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And the looser is: Germany

Juli 29, 2011

… und zwar nach der neuesten Geburtenstatistik der EU-Länder. So teilte etwa das Handelslatt gestern mit: „Weiterhin bekommen die Einwohner in keinem EU-Land im Verhältnis so wenige Kinder wie in Deutschland. Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland 8,3 Geburten auf 1000 Einwohner, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte.“

Ein Artikel von Lisa Erdmann im Spiegel betreibt Ursachenforschung und kritisiert dabei vor allem die individuelle Förderung von Eltern mittels Geld in der Familienpolitik. „Damit ändert sich aber nichts am drängendsten Problem: der Betreuung. Zwar haben alle Kinder ab 2013 von ihrem ersten Geburtstag an einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Ob das Ziel jedoch angesichts des schleppenden Ausbautempos vor allem im Westen Deutschlands noch erreicht werden kann, ist zumindest fraglich. Doch selbst wenn das klappen sollte, bleibt ein weiteres großes Problem: die Öffnungszeiten von Kitas und Horten. Vor 8 Uhr und nach 16 oder spätestens 17 Uhr geht nur in den seltensten Fällen noch etwas.“

Hinzugefügt könnte werden, dass die bisherige individuelle finanzielle Unterstützung via Elterngeld ja sowieso vor allem auf gutverdienende Personen zielte. Bislang förderte die deutsche Familienpolitik in erster Linie die traditionelle Kleinfamilie mit mittleren bis hohem Einkommen. Eltern und Kinder, die nicht diesem Schema entsprachen – gleichgeschlechtlich lebende Eltern, Eltern und Kinder ohne sicheren Aufenthaltsstatus, Trangsgender-Eltern, Familien mit so genanntem ‚Migrationshintergrund‘, Alleinerziehende und Eltern der unterem Einkommensschichten oder auf Hartz IV – wurden schon lange systematisch diskriminiert.

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3 Kommentare leave one →
  1. Trip permalink
    Juli 29, 2011 10:46 am

    Was mich immer wieder fasziniert ist, dass diese Tatsache als negativ hingestellt wird. Bei beinahe 7 Milliarden Menschen auf der Welt (voraussichtliches Erreichen dieser Marke am 31.10.2011) halte ich das für einen Segen. Deutschland sollte hier eigentlich als Vorbild gelten.

    Gruß,
    Trip

  2. Juli 29, 2011 11:36 am

    Hallo Trip – ja, verstehe deine Bedenken gut. Problematisch finde ich an diesen ländervergleichenden Statistiken auch, dass sie natürlich eine stark nationalstaatliche Agenda haben und sich ja sehr gut als schöne alte nationale Biopolitik lesen lassen. Und diese Über- und Unterbevölkerungsdebatte ist ja auch latent rassistisch: Als „überbevölkert“ gelten ja vor allem Länder, in denen als ‚Schwarz‘ bzw. ‚anders‘ klassifizierte Menschen leben, während Länder mit mehrheitlich ‚Weißer‘ Bevölkerung bedroht erscheinen. Nun ja.
    Trotzdem finde ich aber wichtig auf Ungerechtigkeiten, Diskriminierung und Ausgrenzungen in der deutschen Familienpolitik aufmerksam zu machen. Grüsse

  3. Trip permalink
    Juli 31, 2011 12:54 pm

    Hi.
    Absolut. Darauf sollte immer wieder hingewiesen werden.

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