sich meine Kritik in erster Linie gegen die Verwendung des generischen Maskulinums in dem Flyer).

      Liebe Grüsse!

  6. Mai 11, 2012 4:25 pm

    Vielen Dank für diesen tollen Text! Gott sei Dank hatte ich diesen bekloppten Flyer nicht in meinem Mutterpass. Aber auch Gott sei Dank gibt es ja Hinweise auf jeder Packung Milchpulver, die denen auf den Zigarettenpackungen ähneln. Und auf denen ich immer für so unmündig und dämlich gehalten werde, dass man mir nicht zutrauen kann, alleine zu entscheiden, was mein Kind isst.
    Ich persönlich habe beides ausprobiert und die Unabhängigkeit und Zeitersparnis hat mir definitiv die Flasche gebracht. War dann irgendwie Nahrung für meine Seele…

  7. fraudehnertsallerlei permalink
    Mai 11, 2012 5:54 pm

    Sehr gut! 🙂 Ich habe mir das Schmunzeln nicht verkneifen können und nebenbei darüber gestaunt, wie schön die Dinge auf den Punkt gebracht werden! Ich selbst würde mich zwar im Falle einer Mutterschaft ganz klar für das Stillen aussprechen, aber bestimmt nicht, weil irgendeine Kommission es mir empfiehlt! Definitely like! 😉

  8. lustig permalink
    Mai 12, 2012 4:58 pm

    http://www.bfr.bund.de/de/kommissionsmitglieder-709.html

    anscheinend auch viele frauen drin. lustig finde ich auch „stillen in deutschland“, kann man auf der seite als unterpunkt finden:) stillen im ausland finde ich dann beim auswärtigen amt oder wo genau?

  9. Mai 13, 2012 4:06 pm

    Lustiger Post mit vielen Infos, die ich noch nicht kannte (Werbeverbot für Säuglingsnahrung? WHAT!?!?).

    Ich wäre als Baby fast VERHUNGERT, weil meine Mutter mich stillen wollte! Sie hat während der Schwangerschaft ganz gewaltig an Oberweite gewonnen, was die Ärzte schon vor der Geburt sogar zu dem Angebot getrieben haben, ihre Milch doch zu verkaufen (inzwischen darf man das glaub ich nicht mehr). Nachdem sie mich mit nach Hause genommen hatte und ich tagelang wie am Spieß schrie, fuhr sie verzweifelt zurück ins Krankenhaus, um mich untersuchen zu lassen. Kommentar des Arztes: „Frau Urban, Ihr Kind ist nicht krank, es hat einfach nur Hunger!“ – denn meine Mutter hatte einfach schlicht und ergreifend fast keine Milch und ich nuckelte vergeblich!

    So wurde es mir wenigstens erzählt. Soll übrigens nur eine lustige Anekdote sein und kein Plädoyer gegen das Stillen 😀

  10. Mai 14, 2012 1:15 pm

    Hehe, echt genial. Wann kommtn das Kind?

  11. Mai 16, 2012 1:55 pm

    @aufZehenspitzen und Drago: Recht habt Ihr beide. Ich finde, wenn es denn nun schon eine solche Kommission gibt, und sie sich entschieden hat, Flyer über das Stillen in den Mutterpass zu legen, dann sollte sie einfach sachlich alle Pros und Kontras aufzählen, positive und negative Erfahrungsberichte beider Seiten ausfindigmachen und beilegen, über Fälle aufklären, wann man nicht stillen soll oder kann. Außerdem alternative Ernährung vorschlagen: welche Produkte kann die Kommission (von der wir hoffen, dass sie nicht mit der Nahrungsmittelindustrie kooperiert, was mit dem Schutzumschlag von Nestlé eigentlich schon widerlegt ist) problemlos unterzeichnen? Solche Sachen eben, wenns denn überhaupt sein muss. Die Beratung übernehmen sowieso Hebammen, Freunde und die frischgebackenen Großmamas! So hat jede von uns schon genug mit der ganz privaten Stillkommission zu kämpfen. „Finger weg von meinen Brüsten!“ Das sollten wir wirklich öfter und deutlicher sagen!

  12. pitti54 permalink
    Mai 16, 2012 11:50 pm

    Mädels – was Ihr unter Freiheit versteht, das wundert mich aber echt:

    wenn eine sich mit Baby im Schlepptau „unfrei“ fühlt, dann sollte die vielleicht erst gar nicht schwanger werden ? !
    Wenn´s denn nun schon geboren ist, gehört´s dann nicht zu seinen verbrieften Menschenrechten, „vollwertige“ Nahrung zu kriegen – und nicht „Formula“, d.h. genormt-pseudooptimiert, aber gleichzeitig 90% Qualitätsverlust, wegen fehlender Inhaltsstoffe; das wäre ja wie Kantinenessen, das wegen irgendeiner „wissenschaftlichen“ Tabelle in täglich gleicher Zusammensetzung gehalten wird! Welcher Erwachsene würde sich das antun?

    Also: ich plädiere für Menschenrechte für die Babies – abhängig sind sie nun mal; ihnen das übel zu nehmen fänd ich echt unfair!

    Hab´ übrigens selber 4 und bis zum Abwinken gestillt – aber auch gearbeitet dabei! Ich war so frei 😉

    • fripanjo permalink
      Juni 5, 2012 4:03 pm

      pitti54, Du sprichts mir aus der Seele. Als eine Einschränkung meiner Freiheit im Bezug auf das Baby und seine Ernährung (ich hab selber eines im Alter von 6 Monaten, das gestillt wird) empfinde ich eher, daß öffentliches Stillen verpönt ist. Und insbesondere die wissenschaftlich völlig unfundierten Empfehlungen, was man in der Stillzeit auf keinen Fall essen darf. Jeder Pups des Babys wird dann der Mutter angelastet (wohl Zwiebeln gegessen, he?). Das ist wirklich frauenfeindlich. Daß Stillen die natürliche Ernährung für das Baby ist, da kann man wohl nur Mutter Natur einen Vorwurf machen.EMpfehle als Lektüre „Die weibliche Seite der Evolution“ von S. Blaffer Hrdy.
      Die Schutzumschläge für den Mutterpass bekommt Ihr übrigens von Eurem Frauenarzt, der diese als Werbegeschenk von den Firmen erhält. Wenn Ihr darüber – wie ich auch- unzufrieden seid, beschwert Euch bei Arzt oder Ärztin und nehmt ihn erst gar nicht. Nur weil ein findiger Industrieller einen Umschlag für den Mutterpass erfunden hat um für sich zu werben, muss man das nicht dem Mutterpass anlasten. Der nämlich ist äußerst nützlich für medizinisches Personal, dient Eurer Gesundheit und der des Babys und kann Euch im Notfall das Leben retten, z.B. weil Eure Blutgruppe drinsteht.

  13. Juni 6, 2012 1:15 pm

    Also ich bin großer Still-Fan und arbeite wieder seit meine Kleine dreieinhalb Monate ist (ja:nur in Teilzeit). Zugegeben: Stillen macht abhängig, zumal wenn das Kleine keine Flasche haben will. Wenn man aber verreist oder auch nur einen Ausflug macht, ist es einfach praktisch, nichts anrühren zu müssen. Ebenso des nachts.
    Aber das sollte jede Frau so machen, wie sie meint… und in meinen Ratgebern und Flyern stand überall als Hinweis, dass es nicht allen Frauen liegt, zu stillen, und was man in dem Fall füttern sollte…

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