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Call For Paper! Feminismus und Mutterschaft

April 4, 2017

Diese Suche nach Texten zu Mutterschaft ist wichtig – und wurde hier leider viel zu spät veröffentlicht, und zwar, ähm, am Tag der Deadline (Mea Culpa!). Solltet Ihr  eventuell bereits einen passende Texte fertig haben, lohnt es die sicherlich, diesen dort hinzuschicken (muessig@tu-berlin.de). Und solltet Ihr tolle Textideen haben: es ist sicher keine schlechte Idee, eine Email mit Thema, Hinweis auf fuckermothersche Verpeilung und Bitte um Verlängerung der Deadline zu schicken!

Die Zentrale Frauenaufbetragte der Technischen Universität Berlin publiziert zweimal im Jahr das Magazin ‚news –  GENDER | POLITIK | UNIVERSITÄT‘, das sich an alle frauenpolitisch Interessierten der TU richtet.

Jede Ausgabe hat einen eigenen Schwerpunkt – die Ausgabe im Sommersemester 2017 wird sich mit Netzfeminismus auseinandersetzen. Sie soll sich damit beschäftigen, was genau unter Netzfeminismus zu verstehen ist, wie sich Öffentlichkeiten durch das Internet verändern, welche Perspektiven das für feministische Kämpfe bietet und welche Erfahrungen Feministinnen im Netz, z.B. durch Hate Speech, machen.

Wir würden sehr gerne einen Artikel abdrucken, der sich damit beschäftigt, inwiefern das Internet auch Raum für feministische und kritische Analysen von Mutterschaft bietet/erst geschaffen hat. Die Frage wäre, ob sich bestimmte Debatten – z.B. die Debatte um Regretting Motherhood – nur durch das Internet entfalten konnten. Weiter könnte sich der Artikel auch damit beschäftigen, ob Mutter*schaft in (netz-)feministischen Debatten zu wenig mitgedacht wird – weil, wie ihr schreibt, „all die schönen neuen Ansätze des Queer-Feminismus, der Pro-Sex-Bewegung und der Gender Studies eher auf junge beziehungsweise kinderlose Frauen und Individuen abzielen“. Die genaue Ausgestaltung des Artikels überlassen wir gerne der Autor*in.

Nun unsere Anfrage: Habt Ihr Interesse, einen solchen Artikel in der nächsten Ausgabe der news zu veröffentlichen? Der Der Artikel sollte circa 6.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) lang sein. Die Deadline wäre der 04. April 2016.

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Nicht lustig

März 27, 2017

Ein Vater beschrieb in der Nido, eine für ihn wertvolle Bonding-Erfahrung mit seiner  Tochter: gemeinsam lästerten sie über eine ‚Dicke‘. Seine Aussage bekam zu Recht viel Gegenwind, weil ‚Fat-Shaming‘ erstens nicht lustig ist und weil zweitens auch daraus resultierende Bonding-Erfahrungen wohl aus pädadogischer Sicht eher problematisch sind. Die zwei wichtigsten Artikel dazu: 1) Die tolle Rike Drust:

Ich kenn das selber, wie sich das anfühlt, als Kind gesagt zu bekommen, ganz schön „stramme Beine“ zu haben und für diese bestimmte Klamotte viel zu dick ist. Das ist nicht lustig und das kann Selbstbewusstsein und Mut und Zeit nehmen, in der Kinder sich andere, tolle Gedanken machen könnten.

Seinem Kind mit auf den Weg zu geben, dass es eine gute, bindungsfördernde Idee ist, sich auf angeblicher Unfehlbarkeiten Kosten anderer besser zu fühlen, finde ich nicht erstrebenswert. Deshalb heisst es bei uns Zuhause auch „Alle sind, wie sie sind, weil wir wir auch so sein wollen, wie wir sind“ und nicht HAHAHA, lass mal einen Text veröffentlichen, in dem über Dicke gelästert wird, wenn sich jemand aufregt, können wir ja immer noch eine Stellungnahme machen, in der steht, upsi, aber hey, wir sind nicht perfekt. A propos, lasst das nicht den Vater hören, dass ihr nicht perfekt seid, sonst setzt der sich wieder mit seiner Tochter zusammen und die zwei schmeissen die Bindungslästermaschine wieder an.

2) Das Missy Magazine:

Mich erinnerte das Verhalten des Autors an meine eigenen Eltern. Leider. (…) Die Bindung zwischen mir und meinen Eltern festigte das gemeinsame Lästern nicht, das Gegenteil war der Fall. Ehrlich gesagt nervte mich schon damals – da war ich vielleicht 10 oder 11 Jahre alt –, wie fies meine Eltern über Menschen sprachen, die sie überhaupt nicht kannten. Ich war zu diesem Zeitpunkt nämlich selbst von Mobbing in der Schule betroffen: Eine Gruppe Mädchen hatte mich als dumm und hässlich auserkoren und grenzte mich aus, auch mit fiesen Sprüchen über mein Aussehen. Ich war furchtbar unglücklich in dieser Zeit. Ich hatte den Eindruck, dass ich meinen Eltern nicht vertrauen konnte, dass auch sie zu denjenigen gehörten, die sich willkürlich aufgrund von Äußerlichkeiten über andere erheben.

Geburt & Feminismus

März 5, 2017

Selbstbestimmung bei der Geburt wird wieder zu einem wichtigen Thema in feministischen Debatten. Ein Grund dafür ist, dass sich die geburtshilfliche Versorgung in Deutschland stark verschlechtert hat: Personalmangel, immer weniger freiberufliche Hebammen (z.B. hat zwischen 2009 und 2013 jede sechste Hebamme die außerklinische Geburtshilfe aufgegeben), das Schließen von hebammengeleiteten Geburtseinrichtungen und die laufende Krankenhausstrukturreformen sind einige Gründe dafür. Aus diesem Grund hat sich 2015 der Verein ‚Mother-Hood‚ gegründet. Seine Ziele sind,

 dass Frauen und Kinder auch in Zukunft eine unbeschwerte und sichere Schwangerschaft, eine optimal begleitete Geburt und eine gute Betreuung danach erleben können.

Die Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. setzt sich ein für

  • das Recht auf eine stressfreie und gesunde Schwangerschaft,
  • eine sichere und selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes
  • ein gesundes Aufwachsen der Kinder im 1. Lebensjahr

Zum Thema selbstbestimmte Geburt gehört, dass es eben nicht die eine ‚richtige Geburt‘ gibt, die für alle Menschen gelten muss. Das bedeutet auch, die ’natürliche Geburt‘ nicht zu idealisieren – wie es in einigen Debatten immer wieder passiert, in denen die Schulmedizin dann pauschal als ‚das Böse‘ erscheint. Das ist nicht nur wegen des wenig reflektieren Naturbegriffs problematisch, sondern auch wegen des normativen Drucks, der dadurch oft entsteht.

Diesen Druck erwähnt Brigitte Theissl in ihrem Artikel ‚Was Selbstbestimmung bei einer Geburt bedeuten kann‚ auf DieStandard. Dort zitiert sie eine Kerstin Pirker vom Frauengesundheitszentrum Graz sowie die ‚FeministMum‚ Bloggerin Antonia Wenzl:

Ein wichtiges Thema für viele Schwangere ist auch der Druck, der mit dem Wunsch nach einer „natürlichen“ Geburt verbunden ist. Während einige Frauen auf eigenen Wunsch per Kaiserschnitt entbinden wollen, ist der Eingriff für andere mit einem Leistungsanspruch verknüpft. „Ich habe versagt“ hört Pirker immer wieder von Frauen, die ihr Kind nicht vaginal, sondern per Kaiserschnitt entbunden haben. Auch auf Mütter-Blogs und in einschlägigen Foren finden sich unzählige Beiträge zur „natürlichen“ Geburt, die möglichst ohne medizinische Interventionen stattfinden soll. Wer vom eigenen Kaiserschnitt erzählt, wird schnell mit Aussagen wie „Dann hast du dich nicht gut genug vorbereitet“ konfrontiert, erzählt auch Antonia Wenzl.

„Dass Geburt heute Teil eines Leistungsdiskurses ist, ist eigentlich absurd“, sagt die feministische Bloggerin.

Mit einem erweiterten Begriff der Selbstbestimmung beschäftigt sich dagegen das englischsprachige Blog tynanrhea. Es ist angetreten, ganzheitliche gesundheit zu queeren – und dazu gehört auch die Geburtshilfe.

Birth workers and mommy groups are all too often hyper gendered and use language that can make it seem like families only occur in heterosexual nuclear configurations shown on 1950’s ads… or most modern ads. We know better by now, don’t we?

Families have always formed from all sorts of parts! Single-parent families, trans-parent families, extended families, polyamours families, married couples, unwed common-law couples, queer families, straight families, families of colour, interracial families, families formed from friendships, arranged marriages, families within families– with all of this variety, why do we keep using such limited language? Who do we serve by cutting “others” out of the family portrait?

Entsprechend lehnt Tynan Rhea ab, Schwangere oder Gebärende als ‚Frauen‘ oder ‚Mütter‘ zu bezeichnen. Stattdessen werden acht genderneutrale Begriff wie „birthing person“ oder „parent“ vorgeschlagen – viele der Vorschläge liessen sich sicherlich ins Deutsche übertragen, Begriffe wie ‚gebärende Person‘ und ‚Eltern‘ dürften schließlich ziemlich problemlos in die Sprache rund um Geburten integrieren zu sein. Der wichtigste Vorschlag dabei ist aber wohl, die betroffene Person schlicht nach ihren Wünschen zu fragen. Denn die passende Ansprache ist ganz sicher ein zentraler Teil der Selbstbestimmung, nicht nur bei der Geburt.

Das Problem mit den Kinderbüchern (und eine mögliche Lösung: FemBooks)

Februar 28, 2017

Ein Beitrag von Esther Boldt auf Zehn nach Acht in der Zeit (Titel: „Mir gehen die Vorbilder aus„) beschreibt das aktuelle Problem ganz gut: heutige Kinderbücher sind überraschend traditionell und rückwärtsgewandt, wenn es um Geschlechterrollen geht.

die heißgeliebten Kinderbuchhelden im Bücherregal sind fast ausnahmslos männlich: Ritter Rost, Drache Kokosnuss, Petterson und Findus und Baumeister Bob. Sie sind Abenteurer, die in unbekannte Lande aufbrechen, Gespenstern, Fabelwesen und Piraten standhalten, oder wenigstens Helden des Alltags, die mutig Füchse vertreiben und Spielplätze bauen. An männlichen Vorbildern, die Herausforderungen mit Witz und Cleverness meistern, mangelt es nicht.

Weibliche Hauptfiguren sind allerdings rar – im politisch korrekten Glücksfall darf die beste Freundin des Helden ein Mädchen sein. Diese weiblichen Figuren sind Sidekicks, sie dienen als Stimme der Vernunft, Haushälterin, Mama-Ersatz und Notnagel. Während Mütter und Väter in Sachen Haushalt und Fürsorge um Gleichberechtigung ringen, während die geschlechtergetrennten Verhältnisse durch politische wie mediale Diskurse, durch Elterngeld und Gleichstellungsgesetze sukzessive verändert werden sollen, während in den USA über eine Unisextoilette diskutiert wird und im Iran Männer aus Protest Kopftuch tragen, sind die Verhältnisse in der Bilderbuchwelt meines Sohnes nach traditionellen Gesichtspunkten geordnet.

Ihre Aufzählung männlicher Protagonisten und weiblicher Sidekicks könnte noch aufs Kinderfernsehen erweitert werden, von Caillou über Trotro bis in zu Kalli-kann-noch-nicht-schlafen-gehen (eine meist rühmliche Ausnahme hier ist Peppa Wutz).

Um zumindest im Bücherregal für etwas mehr zeitgemäße Vorstellungen zu sorgen (und um Mädchen nicht ständig zu benachteiligen)  kursieren immer wieder einige Listen guter Bücher, von denen hier auch schon die ein oder andere gepostet wurde. Das Problem an den Listen ist nur leider, dass die Auswahl dort gering ist, weil sie meist wenig Bücher beinhalten.

Deswegen war ich sehr froh, als ich auf die Online-Buchhandlung FemBooks gestossen bin: Sie bieten eine sehr große Auswahl an gendersensiblen Kinderbüchern an, die nach Altersgruppen sortiert sind und auch sofort bestellt werden können. Hier ist der Link. Das einzige was fehlt, sind hier aus meiner Sicht explizit rassismuskritische Kinderbücher. Aus dem Grund gibt es zum Abschluss doch noch eine Liste mit anti-rassistischen Geschichten und Schwarzen Perspektiven von Audream.

Das Alter der Eltern

Februar 26, 2017

Eltern sind älter als ihre Kinder. Soweit die von der Natur vorgegebenen Fakten. Mit dieser banalen Feststellung hören die vermeintlichen Gewissheiten der Natur allerdings bereits auf – und zwar nicht nur, weil Technologien der Reproduktion und Kontrazeption Machbarkeitsgrenzen verschieben, sondern auch, weil das, was als natürlich gilt, nur bedingt als Handlungsanleitung gelten kann und überdies selbst ein Resultat von gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen ist.

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Unrelated Motiv

Das Phänomen der „späten Eltern“ – wie es Katja Thimm 2014 im ‚Spiegel’ nannte (ein Thema, das dort  immer wieder, zuletzt vor einigen Tagen, aufgegriffen wurde) – erscheint heute zwar als gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, wird aber oft als Verstoß gegen die Natur und als Folge unseres modernen Lebensstils dargestellt. Denn der kulturelle Konsens, welcher Altersabstand zwischen Eltern und Kindern als ‚normal’ und ‚natürlich’ gilt, ist in unserer, sich als liberal definierenden Gesellschaft, durchaus eng gesteckt. „Mit 18 Jahren das erste Kind? Viel zu jung! Mit 28 Jahren? Gerade richtig – vielleicht aber auch unvorsichtig früh, wenn die Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist oder eine Festanstellung fehlt. Mit 38 Jahren? Schon etwas alt, zumindest bei Frauen – schließlich beginnt gemäß medizinischer Klassifikation bereits mit 35 Jahren das Alter der ‚Risikoschwangerschaft’. Mit 48 Jahren? Zu alt! Mit 58 Jahren? Viel zu alt!“ Jahre darüber hinaus sind für viele kaum vorstellbar. Trotz der Prognose einer älter werdenden Gesellschaft scheint uns in Bezug auf Elternschaft der Grad zwischen zu jung und zu alt als sehr schmal. Sein Überschreiten gilt als brisante Entwicklung der Gegenwart – wohingegen die Vergangenheit als Zeitalter scheinbar natürlicher Reproduktion glorifiziert wird. Früher und gerade auf dem Lande, so der Mythos, bekamen Menschen ihre Kinder zwischen 19 und 29 Jahren, also dem Alter, das gemäß der aktuellen Medizin ideal ist.

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Pathos, Liebe, Jugend, Babies, Kirche.

‚Späte Eltern’ gibt es jedoch keineswegs erst seit einigen Jahren. Vielmehr variierten schon in vergangenen Jahrhunderten Fertilitätszahlen, Heiratszeitpunkt und Alter bei der ersten und letzten Geburt enorm – und unterschieden sich zusätzlich je nach Region und Gesellschaftsschicht. Hierbei war es keineswegs eine Ausnahme, dass Menschen in einer fortgeschrittenen Lebensphase Eltern wurden. So lag Ende des 16. Jahrhunderts das Durchschnittsalter bei der Geburt des letzten Kindes für Schweizer Frauen bei etwas über 41 Jahren (Häuser, 1987). Auch im 19. Jahrhundert bekamen Frauen in Mitteldeutschland ihren Nachwuchs in der Regel bis sie 35 und 40 Jahre alt waren, viele auch noch später, bis zu ihrer Menopause (Stephan, 2002).

Für Väter fehlt Weiterlesen …

Mütter haben Kinder, Väter nicht.

Februar 12, 2017

„Und, wie machen Sie das mit Ihren Kindern?“ Diese Frage wird Müttern oft gestellt – zu verschiedensten Gelegenheiten und in verschiedensten Variationen. Beispielsweise auf Empfängen an Wochenendkonferenzen – wenn der Chef (der selbst drei Kinder hat), seine Mitarbeiterin fragt, wer denn grade auf ihr Kind aufpasse. Dieses Phänomen beschreibt Nils Pickert schön in seinem Text ‚Väter haben keine Kinder‚ – ein Auszug:

Egal in welchem Zusammenhang ich alleine auftrete: Praktisch nie will jemand wissen, wo meine Kinder sind und wie ich in der Zwischenzeit ihre Betreuung organisiert habe. Im Gegensatz dazu wollen praktisch immer alle von meiner Frau wissen, was denn jetzt mit den Kindern ist und wie es überhaupt möglich sein kann, dass sie hier fern der Heimat und stundenlang so mir nichts, dir nichts auf Veranstaltungen herumhängen kann. Selbst wenn ich explizit erwähne, dass ich vier Kinder habe, von denen das Jüngste keine sechs Monate alt ist, erregt maximal die Anzahl meines Nachwuchses Aufsehen. Nicht aber der Umstand, dass ich alleine und entspannt in einem Zugabteil sitze oder ans andere Ende der Republik reise, um einen Vortrag zu halten. Das gehört sich schliesslich ja auch so.

Es wäre schön, wenn sich solche ungleichen Vorstellungen endlich ändern. Einen Anfang für zeitgemäßere Vaterbilder unternimmt der Schwedische Fotograf Johan Bävman. In seinem Video zeigt er etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Väter, die sich um die Kinder kümmern, die sie haben.

Weniger schöne Beispiele für neue (alte) Väter-Entwürfe liefert Jochen König auf seinem Blog, wo er von einigen unangenehmen Situationen bei seiner Teilnahme an der Konferenz ‚Vater sein braucht Zeit‘ des Bundesministeriums berichtet. Einige seiner kritischen Bemerkungen

Nach dem Workshop gibt es noch ein Panel, auf dem unter anderem ein „aktiver Vater“ von seinen Erfahrungen berichten darf. Aktive Vaterschaft bedeute, dass er versuche, an zwei Tagen in der Woche das Büro schon um 15 Uhr zu verlassen. Außerdem sei er letztens früher los, um beim Laternenumzug im Kindergarten dabei zu sein. Zum Basteln der Laternen habe es vorher zwar nicht gereicht und auch sonst bekomme er nicht viel vom Alltag seiner Kinder mit. (…) Was bleibt noch zu erwähnen? Väter sind im Sinne der Veranstaltung immer heterosexuell. Homosexualität gibt es bei Männern/Vätern nicht. Und wenn doch, dann darf auf keinen Fall darüber gesprochen werden. Dass zu politischen Forderungen für „aktive Väter“ auch gehören könne, Adoptionen für schwule Paare zu ermöglichen, ist nicht vorstellbar.

Text zu Trans* und Elternschaft

Februar 2, 2017

Der Text von Rix auf ‚umstandslos‘ ist sehr wichtig – ein Auszug:

(…) Gerade wenn es um Mutterschaft geht, sind die Biologismen nicht weit. Sehr oft passiert leider die Gleichsetzung von „weibliche Körper“ oder „Frauenkörper“ = Schwangerschaft/ Stillen. So als ob trans* oder queer sein als eine Art Freizeitspaß wahrgenommen wird, aber sobald Kinder ins Spiel kommen, wird’s ernst und plötzlich scheint es doch wieder okay, von „biologischen Müttern“ oder „biologischen Vätern“ zu sprechen. Nun, es ist nicht okay. Überhaupt nicht. Mir ist unklar, wie hunderte Seiten lang Mutterschaft und Muttermythen dekonstruiert werden können, um dann am Ende doch wieder eine Rolle an bestimmte Körper zu binden. Nicht alle Personen die gebären sind Mütter, und nicht alle Mütter können (oder wollen) gebären. Get over it.

Ich bin selbst auch trans* Elter. Ich habe weder einen weiblichen Körper, noch bin ich die Mutter meiner Kinder. Dennoch war ich schwanger und habe die Kinder geboren.

Ebenfalls im Text wird eine Ausgabe der Queerulant_in mit Schwerpunkt zu Trans* und Elternschaft vorgestellt. Die Ausgabe aus dem Jahr 2015 ist vollständig im Netz verfügbar und kann hier als pdf heruntergeladen werden – sie enthält unter anderem Beiträge von trans*parent, Joke Janssen und ‚Als Mensch verkleidet‘.