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Artikel: ‚Die Nippel der Welt‘

April 30, 2011

Empfehlenswert für all diejenigen Frauen die nicht stillen wollen – oder für diejenigen Frauen, die gerne stillen aber all die damit einhergehenden Theorien mit Argwohn betrachten – ist ein höchst polemischer und amüsanter Artikel von Susanne Frömel aus dem SZ-Magazin. Er trägt den bezeichnenden Titel „Die Nippel der Welt“ und geht der Frage nach, wie aus der scheinbar alltäglichen Praktik des Stillens ein „Religionsersatz“ werden konnte.

Die Autorin besucht dort die bunte Welt der Still-Vertreterinnen und Still-Gruppen (auch die La Leche Liga) und beleuchtet auch historische und kulturelle Hintergründe. Dabei kommt sie etwa zum Schluss: „Wie es aussieht, war das Stillen immer schon weniger eine Frage der Liebe zum Kind, sondern eher ein Zeitgeistphänomen.“

Auch gesundheitliche Fragen werden gestreift und die Unsicherheit von scheinbar sicheren Wahrheiten betont: „Es gibt keinen Zweifel, dass Stillen für das Kind das Beste ist. Aber es ist möglich, dass die Vorzüge nicht ganz so gravierend sind, wie es die Still-Mafia einen glauben machen will. Ein höherer IQ durch Muttermilch, ein geringeres Risiko für Leukämie, Diabetes oder einen erhöhten Cholesterinspiegel – all das ist, je nachdem, welche Studie man liest, nun ja, unklar. Auch der Schutz vor Allergien, allgemein ein Totschlagargument, ist nicht erwiesen.“

Der sehr lesenswerte Artikel findet sich hier: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31106/1/1

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2 Kommentare leave one →
  1. Butterblume permalink
    Mai 13, 2011 4:55 pm

    interessant sind vor allem die vielen Komentare zu dem, wie ich finde, gutem Artikel. Aber ich glaube das Stillen ist so sehr ideologisch aufgeladen, dass kritische Betrachtungen nicht erwünscht sind. Für wie kritisch frau sich auch immer hält.
    Mir hat sie, mit der ganzen schlechtemgewissenmacherei nach dem abstillen, damals, aus der Seele gesprochen.

    • Mai 15, 2011 5:31 pm

      habe die Kommentare gerade erst gelesen – das ist wirklich interessant. Und: puh, hoch emotional das Ganze, das ist wohl tatsächlich ein Hinweis, wie ideologisch dieses Thema aufgeladen ist. Auch diese ganzen Gegenüberstellungen von Natur/ Ursprung versus Kopfmenschen/ Kultur / Gesellschaft in den Kommentaren fand ich auffallend.
      Wo natürlich einige der KommentatorInnen schon einen Punkt haben, sind die Nazi- und Faschismus- Vergleiche, immer eine schlechte Idee – wobei die Autorin sich im Text allerdings aber auch von diesen Worten distanziert.

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