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Kommt der Aufstand?

August 14, 2011

Wegen der aktuellen Situation mit Krise, Aufständen und Demonstrationen ein bisschen Agitationsfolklore bzw. Revolutionsromantik:

„Für eine vierte Welle des Feminismus, die den Antibiologismus der dritten Welle (nach ’89) mit der Radikalität der zweiten Welle (nach ’68) verbindet! … es geht um einen Systemwechsel, der diesen Namen verdient.“ (Flyer Slutwalk Berlin, 13.08.2011)

„Unter welchem Blickwinkel man sie auch betrachtet, die Gegenwart ist aussichtslos.“ (S.5) „Es wäre Zeitverschwendung, einzeln aufzuführen, was alles in den betrachteten sozialen Beziehungen im Sterben liegt. Man sagt, dass die Familie wiederkommt, dass die Paarbeziehung wiederkommt. Aber die Familie, die wiederkommt, ist nicht diejenige, die weggegangen war. Ihre Rückkehr ist nur eine Vertiefung der herrschenden Trennung, über die hinwegzutäuschen sie hilft, wodurch die selber zu einer Täuschung wird. (…) In Wirklichkeit ist der Zerfall aller sozialen Formen eine einmalige Gelegenheit. Es ist für uns die ideale Voraussetzung für ein wildes, massenhaftes Experimentieren mit neuen Zusammenstellungen, neuen Formen der Treue. Der berühmte ‚Rückzug von den elterlichen Pflichten‘ erfordert von uns eine Konfrontation mit der Welt, die in uns eine frühreife Klarsicht erzwungen hat und einige schöne Revolten verkündet. Im Tod des Paares sehen wir aufregende Formen kollektiver Affektivität entstehen, jetzt, wo Sex völlig abgenutzt ist, wo Männlichkeit und Weiblichkeit alte, mottenzerfressene Kostüme anhaben (…). Was es an Bedingungslosem in den Verwandtschaftsverhältnissen gibt, beabsichtigen wir durchaus zum Gerüst einer politischen Solidarität zu machen.“  (S. 21-25) (Unsichtbares Komitee. (2010). Der kommende Aufstand. Hamburg: Verlag Lutz Schulenburg.)

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  1. August 15, 2011 1:08 pm

    Einen weiteren Schritt der Umpositionierung der Gesellschaft (hier bezüglich dem auf allgemeinen Plätzen des Austauschs sozial kommuniziertem Genderverständnis) könnte in der jetzigen bzw. näheren Zeit anstehen. Wenn dieser Schritt der gesellschaftlichen Situation entspricht, wird er als Teil der Metastruktur „Veränderung“ die Grundstrukturen umstrukturieren.
    Ich würde mir wünschen, es würde weiter in Richtung Gender-Gelassenheit und weniger starren Grenzen für die Selbst-, Gruppen- und Gesellschaftsdefinition gehen. Aber das wäre fast schon revolutionär.

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