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Kaiserschnitt versus ’natürliche‘ Geburt

Juni 9, 2011

Schon länger habe ich das Thema ‚Kaiserschnitt‘ im Kopf, schließlich erfolgen in Deutschland ein Drittel aller Geburten durch einen solchen. Irgendwie habe ich mir aber immer noch keine endgültige Meinung bilden können, weswegen ich nun einfach mal einige Texte verlinke, die ich gefunden habe und über die ich nachdenke:

Die New York Times stellt eine im April 2011 veröffentlichte Studie von J.C. Glantz vor, die auf Daten von mehreren US-amerikanischen Geburtskliniken basiert: demnach macht es überraschender Weise keinen Unterschied für den postnatalen Zustand des Kindes, ob das Krankenhaus eine hohe oder eine niedrige Rate von eingeleiteten Geburten und Kaiserschnitten aufweist. Daraus wird geschlossen, dass die generalisierte Anwendung von Routine-Prozeduren – egal in welche Richtung – im Durchschnitt keinen großen Effekt auf die Gesundheit des Kindes hat. (Als Argument für Kaiserschnitte wird ja manchmal angeführt, dass er allgemein, nicht nur in Einzelfällen, Vorteile für das Kind bringen könnte.) Leider wurde in der Studie aber nur der Zustand des Kindes, nicht der der Frau untersucht.

Um diesen geht es dagegen auch in einem Artikel der taz von Simone Schmollack aus dem letzten Jahr. Dort behandelt sie relativ differenziert den rapiden Anstieg an Kaiserschnitten in den letzten Jahren – die besseren Verdienstmöglichkeiten von Krankenhäusern und die Risikominimierung von Mediziner_innen werden ebenso thematisiert, wie der oft informierte und reflektierte Wunsch vieler Frauen danach. Auch der unsägliche Mythos wird angesprochen, ein Kaiserschnitt erschwere die ’natürliche‘ Mutter-Kind-Bindung (jaja, ‚die Hormone‘ mal wieder…).

Inhaltlich hat mich allerdings ein Satz im Artikel etwas irritiert: „Würde man verfahren wie vor vierzig Jahren, als die Natur Vorrang hatte, gäbe es eine Mütter- und Kindersterblichkeit wie im 19. Jahrhundert.“ Hä? Also erstens hatte ‚die Natur‘ auch vor vierzig Jahren in der Geburtshilfe keineswegs Vorrang, vielmehr war gerade in dieser Zeit besonders viel Medikation und Technisierung (ohne viel Mitspracherecht der betroffenen Frauen) am Start, was deswegen in den 1970ern und 80ern auch ein wichtiges Thema der Frauenbewegung war. Und zweitens ist die Mütter- und Kindersterblichkeit seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert – auch durch die moderne Medizin – in westlichen Ländern kontinuierlich und ganz erheblich gesunken. Naja, wie auch immer. Abgesehen davon endet der Text mit dem äußerst zustimmenswerten und in dieser Debatte niemals zu vergessenden Satz: „Es zählt die Selbstbestimmung der Frau.“

Interessant sind auch einige Kommentare zum Artikel, in denen etwa darauf hingewiesen wird, dass die reflexartige Ablehnung des Kaiserschnitts wohl etwas voreilig sein kann: auch ’natürliche‘ Geburten könnten äußerst komplikationsreich sein, die ‚Natur‘ bedeutet schließlich nicht nur Leben und Gesundheit, auch Krankheit, Schmerz und Tod sind ’natürlich‘. Ebenso sei die alte Gegenüberstellung ‚weibliche‘ Hebammen versus ‚männliche‘ Mediziner heute aus vielen Gründen nicht wirklich aufrecht zu erhalten; einer davon: mittlerweile besteht über die Hälfte aller Gynäkolog_innen aus Frauen.

Zum Schluss verweise ich noch auf die Pro-Kontra-Kaiserschnitt-Debatte im Forum der Emma, in der Kritikerinnen ebenso zu Wort kommen, wie einige Frauen, die sich für einen Kaiserschnitt entschieden. Eine der Letztgenannten berichtete etwa, sie habe sich danach oft als „Versagerin“ gefühlt, was sie belastender als den Kaiserschnitt selbst empfunden hätte.

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9 Kommentare leave one →
  1. Unsichtbar permalink
    Juni 10, 2011 9:11 am

    Ich finde ja den Begriff der „spontanen Geburt“ schöner. Den haben alle Fachkräfte Hebammen wie Ärztinnen im Zusammenhang mit der Geburt meines Kindes gebraucht. Genauso wie sie den Begriff „normal“ im Zusammenhang mit Schwangerschaft abgelehnt haben. So standen für mich nicht mehr zwei unterschiedliche Methoden gegenüber, sondern eine ganze Palette an Möglichkeiten zur Verfügung um meinem Baby auf die Welt zu helfen.
    Meine Antro-Öko Nachsorgehebamme meinte dann auch zu mir, dass das mit den natürlichen Geburten Quatsch sei, weil der Geburtsmodus und die Art der Unterstützung dabei kulturabhängig sei. Ob ich jetzt Kräutertee trinke oder eine PDA kriege, ein Eingriff in die „Natur“ ist beides, nur das Risiko ist eben unterschiedlich. Erlaubt ist, was hilft.
    Solange Gebärende eine wohl informierte Entscheidung treffen können, finde ich nicht, das mensch dazu unbedingt eine Meinung braucht. Naja, für die eigene Geburt dann schon.

  2. Juni 10, 2011 10:15 am

    Hallo – herzlichen Dank für deinen Kommentar!
    Du hast Recht, wahrscheinlich ist es etwas überzogen, bei dem Thema eine feste Meinung haben zu wollen, so etwas sollte dann wohl echt im Einzelfall entschieden werden. Gute und nicht so wertende Informationen für die verschiedenen Fälle sind halt wichtig.
    Den Begriff ’spontane Geburt‘ finde ich auch gut und Deine Ärztinnen und Hebammen hören sich echt super an! Es gibt ja auch tolle Hebammen – hab bei dem Thema nur manchmal ein Gespräch mit einer mir schon damals eher unsympatischen Hebamme im Kopf. Die hat gegen die spätgebärenden Akademikerinnen, die so verkopft seien, gewettert und quasi gesagt, solche Frauen hätten fast immer ’schlechte‘ Geburten weil sie viel zu kontrolliert seien und keinen Zugang zu ihren Gefühlen und ihrem Körper hätten. Und mir – die sich da irgendwie angespochen gefühlt hat – hat sie geraten, mehr mit den Händen in der Erde zu wühlen und zu gärtnern. Diese Geschichte hab ich manchmal etwas im Hinterkopf, bei dem Thema – wobei das ganz klar ein extremer Einzelfall war und frau sich ja glücklicher Weise Hebammen und Ärzt_innen ziemlich frei aussuchen kann!

  3. Johanna permalink
    Juli 9, 2011 7:01 pm

    Das der Kaiserschnitt keinen Effekt auf die Gesundheit des Kindes (ganz zu Schweigen von der Gesundheit der Frau) hat, stimmt nicht. Dass das Morbiditätsrisiko erheblich mit einer Kaiserschnittgeburt steigt ist schon erwiesen. Gerade was „softe“ Einschränkungen wie bspw. Blockaden und damit verbundene kurze Stillzeit angeht. Oder Lernschwächen.

    Mal davon abgesehen wird oft vergessen, dass der Kaiserschnitt nicht nur die OP an sich bedeutet. Die Frau ist im Normalfall 5 Tage auf der Wochenstation. In der deutschen Durchschnittsklinik (und weiß Gott in der us-amerikanischen, französischen, spanischen usw.) bedeutet das 5 Tage lang den meißt nicht sehr aktuellen „Stillhelferinnen“, Standesbeamten, Babyfotografinnen, Putzfrauen, Kramsauffüllerinnen, Schwestern usw. ausgesetzt zu sein, die da wie im Taubenschlag ein und ausgehen. Ruhe für die Wöchnerin, Genesungszeit geschweige denn Bonding und einen entspannten Stillbeginn hält das nicht bereit. Also Entscheidung für den KS hin oder her – eine informierte Entscheidung kann es in den seltensten Fällen geben. Schon aus dem Grund, weil nicht ausführlich informiert wird. Welches Klinik gibt schon ehrlich zu, dass ihre Wochenstation alles andere als geeignet für die Genesung und das Frühwochenbett nach Kaiserschnitt geeignet sind?

    Und dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Nicht umsonst gibt es immer mehr Frauen, die sich am 2. Tag nach der OP ächzend nach Hause schleppen, weil sie endlich Ruhe brauchen.

  4. franzi permalink
    Juli 9, 2011 8:52 pm

    „Ebenso sei die alte Gegenüberstellung ‘weibliche’ Hebammen versus ‘männliche’ Mediziner heute aus vielen Gründen nicht wirklich aufrecht zu erhalten; einer davon: mittlerweile besteht über die Hälfte aller Gynäkolog_innen aus Frauen.“
    Der Kaiserschnitt wird ja nicht beim Gynäkologen gemacht und im Krankenhaus sind es, glaube ich, immer noch mehr Ärzte als Ärztinnen. Ich habe auch gehört, dass sich die Schmerzen bei Kaiserschnitt auf nach der OP verlagern, wobei mir nicht ganz klar ist, ob man das wirklich vergleichen kann (wenn es sich um Schmerzen handelt, die durch die OP verursacht sind). Auf jeden Fall kommt es wohl vor, dass Frauen nach dem Kaiserschnitt noch Wehen bekommen, weil der Körper noch nicht gemerkt hat, dass das Baby schon draußen ist.

  5. Juli 10, 2011 10:48 pm

    Liebe Johanna und Franzi,
    danke für die Kommentare: ihr habt natürlich beide Recht: ein Kaiserschnitt ist keineswegs unproblematisch.
    An Johanna: es wäre super, wenn Du den Link zu einer Studie bereitstellen könntest, dass das Morbiditätsrisiko erheblich steigt. Denn ‚erwiesen‘ ist ja schon ein starker Begriff und die Studie von J.C. Glantz kommt ja eigentlich zu gegenteiligen Erhebnissen. Zudem stimmt es wahrscheinlich, dass viele Krankenhäuser zu wenig genaue Informationen zum Kaiserschnitt bereit stellen. Allerdings denke ich schon, dass viele Frauen diese Entscheidung – wie ja auch Schmollack schreibt – relativ informiert treffen: sie bekommen diese Informationen dann vielleicht eher aus dem Internet, aus Büchern oder von Bekannten, wobei das natürlich erheblich von Schicht und Bildungshintergrund und so abhängt…
    An Franzi: Ja, das ist ein guter Punkt, dass Gynäkolog_innen meist den Kaiserschnitt nicht selbst ausführen! Ich meinte halt allgemein, dass diese Gegenüberstellung Medizin versus Hebammen aus verschiedenen nicht so ganz hinhaut. Aber die Medizin selbst ist natürlich auch sehr unterschiedlich.
    Liebe Grüsse!

    • HCG permalink
      Oktober 29, 2011 2:13 pm

      hallo ,

      ich möchte mich mit medizinisch und persönlicher sichtweise melden.vorab:
      sorry dass der eintrag so lang geworden ist, ist mein erster versuch und ich bin absoluter blogneuling.
      ich glaube, man kann über dieses thema je nach gesprächspartner endlos diskutieren.
      wichtig ist mir noch zu sagen, dass ich nicht neunmalklug klingeln will, aber vielleicht helfen diese informationen, andere informationen abzuwägen, darum geht es ja , denke ich, bei der ganzen sache, bevor man dann das richtige für sich selbst gefunden hat

      zu franzi:“Der Kaiserschnitt wird ja nicht beim Gynäkologen gemacht und im Krankenhaus sind es, glaube ich, immer noch mehr Ärzte als Ärztinnen.“
      ich bin selbt auf einer gynäkolgischen station tätig und kann dem nur widersprechen, der frauenanteil liegt meiner erfahrung nach , abgesehen von den meist rein männlichen chef und oberärzten, fast immer bei 90%,aktuell betrachte ich gerade 100% frauenanteil bei drei männlichen chefärzten…..
      ich verstehe nicht ganz, warum das ein wichtiger punkt ist, das gynäkologen in der praxis den kaiserschnitt nicht selbst ausführen. jeder gynäkologe in einer praxis muss vorher eine jahrelange facharztausbildung in einem krankenhaus ableisten, hierzu gehört eine mindestanzahl an selbstausgeführten kaiserschnitten wie auch spontangeburten. jeder gynäkologe hat also eine meinung über kaiserschnitt, die auch durch seine jeweiligen erfahrungen damit im krankenhaus und die entsprechende politik im jeweiligem hause beeinflusst ist. hierbei spielt das geschlecht des arztes eine sehr geringe rolle als vielmehr leitlinien, neue forschungsergebnisse etc. und wie bei jeder op macht es sinn, den eingriff von jemanden machen zu lassen, der die größte routine dabei hat, deswegen würde ich es auch vorziehen, wenn mich mein gynäkologe im falle eines kaiserschnitts dann in ein krankenhaus überweist und dort ein arzt mit täglicher routine das kind holt- ich zur nachsorge dann wieder bei meinem gynäkologen in der praxis bin, der mich kennt.

      aus dem mir sich bietenden medizinischen alltag:
      geht es nicht um das kindliche wohl, das evtl den kaiserschnitt nötig oder ratsam macht,ist das risiko für die mutter entscheidend. die muttersterblichkeit ist sehr gering,aber ein kaiserschnitt hat im vergleich zur spontangeburt ein erhöhtes risiko der mutter für morbidität und mortalität, da es ein operativer eingriff ist ( jede op hat risiken). aus persönlicher erfahrung kann ich nur sagen, dass dem wunsch der frau entsprochen wird.mir istaber klar, dass man da unterschiedliche erfahrungen machen kann.
      ist eine spontangeburt gewünscht, wird versucht, diese zu ermöglichen, d.h. auch bei problemen wird nicht sofort der kaiserschnitt eingeleitet. wird ein kaiserschnitt gewünscht, wird versucht, die gründe hierfür zu erfahren, es muss auf die risiken verwiesen werden, wie bei jeder op – die frau entscheidet. dass ärzte oder entsprechendes personal ängste schüren, richtungen weisen und beeinflussen können, ist mir klar.

      mein nicht medizinischer alltag:
      ich selbst habe noch keine kinder und bin mir auch noch unsicher, wie ich sie bekommen möchte. ich kenne weibliche frauenärzte, die einerseits ihre kinder per spontangeburt zur welt bringen und sich andererseits zum kaiserschnitt entscheiden. dies erwähne ich, weil es wirklich eine sehr persönliche entscheidung ist und wohl auch bleiben wird. ich habe auch keine lust auf dammrisse und drohende inkontinenz, der riss kann aber genäht werden und verheilt, die inkontinenz ist extrem selten nach vaginalen entbindungen. eine gesunde frau kann nach kaiserschnitt in der regel das nächste kind vaginal gebären, trotzdem mache ich mir gedanken, ob ich mich zum kaiserschnitt entscheiden werde,weil z.b. ein geringes risiko besteht, dass die narbe in der gebärmutter vielleicht für die nächste schwangerschaft ein problem darstellt, oder es zu nahtproblemen kommt…..
      es gibt glaube ich kein richtig, dazu gehört auch, sich einen frauenarzt und eine hebamme zu suchen, die man alles fragen kann, mit denen man eventuell unterschiedliche meinungen diskutieren kann , sich eventuell von ihnen beeinflussen lässt und dabei ein gutes gefühl hat oder ein schlechtes gefühl bekommt und sich jemand anderes sucht. das ist so bei jedem anderen arzt auch. die eine hebamme erzält einem was über kulturelle unterschiede, die andere rät einem, die hände in die erde zu stecken-beides wird bei einer schwangeren ankommen, bei der anderen nicht.
      vielleicht ist es interessant, dass auch ich mich , obwohl ich den medizinischen alltag gerade mitbekomme, sehr unsicher als frau mit künftigem kinderwunsch in diesem bereich fühle. bisher kann ich die vermeintliche schönheit einer vaginalen spontangeburt noch nicht ganz nachvollziehen, bei einem kaiserschnitt hätte ich aber bisher noch die sorge, etwas zu verpassen,wobei ich mir hierbei wirklich nicht sicher bin, ob das nicht das gesellschaftliche gefühl von „es muss wehtun damit es sich lohnt“ ist.
      bei beidem hätte ich angst vor komplikationen, je nach geburtsweg.

      noch zu franzi:
      „Ich habe auch gehört, dass sich die Schmerzen bei Kaiserschnitt auf nach der OP verlagern, wobei mir nicht ganz klar ist, ob man das wirklich vergleichen kann (wenn es sich um Schmerzen handelt, die durch die OP verursacht sind). Auf jeden Fall kommt es wohl vor, dass Frauen nach dem Kaiserschnitt noch Wehen bekommen, weil der Körper noch nicht gemerkt hat, dass das Baby schon draußen ist.“
      ich tue mich mit der körperlichen begründung etwas schwer.. was man beobachten kann, ist, dass die gebärmutter sich nach der geburt, egal ob mit oder ohne kaiserschnitt, kontrahiert, dass muss sie, um die blutung zu stoppen und das kann sie nur angemessen, wenn der mutterkuchen und das kind draußen sind. der körper muss also merken, dass das baby schon draußen ist- was er in beiden fällen sicherlich tut, weil eben die teile fehlen und das restgewebe mit den zellen und den entsprechenden zellprodukten und botenstoffen darauf reagiert und die information an den ganzen körper weiterleitet. außerdem wird der frau nach dem kaiserschnitt oxytocin gegeben, das bewirkt die kontraktion der gebärmutter nachdem man den mutterkuchen entfernt hat. bei der vaginalen entbindung gibt man das übrigens nach der kindsgeburt auch, um die nachgeburt, also den mutterkuchen, schneller und vollständig zu lösen. in beiden fällen hat die gebärmutter kein kind und keinen mutterkuchen mehr, physiologisch fängt sie an, sich zusammenzuziehen, verstärkt wird das durch die oxytocingabe. beim stillen wird oxytocin vom körper ausgeschüttet, dabei wird die gebärmutter weiter stimuliert, sich zu verkleinern. nachwehen können dadurch spürbar sein, egal ob kaiserschnitt oder vaginale entbindung.durch die prozesse nach der geburt in der gebärmutter, also die schleimhautveränderungen, muskelverkleinerungen und den gewebsabbau kann es zu spürbaren nachwehen kommen, das ist physiologisch und macht keinen unterschied zwischen den geburtsarten.
      was ich beobachten kann, ist das jede frau anders ist vor , während und nach der schwangerschaft, manche gebären schnell, langsam , laut , leise, manchmal reißt überhaupt nichts, manchmal reißt ein wenig,selten reißt viel, dann wirds genäht. vaginale entbindung bedeutet auch schmerzen nach der geburt, das ist ja alles ganz schön beansprucht, auch da reagiert jede frau sehr unterschiedlich. die wunde vom kaiserschnitt ist ca. 10-15 cm lang, tut einigen noch weh, manchen schnell nicht mehr- sicherlich sind diese schmerzen nicht mit geburtsschmerz zu vergleichen.

      .

  6. susanne permalink
    Oktober 12, 2011 1:06 pm

    die geburtshelferInnen sind (auch) getrieben : vielfach durch überarbeitung, ständig durch drohende beschwerden und prozesse, oft von angst, immer häufiger durch unerfahrenheit, immer schon von machtdenken……und wie in jedem anderen beruf gibt es auch hier gute und schlechte handwerkerInnen. gebären berührt unseren körper und unsere seele, wir können daran wachsen oder verletzt werden, uns schämen oder öffnen, manchmal erfahren wir liebe und oft gewalt. das leben ist ein abenteuer, es ist irreführung, wenn die geburtshelferInnen den frauen den kaiserschnitt als besser, einfacher, risikoärmer als die spontangeburt verkaufen! es schlichtweg gelogen! kaiserschnitt ist die bessere lösung in speziellen fällen und nicht die norm! im übrigen sind die hebammen nicht immer die „guten“ und „pro natürliche geburt“ und ärztInnen nicht immer die „bösen“ und „pro interventionsreiche geburt“).
    ich als hebamme bin zufrieden, wenn mutter und kind die geburt unverletzt an körper und seele überstehen, gestärkt herausgehen aus dem erlebten und bei bedarf weiterbetreut werden zur heilung.
    mein job ist die professionelle „begleitung“ – selten die „rettung“ – niemals die „entbindung“!!!!! liebe grüsse! susanne

  7. November 13, 2014 12:13 am

    Meine Meinnung was das Medizinische angeht ist die, das diese noch immer stark in männlicher Hand liegt. Auch wenn inzwischen mehr weibliche Mediziner praktizieren. Gelernt wird bei einer männergesteuerten Medizin. Und ich vertraue da lieber auf die eigenen Erfahrungen von Ärzten. Ich habe selbst beim Frauenarzt mit Ärztinnen unheimliche Begegnungen gehabt, sehr männliche… Op, Rausschneiden, Chemie etc. das sind so die empfohlenen Mittel bei Problemen. Eine weibliche Sicht der Dinge, die vor allem auch auf Erfahrungen basiert ist schwer zu finden und wahrscheinlich am ehesten noch bei den Hebammen. Ich denke da werden gute Wege gegangen aber es dauert noch seine Zeit bis das überall angekommen ist.

    Und abgesehen davon ist und bliebt ein Kaiserschnitt eine Op, wie oben schon gesagt wurde. Ich kann mir sehr gut vorstellen das dadurch biologische Prozesse die auch das Mieteinander beeienflussen gestört werden können. Wie ist das denn mit Hormonausschüttungen z.B. die während einer Geburt passieren aber nicht oder nur gering bei einem Kaiserschnitt? Oder ist das Thema Stillen in diesem Zusammenahng schon mal untersucht wurden? Ebenso wird auch das Imunsystem des Babys stark beeinflußt durch die Geburtsart, wobei ein Kaiserschnitt ja gar keine Geburt ist.
    Wie sieht es aus mit dem Thema frühes Trauma? Bewegungsentwicklung? Schreibabys? Ich denke da gibt es noch genug Gebiete wo man nicht genau weiß wie sich was auswirkt.

    Mich entsetzt der legere Umgang mit dem Kaiserschnit extrem. Ich würde sagen in meinem Bekanntenkreis hatten über 50% der Schwangeren einen Kaiserschnitt. Oft hatte ich das Gefühl das es an der Eile im Krankenhaus lag und auch an der Vorbereitung, die wenn Sie nur medizinisch stattfindet oft zu verkrampften Frauen führt. Ich kenne allerdings auch 4 Hausgeburten, da bin ich dann frau das es doch ein paar Frauen wagen so sehr in die Selbstbestimmung zu gehen. Aber wir haben auch einige Geburtshäuser hier, wo viel mehr Ruhe und Entspannung für die Frauen drin ist – ich finde ein Krankenhaus ist selten der richtige Ort um ein Baby auf die Welt zu bringen, auch wenn da schon viel passiert ist in der Kreissaalgestaltung. Die Atmosphäre ist ganz anders. Und eine Geburt hat nun mal nichts mit Krankheit zu tun, ich denke so was wirkt sich schon aus auf die Gebärende.

    • November 13, 2014 12:17 am

      Ps.: die Frauen mit Kaiserschnitt die ich kenne hatten erheblich mehr Probleme sich grade die ersten 2 Wochen gut um das Kind kümmern zu können. Geschweige denn die Narbenbildung und die Verwachsungen die auftreten können und zu Folgeschäden führen können.

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