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‚Staatlich verordnete Kinderlosigkeit‘ für gleichgeschlechtlich lebende Paare

Mai 12, 2011

Wie auch die Mädchenmannschaft  berichtet, möchte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ungewollt kinderlose Paare besser unterstützen und dafür finanzielle Mittel bei der künstlichen Befruchtung aufstocken und das Adoptionsrecht reformieren. Dies gilt jedoch keineswegs für alle Paare mit Kinderwunsch – in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebende Personen mit Kinderwunsch werden nicht berücksichtigt. (Zudem – aber das ist ein anderes Thema – werden in der Gesetzgebung auch ganz allgemein Paare bevorzugt, etwa gegenüber Einzelpersonen mit Kinderwunsch.)

Ein Bericht der taz geht etwa auf das schwierige Verhältnis der Union zur Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare ein und verweist auf die diesbezügliche Antwort des Bundesfamilienministeriums: „Das Ministerium selbst beantwortete die Anfrage nach einem Adoptionsrecht für Homosexuelle mit Verweis auf Artikel 6 Absatz 1 der Europäischen Konvention über die Adoption von Kindern aus dem Jahre 1967 – gegen diese Konvention würde ein mögliches Adoptionsrecht verstoßen. (…) Die Nennung des Abkommens aus dem Jahre 1967 verwundert, da es auf europäischer Ebene inzwischen ein neues Adoptionsabkommen gibt, das vom Deutschen Bundestag allerdings noch nicht ratifiziert wurde. Viele andere europäische Länder haben ein echtes Adoptionsrecht auch für Homosexuelle, zum Beispiel: Spanien, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Norwegen und Andorra. Und auch Schweden, das die Konvention aus 1967 bereits 2002 aufgekündigt hat.“

Wie Julia Seelinger in einem taz-Kommentar schreibt: „Lesben und Schwule sind ungewollt kinderlos, von Staats wegen. Weder bei der künstlichen Befruchtung noch bei der Adoption denkt Kristina Schröder, die sich doch so gern als Freundin der Schwulen und Lesben inszeniert, die Homopolitik mit.“

Als weiteren Lesetipp zum Thema gleichgeschlechtliche Familien sei auf den 2010 erschienenen Sammelband von Dorett Funcke und Petra Thorn verwiesen.

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