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Konflikt: Interview mit Elisabeth Badinter zu Mutterschaft

April 28, 2011

Hier ein Interview im Spiegel Online mit der französischen Philosophion Elisabeth Badinter, die mehrere Bücher zu Mutterschaft und Stillen veröffentlicht hat, unter anderem ihr jüngst erschienenes Buch ‚Konflikt.‘ Darin schildert sie den von ihr wahrgenommenen „Rückfall in längst überwundene Zeiten“, bei denen das Kind nun als König fungiert, dem die Frau sich voll zu unterwerfen hat. Sie beschreibt die dahinterstehende Vorstellungen bei vielen Müttern folgendermaßen: „wenn ich mich schon ganz und gar dem Kind widme, dann soll es auch ein möglichst perfektes Kind werden: optimal gefördert, intelligent, ausgeglichen, naturverbunden.“ Dazu gehört auch die Annahme, möglichst lange stillen zu müssen.

Einige kurze Auszüge auf dem Interview:

„SPIEGEL: Was ist so schlimm am Stillen?

Badinter: Überhaupt nichts, aber ich glaube, es gibt kaum eine intimere und persönlichere Entscheidung. Wenn eine Frau das möchte, wunderbar, wenn sie es nicht möchte, auch gut. Das geht Politiker gar nichts an. Frankreich aber hat die Direktiven der Weltgesundheitsorganisation übernommen, die da heißen: Sechs Monate sollte das Kind ausschließlich gestillt werden, nach Möglichkeit dann noch weitere zwölf Monate mit ergänzender Nahrung. Diese Leitlinien sind sinnvoll für Entwicklungsländer, in denen man traurige Erfahrungen mit Milchpulver und verseuchtem Wasser gemacht hat. Warum aber in Gottes Namen muss man sie auch auf Pariserinnen und Berlinerinnen anwenden? Das katapultiert uns zurück in die Zeit unserer Großmütter.

SPIEGEL: Sie empfinden schon die Empfehlung zu stillen als Rückschritt für die Emanzipation der Frau?

Badinter: Noch mal, ich finde es wunderbar, wenn sich eine Frau dafür entscheidet. Aber das sollte freiwillig geschehen. Ich beobachte hier in Frankreich seit einigen Jahren mit großer Sorge eine Bewegung, die ein Zurück zur Natur einfordert und sich dabei als Avantgarde der Moderne empfindet. Frauen sollten ohne Peridural-Anästhesie entbinden, so lange wie möglich bei ihrem Baby bleiben, das ist gut für das Mutter-Kind-Bonding. Sie sollten das Kind stillen, das bewahrt es vor Allergien, Asthma und die Mutter selbst vor Brustkrebs. Sie sollten waschbare Windeln benutzen, das ist besser für die Umwelt. Unsere Umweltministerin hat vor zwei Jahren ernsthaft vorgeschlagen, eine Steuer auf Wegwerfwindeln einzuführen.“

Das ganze Interview findet sich unter: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292,00.html

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