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Die unsichtbare Mutter

Dezember 19, 2011

Der Blog retronaut zeigt die Bildpraxis der ‚invisible mother‚ in der frühen Kinderfotografie. Damals war es notwendig, die Kinder wegen der langen Belichtungszeiten ‚ruhig zu halten‘. Zu diesem Zweck sollte die Mutter die Kinder zwar halten, wurde aber verhüllt und anschließend wegretuschiert.

Sinnbildlich kann das für das zeitgenössische Mutterideal stehen: die Mutter hat so vollständig für das Wohl ihrer Kinder sorgen, dass sie als Person hinter diesen verschwindet.

Auf flickr gibt es übrigens auch eine Gruppe zur ‚hidden mother‘.

8 Kommentare leave one →
  1. Dezember 19, 2011 8:03 pm

    also die fotos erinnern mich so ein bisschen an diese leichen-fotos.
    gruselig, die kinder da auf (aus) dem schoß einer nicht existieren-dürfenden person, brrr…
    wer kommt auf solche ideen?

  2. Dezember 21, 2011 11:12 am

    Naja, wenn das halt damals nicht anders ging.. Heute macht man ja auch Kinderfotos, auf denen nur die Kinder zu sehen sein sollen. Teilweise wird auch hinterher eine festhaltende Person wegretuschiert. Ich würde da jetzt nicht reininterpretieren, dass die entsprechende Person deswegen nicht als eigenständige Person existieren darf.

  3. Sabine42 permalink
    Dezember 29, 2011 8:40 pm

    Ich habe mal ein altes Familienfoto gesehen, da wurde nachträglich ein Foto der verstorbenen Mutter rein montiert. Mit Fotos kann man eben tricksen, das war früher nicht anders als heute.

  4. Januar 3, 2012 10:44 am

    Was ich nicht verstehe ist:
    Warum war es kulturell und sozial gewollt, dass NUR die Kinder aufm Foto sein sollten? Hat da jemand Hintergrundinformationen? Und warum gibts das heute noch?
    Ihre Mama007

    • Oktober 10, 2013 11:31 am

      Auf Porträtfotos ist immer nur eine Person drauf😉

      Früher hat das Belichten locker 20 Minuten und mehr gedauert. Da bleibt kein kleines Kind ruhig sitzen. Das war einfach ein Ftotrick um das Kind ruhig zu stellen. Da steckt kein Anti-Frauen/Mutter-Gedanke dahinter.

  5. Januar 10, 2012 12:47 pm

    erst einmal Danke für alle Kommentare und entschuldigt, dass ich erst so spät antworte.
    An Doreen: Ich habe ja auch ’sinnbildlich‘ geschrieben. Das Mutterideal dieser Zeit basierte historisch stark auf dem Narrativ der ‚Aufopferung‘ der ‚Pflicht‘ und der ‚Selbstaufgabe‘. Direkt und allein aus den Fotos als Grundlage kann man dies tatsächlich nicht interpretieren.
    An Mama007: Da bin ich leider auch überfragt. Ich würde mutmaßen, dass die einfach Kinderfotos wollten (und dass damals Fotomaterial teuer war) – heute gibt es ja auch noch Fotos, auf denen nur das Kind ist. Warum, weiß ich nicht – finde es aber an sich jetzt auch nicht verwerflich, wenn jemand ein Bild möchte, auf dem sein Kind alleine drauf ist. Da müssten wohl Menschen antworten, die sich besser mit Fotografiegeschichte und auskennen…
    Liebe Grüsse!

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