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Ästhetik versus Theorie: von Maschinen und Tieren

September 2, 2011

Über feministische Kunst bloggen (inklusive vieler Bilder) unter anderem The Daily Beast ebenso wie Bluemilk. Letztere berichtet auch von der US-amerikanischen Künstlerin Hunter Clarke. Sie malt tolle Bilder wie dieses hier:

Hunter Clarke: Bestiary 8

Die Intention ihrer Arbeit beschreibt sie als Auseinandersetzung mit der Trennung von Kultur versus Natur, also quasi Gender und Sex. Sie meint, dass wir uns zu sehr als geistige und soziale Individuen betrachten und darüber das Tierische und Körperliche unserer Existenz verleugnen: „Each piece alludes, directly or indirectly, to the disconnect between our cultured, social selves and our flesh and blood status as animals.  We think ourselves apart, but the physical realities of life – sex, eating, bearing children, dying – ground us, reminding us of our feral, sensual nature. To this end, my work often involves beasts of prey; predators tell that the story of our omnivorous and maternal instincts.“

Ihre Gemälde gefallen mir sehr – dieses theoretische Statement ist für meinen Geschmack aber etwas zu nah an traditionellen Vorstellungen von Natur versus Kultur – und der Gleichsetzung von Weiblichkeit und Mutterschaft mit, well, the usual: Natur, Körper, Tier, Sex, etc. Und auch bei Worten wie ‚Mutterinstinkt‘ würde ich für eine möglichst vorsichtige Verwendung plädieren. Oder sind Clarkes Bilder doch eher gerade eine subversive Aneignung all dieser Zuschreibungen? I don’t know. Aber Werke sind ja heutzutage sowieso eher unabhängig von den Intentionen der Künstler_innen zu betrachten…

Auf konzeptioneller Ebene bevorzuge ich dann doch die Menstruations-Maschine der japanisch-britischen Künstlerin Sputniko!, durch die auch nicht-menstruierende Personen in den Genuß dieses Zustands kommen können. Vor allem mag ich daran, dass diese sich dabei an der Figur des Cyborgs orientiert. Damit hat Donna Haraway versucht, Kultur und Natur gerade nicht als Gegensatzpaar zu denken und die Verschränkung von Mensch und Maschine bzw. die Verwobenheit von Organischem und Technischem (und, vor allem in den späteren Texten: Tierischem) zu entwerfen. (Und eigentlich könnte man auch Clarkes Bilder genau unter diesem Blickwinkel interpretieren.)

Ich zeige die Sputniko! Bilder trotzdem nicht, weil sie nicht zu dem obigen Gemälde passen, das ich im Zweifelsfall hübscher finde (zudem sehe ich ungern Blut) – sie sind aber z.B. hier anzuschauen. Zudem gibts ja unten das Video. Die Idee jedenfalls wäre durchaus noch  um eine Schwangerschafts- und Geburtsmaschine erweiterbar!

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