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verbände und initiativen

April 20, 2012

Ich wollte schon länger mal einige Verbände und Initiativen vorstellen, auf die ich in letzter Zeit gestossen bin. Die Intitiative ‚NichtMeineMinisterin‚, die seit gestern online ist und sich gegen die inkompetente Politik Christina Schröders richtet, hat nun den Ausschlag gegeben, das endlich mal zu tun. Anlass der Petition war – sollte es jemand tatsächlich noch nicht mitbekommen haben – Christina Schröders antifeministisches Buch ‚Danke, emanzipiert sind wir selber‘ (eine der vielen Kritiken des Buches ist diese hier von Basha Mika).

Ebenfalls eine gute Sache scheint der VBM, der ‚Verband berufstätiger Mütter‚ zu sein. Er fordert Lohngleichheit, eine familienfreundlichere Organisation von Lohnarbeit und eine egalitäre Aufteilung der Familienarbeit. Allerdings ist der Verein zwar feministisch, aber nicht queer-feministisch. Trotzdem setzt er sich zumindest für eine „Änderung von stereotypen Rollendarstellungen in pädagogischen Materialien und Einrichtungen“ ein.

Ein ähnliches Ziel wie der Verband verfolgte übrigens die Initiative ‚Frauen macht Druck‘, die allerdings wohl leider schon wieder verschwunden ist – zumindest aus dem Internet. Denn ihre Website ist momentan nicht zu erreichen. (Einige Infos gibt es noch hier.) Immer noch erinnerungs- und bedenkenswert ist aber der Ausgangspunkt der Initiative: „Nach Ermittlung der International Labour Organization wird die Gleichberechtigung der Frau erst im Jahr 2968 stattfinden, wenn die Frauenbewegung sich im gleichen Tempo weiterentwickelt wie bisher.“ Das ist eine lange Zeit.

Viele sinnvolle Ziele vertritt auch der VAMV, der ‚Verband alleinerziehender Mütter und Väter‘, ebenso wie ILSE, die ‚Initiative lesbischer und schwuler Eltern‘.

Etwas skeptischer dagegen stehe ich dem ‚Verband kinderreicher Familien Deutschland‚ gegenüber. Zwar fordert auch er eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und sicherlich ist es gut, sich für kinderreiche Familien einzusetzen. Allerdings ist die Rhetorik  des Vereins doch eher konservativ. Gerne wird etwa im ‚Wertegerüst‚ auf die ‚deutsche Geburtenrate‘, die ‚Wirtschaft‘ und die ‚Natur‘ verwiesen. Zudem erinnere ich mich, letztes Jahr in Interview mit einer der damaligen Vorsitzenden im RBB gesehen zu haben, in dem diese traditionelle Vorstellungen von Geschlechterrollen vertrat (online war es leider nicht zu finden).

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  1. April 21, 2012 10:26 am

    Ich empfehle (als – für sich allein gesehen auch exzentrisches: Gegenpendel zum Ausgleich) gegen Ökonomismus von „links“ und „rechts“: ‚Verband fauler Menschen gegen Kommodifizierung.‘ Gegen eine strukturelle Ökonomisierung von Kinderkriegen und Nichtkriegen. Für das Potenzial zur Reflexion – nicht „für“ die Karriere, nicht „für“ die Wettbewerbsfähigkeit, nicht „für“ die oberflächliche Emanzipation (durch Selbsteinpassung in die jeweils aktuelle Norm von Karriere- und Rollen-Bild). Dekonstruktion, aber ohne daraus wiederum eine (selbstkarikierende) Ideologie zu machen: Nicht das eine (strukturell anachronistische) Normbild durch das nächste ersetzen (wie es gerade viele Oberflächen-„Linken“ der Norm des Zeitgeistes entsprechend fordern). Sondern sich (das wäre fast schon „revolutionär“) darüber hinaus Potenziale offen halten, und damit sich von den eigenen Emanzipatoren-Ikonen und zum Korsett werdenden Denk-Schablonen und -Routinen genauso distanzieren wie von den (strukturell) fremden Routinen auch. Den Dualismus immer wieder transzendieren -> denn „überwinden“ wird man ihn nicht können. Daher Distanzierung und Reflexion nicht als bloßes „Anti-„Spiegeln des „Feindes“ mit einer verfestigten Anti-Ideologie, sondern als Prozess. Das Offenhalten der Kommunikation (zwischen den unterschiedlichen Perspektiven, nicht nur in der eigenen Peer-Group-Suppe) ist die Herausforderung. Die Konstruktion vermeintlicher Endgültigkeiten und Ideologien als absolute „Wahrheiten“ ist oberflächliche Selbstberuhigung (Diese kommt immer wieder vor, ist menschlich und gehört dazu. Dieser Konservatismus der eigenen Weltsicht sollte aber niemals absolut gesetzt werden, sondern immer wieder selbstkritisch reflektiert werden).

    Ok, das klingt anstrengend. Aber, da derzeit die Arbeit als Fetisch der „Befreiung“ des Menschen im Zeitgeist von „rechts“ und „links“ gehandelt wird, ist Faulheit als Gegengewicht angesagt. Und das ist ja mal eine schöne Aufgabe. Ich arbeite dran.😉

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