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Linksammlung: Arbeitsmarkt, Männerquote und Kinderbücher

Juli 4, 2011

Bei der Mädchenmannschaft schreibt Adele von Muttiblog unter dem Titel ‚Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre‘ über ihre Erfahrungen mit der sogenannten Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter. Eines ihrer Fazits zu Frauenquote und Kinderbetreuungsplätzen: „Klingt erstmal toll und modern. Allerdings merkt man an den Maßnahmen sehr deutlich, wer sich das ausgedacht hat: weiße verheiratete Männer Mitte 50 mit durch­schnittlich 2.1 Kindern, die davon ausgehen, dass Frauen diejenigen sind, die Familie und Beruf vereinbaren müssen.“

Dieser Unterschied zwischen Reden und Handeln schaffte es sogar in die internationale Presse. Denn über nicht-vorhandene Gleichberechtigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt erschien auch ein interessanter Artikel in der New York Times: ‚Women Nudged Out of German Workforce‚. Ein Ausschnitt: „Few women return to full-time work after becoming mothers, encouraged to stay home by the country’s tax law and education system. (…) when it comes to empowering women, no Teutonic drive or deference seems to work — even under one of the world’s most powerful women, Chancellor Angela Merkel. Many leaders in business and politics profess to want to employ and promote women. But a decade of earnest vows from the corporate sector has not dented male-dominated Deutschland AG.“

Passend dazu hat der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV)  zehn Forderungen für einen geschlechtergerechten Arbeitsmarkt erstellt. Dazu gehört unter anderem eine ‚Männerquote‘ (hübsche Umformulierung) von 50 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte, eine verpflichtende paritätische Aufteilung der Elternzeit und die Abschaffung des Ehegattensplittings. Ein Positionspapier dazu kann als pdf herunter geladen werden. (Link gefunden bei der Mädchenmannschaft)

DieStandard berichtet von der jüngsten österreichischen Arbeitsmarktstatistik: Die männliche Arbeitslosigkeit sinkt, während die der Frauen, MigrantInnen und älteren Personen erneut steigt.

Ebenfalls bei der Mädchenmannschaft fragt sich Nadine, warum Homosexualität in vielen gut meinenden Aufklärungskampagnen eigentlich immer nur als ‚Abweichung‘ und ‚Ausnahme‘ dargestellt wird:  „Wann werden Kinder endlich über Heterosexualität aufgeklärt statt beigebracht zu bekommen, dass ‚Anders-Sein‘ irgendwie auch voll okay ist?“

Glücklichscheitern hat mal wieder einige sehr unterhaltsame und lesenswerte Texte geschrieben: über doofe Ratschläge an junge Mütter, über ihr bisheriges Leben mit Kind (‚Bergfest‚) und über Bascha Mikas Buch ‚Die Feigheit der Frauen‘.

Der Blog von Mama007 berichtet unter anderem von ‚Engendering‚ bzw. offensiven Gendering im Kindergarten.

Die Podruga beschreibt äußerst anschaulich, was passieren kann, wenn eine Frau für Kinder auf ‚Karriere‘ – beziehungsweise auf Erwerbstätigkeit überhaupt – verzichtet. Leider kein Einzelfall, voll das Leben, eben.

In der taz gab es ein Streitgespräch zur Präimplantationsdiagnostik (PID): „Katrin Göring-Eckardt (Grüne) lehnt die Präimplantationsdiagnostik strikt ab. Karl Lauterbach (SPD) will die PID in Ausnahmefällen erlauben.“ Auch der Mädchenblog schreibt über das Gespräch und vergleicht einige Argumente mit denen der Abtreibungsdebatte.

Bluemilk thematisiert den Zusammenhang von Klassismus und Mutterschaft. Wer als ‚gute Mutter‘ angesehen wird, hängt nicht nur von den ‚richtigen Gefühlen‘ ab, sondern von dem ‚richtigen‘ Zurschaustellen der Gefühle – und das wiederum vom Geld. Der Blog geht dabei vor allem auf ein bald veröffentlichtes Paper von Susan Goodwin und Kate Huppatz zur gesellschaftlichen Wahrnehmung verschiedener ‚Muttertypen‘ ein: „Devalued mothers are seen as slothful, lazy and lacking in taste, rather than simply poor. In turn, hypervalued mothers, like celebrity mothers, are seen as assiduous, restrained and tasteful, rather than simply rich. In this way, economic inequalities between mothers are concealed and new ways of regulating women, as mother, have emerged.“

Anja Maier schreibt in ihrer Kolumne bei der sonntaz über arbeitende Mütter, Babymassagen und ‚Stillrobben im Wartezimmer‚ (gefunden auf dem Väterblog).

Bei Spark erschien ein Text zur Sexualisierung junger Mädchen in Medien von Christin Bowman:Sexual Empowerment? Or Just a New Way to Sexualize Women?‚ Sie meint letzteres und schließt folgender Maßen: „Real sexual empowerment isn’t about what you look like. (…)  It’s about having fun in your body and loving your body and really feeling your body. When the media can figure out how to show us this kind of healthy female sexuality, I’ll be glad to call it sexual empowerment too.“

Als Antwort auf den Rassismus in Kinderbüchern plädiert Noah Sow für einen ‚Generationenvertrag für People of Colour (PoC)-Autor_innen‚, nach dem jede_r dieser Autor_innen in ihrer Laufbahn mindestens ein Kinderbuch schreiben soll (Link von der Mädchenmannschaft).

Um einen kritischen Blick auf Kinderbücher geht es auch in zwei Podcasts von heiter scheitern. Unter dem Titel ‚homophob über die blümchenwiese‘ ist hier unter anderem folgendes zu hören: „Wir konstatieren nahezu sofort ein heiteres Scheitern, im Zuge dessen wir unsere Ansprüche um einen Großteil zusammenschrauben um uns Haare raufend jeglichen popkulturellen Schrott anzutun. Nein, so einfach machen wir es uns und unserem Kind nicht. Also kritisieren und erklären wir, erleiden, suchen nach Alternativen, finden Ausnahmen und kontextualisieren fleißig vor uns hin.“

Immerhin eine Art erster Schritt erfolgte in der Diskussion um die schlechte Arbeitssituation von Hebammen in Deutschland: Das Bundesgesundheitsministerium hat Anfang Juni den Auftrag für ein Gutachten zur Versorgungs- und Vergütungssituation in der außerklinischen Hebammenhilfe vergeben. Hier die kurze Pressemitteilung.

Empfohlen sei das neu gegründete, bald erscheinende (und sich bislang eher durch Berliner Parties einen Ruf gemacht habende) Make out Magazine (Mom) mit dem schönen Slogan: „Listen to your MOM!“

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