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Sex und Streit

Juli 16, 2011

Im US-amerikanischen Kontext gab es Streit um einen Text der Schriftstellerin und Feministin Erica Jong, Autorin des 1973 erschienenen Buches Angst vorm Fliegen, einem ‚Klassiker weiblicher Erotik‘. In dem Beitrag der New York Times fragt sie nun Is Sex Passé? Darin beschreibt Jong vor allem ihr Erstaunen über die jüngere Generation von Frauen (Jong selbst ist Jahrgang 1942), die ihrer Wahrnehmung nach kein wirkliches Interesse an sexueller Erfüllung habe. „We idealized open marriage; our daughters are back to idealizing monogamy.“ (Der Vollständigkeit halber: wenn Jong hier von Sexualität schreibt, meint sie immer Heterosexualität.)

Den Zorn vieler Mütter bzw. Eltern hat ihr aber insbesondere diese Passage eingebracht, in der sie heutige konservative Einstellungen folgendermaßen charakterisiert: „Sex for women is dangerous. (…). Better to soul cycle and write cookbooks. Better to give up men and sleep with one’s children. Better to wear one’s baby in a man-distancing sling and breast-feed at all hours so your mate knows your breasts don’t belong to him. Our current orgy of multiple maternity does indeed leave little room for sexuality. With children in your bed, is there any space for sexual passion?“

Momentan gibt es fast 200 teilweise sehr lange Kommentare zu ihrem Artikel, die unter anderem die Überbewertung von Sex oder Jongs heteronormative Einstellung beklagen, die Ehe verteidigen, anmerken, dass sie trotz Elternschaft weiterhin Sex hätten – oder Jong manchmal auch Recht geben.

Margot Magowan fragt in ihrem Blog ReelGirl dann auch in Bezug auf Gongs Artikel Is Sex to messy for moms?  Ihre eigene Diagnose zum Bewusstseinszustand der von Jong beschriebenen amerikanischen Frauengeneration: „For women after Erica’s generation– I’m 42, Gen X– being single and sleeping around was pretty safe and normal, thanks to a lot of taboo busting by her’s. At least if you lived in New York or San Francisco and carried condoms. It wasn’t radical to be promiscuous, it was expected. Picking just one guy to love and lust for, committing to him, having a baby with him– that is fucking terrifying. But I don’t think that’s because it’s a novelty. I think it’s because our generation, and those after us, see marriage more clearly for what is: high-risk behavior.“

Auch Bluemilk ist auf die Debatte eingegangen und kritisert Jongs Thesen als zu einseitig. Sie verweist auf eigene Auseinandersetzungen um Thema Sex und Elternschaft (u.a. hier) und schließt mit den Worten: „For the record, I’m perfectly capable of being obsessed by both sex and motherhood, thank you very much.“

 

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