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Trans- und intersexuelle Kinder: zwei Artikel

Januar 20, 2012

Zwei Artikel zeigen die Konsequenzen strenger  Geschlechternormen in unserer Gesellschaft und beschäftigen sich mit den Folgen für Kinder, die nicht in klare Muster passen.

In der Taz geht es im Artikel ‚Wer wollte das rosa Einhorn?‚ von Heide Oestreich um den Fall des transsexuellen Mädchens Alexandra.“Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen. Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie. Das Jugendamt möchte es einweisen.“

Lesenswert ist auch ein Streitgespräch in der Zeit zur medizinischen Behandlung intersexueller Kinder, den den Titel ‚Wie eine Kastration‚ trägt.  Es fand zwischen der Intersex-Aktivistin Lucia Veith und dem Professor für Kinderheilkunde Olaf Hiort statt. Ein Auszug:

ZEIT: Gibt es denn Kinder, die sagen: »Ich bin nicht Junge oder Mädchen, ich bin beides?«

Hiort: Mittlerweile ja. Eine Familie, die ich seit zehn Jahren begleite, hat beschlossen, abzuwarten, bis das Kind selbst entscheiden kann. Es ist jetzt in der vierten Klasse, und als es kürzlich sein Geschlecht angeben musste, männlich oder weiblich, hat das Kind sein Kreuz in der Mitte gemacht.

ZEIT: Lucie Veith, wie reagieren Menschen, wenn Sie sagen, dass Sie weder Mann noch Frau sind?

Veith: Es gibt einen großen Informationsbedarf. Aber wenn ich es dann erkläre, höre ich: »Das ist ja spannend« oder »Okay, wie Sie meinen«. Es gibt ja alles heutzutage. Persönlich werde ich nicht diskriminiert. Nur beim Arzt bekomme ich eine falsche Auswertung meiner Blutwerte, weil auf der Krankenkassenkarte steht, dass ich weiblich bin.“

Der letzte Artikel ist auch deswegen wichtig, weil sich momentan der Ethikrat mit der Situation von intersexuellen Menschen in Deutschland beschäftigt. PS: In der Jungle World findet sich ein Interview mit Daniela Truffer und Markus Bauer, den Vorsitzenden der Menschenrechtsgruppe ‚Zwischengeschlecht‘. Der Titel: ‚Die Grundrechte werden mit Füßen getreten‚.

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  1. HCG permalink
    Januar 20, 2012 9:18 pm

    der artikel ist wirklich interessant, er zeigt, dass auf dem weg zum wünschenswerten ziel geschlechtslosigkeit bzw. vielmehr belanglosigkeit von geschlecht situationen auftauchen,die einen jetzt noch zwingen, die geschlechtertrennung aktiv zu erhalten. ich meine damit, dass ich wirklich nicht wüsste, was ich diesem mädchen, dass eben nicht unwiderruflich ihr selbstverständnis, ein mädchen zu sein,verlieren will, raten würde. auch wenn man da nicht über mann oder frau nachdenkt, ist allein die vorstellung, einfach ausgedrückt statt brüste bart zu bekommen und umgekehrt etc. doch durchaus für manche personen einfach nicht wünschenswert.

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