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Vereinbarende Väter und crazy Eltern: Linksammlung

September 14, 2011

In der Linksammlung geht es diesmal zunächst um Väter, die mehr Familienarbeit übernehmen wollen. In einem Interview spricht die Soziologin Margret Bürgisser darüber, weshalb die Vereinbarkeit für Familie und Beruf für viele Väter schwierig ist und warum etwa „nur gerade vier Prozent der Paare eine egalitäre Rollenteilung mit etwa gleichen Arbeitspensen im Erwerbsleben und in Familien- und Hausarbeit“ haben. Um Vorurteile gegen teilzeitarbeitende Männer geht es in einem Artikel der NZZ nämlich im sympathischen Arbeitsfeld des, ähem, Schweizer Bankwesens. Wenigstens hat aber die Zahl der Väter, die in Deutschland Elterngeld beantragen, im Jahr 2010 leicht zugenommen, nämlich um 2,5 % zum Vorjahr, wie das statistische Bundesamt berichtet. Auch in Österreich gehen etwas mehr Männer in Väterkarenz. Interessant sind auch die Ergebnisse der Vorwerk Familienstudie 2011, die etwa berichtet, dass sich viele Väter von ihrem Arbeitgeber eine bessere Vereinbarkeit wünschen, dass Familienarbeit weiterhin kaum gesellschaftlich anerkannt ist und dass viele Eltern trotz Krankheit ihres Kindes weiter zur Arbeit gehen (müssen)  (Links über den Väterblog). Daddy Dialectic schreibt über seine mediale Darstellung als ‚Trophy Dad‚, die zeige, dass Väter, die den Hauptteil der Familienarbeit übernehmen, weiterhin als bemerkenswerte und leicht skurrile Ausnahmen betrachtet werden.

Nun zu anderen Themen: Glücklichscheitern schreibt als ’spießige Mama‘ ihren ersten Beschwerdebrief, kündigt den Rollentausch bzw. ihre Rückkehr zur Lohnarbeit an und feiert eine Nicht-Taufe. Zudem hat ebenfalls eine praktische Linkliste veröffentlicht: unter anderem zum Zeit-Artikel ‚verschenkte Potentiale‚ (von, natürlich: Müttern) – treffend ist vor allem ihr Kommentar dazu: „zwischen hausmütterchen und hamster im kapitalistischen laufrad.“ Ebenfalls dabei ist ein Link zu Henriette Kuhrt, die erklärt, wie man putzt wie ein Mann und noch einige andere Tipps für junge Mütter gibt.

Unsichtbares schreibt sehr unterhaltsam über die Notwendigkeit eines Abends für sich allein, über die Ambivalenz zu ihrer Mutter-Rolle, die bereits lang vor dem biologische-Mutter-werden begann und über beschwerliche Zugfahren, bei denen weder Bahnsteige noch die Bahn selbst für Kinderwägen gedacht zu sein scheinen. Ausserdem gibt es bei ihr eine Rezension der Zeitschrift Brigitte Mom. (Bei Tagwerk geht es unter anderem um Kinder auf dem Topf, um Kindergeburtstage sowie einen schrecklichen Zwischenfall, der demonstriert, dass Anonymität im Netz wirklich wichtig ist. –  PS: mittlerweile sind trauriger Weise alle Artikel auf den Tagwerk-Blog gelöscht, allein dieser Abschiedstext ist noch da.) Mama007 thematisiert gewollt zweisprachige Kinder und den grassierenden Zwang zu einer sinnvollen Freizeitnutzung.

BitchMedia schreibt im Text ‚Parenting while Crazy‚ über popkulturelle Stereotype von psychisch kranken Müttern. Passend dazu hat, wie im guardian zu lesen ist, eine Britische Studie ergeben, dass Pendeln bei Müttern zu stärkeren psychischen Beschwerden als bei Vätern führt. Als Grund hierfür wird die höhere Belastung mit Kinderbetreuung und Hausarbeit von Frauen angenommen. Die Berliner Zeitung dagegen berichtet unkritisch von einer höchst biologistischen Studie: „Stillen macht wehrhaft: Mütter reagieren deutlich aggressionsbereiter als Frauen ohne Nachwuchs.“ Genau. Wie immer bei dieser eindimensionalen Forschung scheint der direkte Vergleich von Menschenfrauen mit (vollkommen pauschalisierten) ‚Säugetieren‘ unausweichlich, soziale und kulturelle Faktoren (z.B. Stress, der auch zu höherer Aggressivität führen kann) bleiben unerwähnt.

Beim Mädchenblog ist von der Entwicklung eines risikoarmen Trisomie 21 Bluttest für die Schwangerschaft zu lesen, ebenso von der Kritik daran. Die Mädchenmannschaft berichtet davon, dass die jahrelange Panik um vermeintliche weibliche ‚Gebärstreiks‚ auf fehlerhaften Zahlen basiert (die den männlichen Part ja meist sowieso komplett ausklammern – nie ist etwa von ‚1,6 Kindern pro Mann‘ die Rede). Und in der taz ist von den Problemen einer arbeitssuchenden alleinerziehenden Mutter zu lesen.

Im Missy-Gastblog fordert Maria Wersig unter anderem, dass in Deutschland künstliche Befruchtung allen Frauen offenstehen sollte – nicht nur denen, die in heterosexuellen Beziehungen leben. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der jüngten Entscheidung des Verfassungsgerichts zu Partnermonaten beim Elterngeld. In ihrem eigenen Blog hat sie sich zudem mit einem weiteren BGH-Urteil zu Kinderbetreuung und Unterhalt beschäftigt.

Noch zwei Call for Paper für Akademiker_innen zu Mutterschaft und Ökonomie bzw. Aktivismus bei der motherhoodinitative. Ausserdem zwei Termine für Berliner_innen: Am 19.09. findet die Veranstaltung Ökonomien der Bevölkerung: Familienpolitik entlarven statt. Und am 03.10. gibt es eine Diskussion zu Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk.

Der Vollständigkeit halber noch Links zu zwei bereits erwähnten lesenswerten Jungle World-Artikel zu Elternschaft in der Linken: Die Antwort ist 27 und Die linke Brut.

2 Kommentare leave one →
  1. September 14, 2011 4:26 pm

    Das Foto ist genial!

  2. constanze permalink
    September 14, 2011 5:13 pm

    tolles foto! tolle linksammlung!

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