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Mütter haben Kinder, Väter nicht.

Februar 12, 2017

„Und, wie machen Sie das mit Ihren Kindern?“ Diese Frage wird Müttern oft gestellt – zu verschiedensten Gelegenheiten und in verschiedensten Variationen. Beispielsweise auf Empfängen an Wochenendkonferenzen – wenn der Chef (der selbst drei Kinder hat), seine Mitarbeiterin fragt, wer denn grade auf ihr Kind aufpasse. Dieses Phänomen beschreibt Nils Pickert schön in seinem Text ‚Väter haben keine Kinder‚ – ein Auszug:

Egal in welchem Zusammenhang ich alleine auftrete: Praktisch nie will jemand wissen, wo meine Kinder sind und wie ich in der Zwischenzeit ihre Betreuung organisiert habe. Im Gegensatz dazu wollen praktisch immer alle von meiner Frau wissen, was denn jetzt mit den Kindern ist und wie es überhaupt möglich sein kann, dass sie hier fern der Heimat und stundenlang so mir nichts, dir nichts auf Veranstaltungen herumhängen kann. Selbst wenn ich explizit erwähne, dass ich vier Kinder habe, von denen das Jüngste keine sechs Monate alt ist, erregt maximal die Anzahl meines Nachwuchses Aufsehen. Nicht aber der Umstand, dass ich alleine und entspannt in einem Zugabteil sitze oder ans andere Ende der Republik reise, um einen Vortrag zu halten. Das gehört sich schliesslich ja auch so.

Es wäre schön, wenn sich solche ungleichen Vorstellungen endlich ändern. Einen Anfang für zeitgemäßere Vaterbilder unternimmt der Schwedische Fotograf Johan Bävman. In seinem Video zeigt er etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Väter, die sich um die Kinder kümmern, die sie haben.

Weniger schöne Beispiele für neue (alte) Väter-Entwürfe liefert Jochen König auf seinem Blog, wo er von einigen unangenehmen Situationen bei seiner Teilnahme an der Konferenz ‚Vater sein braucht Zeit‘ des Bundesministeriums berichtet. Einige seiner kritischen Bemerkungen

Nach dem Workshop gibt es noch ein Panel, auf dem unter anderem ein „aktiver Vater“ von seinen Erfahrungen berichten darf. Aktive Vaterschaft bedeute, dass er versuche, an zwei Tagen in der Woche das Büro schon um 15 Uhr zu verlassen. Außerdem sei er letztens früher los, um beim Laternenumzug im Kindergarten dabei zu sein. Zum Basteln der Laternen habe es vorher zwar nicht gereicht und auch sonst bekomme er nicht viel vom Alltag seiner Kinder mit. (…) Was bleibt noch zu erwähnen? Väter sind im Sinne der Veranstaltung immer heterosexuell. Homosexualität gibt es bei Männern/Vätern nicht. Und wenn doch, dann darf auf keinen Fall darüber gesprochen werden. Dass zu politischen Forderungen für „aktive Väter“ auch gehören könne, Adoptionen für schwule Paare zu ermöglichen, ist nicht vorstellbar.

Text zu Trans* und Elternschaft

Februar 2, 2017

Der Text von Rix auf ‚umstandslos‘ ist sehr wichtig – ein Auszug:

(…) Gerade wenn es um Mutterschaft geht, sind die Biologismen nicht weit. Sehr oft passiert leider die Gleichsetzung von „weibliche Körper“ oder „Frauenkörper“ = Schwangerschaft/ Stillen. So als ob trans* oder queer sein als eine Art Freizeitspaß wahrgenommen wird, aber sobald Kinder ins Spiel kommen, wird’s ernst und plötzlich scheint es doch wieder okay, von „biologischen Müttern“ oder „biologischen Vätern“ zu sprechen. Nun, es ist nicht okay. Überhaupt nicht. Mir ist unklar, wie hunderte Seiten lang Mutterschaft und Muttermythen dekonstruiert werden können, um dann am Ende doch wieder eine Rolle an bestimmte Körper zu binden. Nicht alle Personen die gebären sind Mütter, und nicht alle Mütter können (oder wollen) gebären. Get over it.

Ich bin selbst auch trans* Elter. Ich habe weder einen weiblichen Körper, noch bin ich die Mutter meiner Kinder. Dennoch war ich schwanger und habe die Kinder geboren.

Ebenfalls im Text wird eine Ausgabe der Queerulant_in mit Schwerpunkt zu Trans* und Elternschaft vorgestellt. Die Ausgabe aus dem Jahr 2015 ist vollständig im Netz verfügbar und kann hier als pdf heruntergeladen werden – sie enthält unter anderem Beiträge von trans*parent, Joke Janssen und ‚Als Mensch verkleidet‘.

 

Buch: Die Gefühle der Schwangeren

Januar 30, 2017

In letzter Zeit habe ich auf diesem Blog kaum mehr geschrieben. Einer der Gründe war, dass ich damit beschäftigt war, ein Buch zu veröffentlichen. Das kommt nun endlich raus! Bei Transcript! Zum Thema Schwangerschaft! Und Gefühlen! Und Geschichte! Und überhaupt!

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Hier ist der Link zum Buch. Wer gerne umsonst ein Rezensionsexemplar hätte, kann mir gerne eine Email schreiben (fck_mothers@gmx.de).*

* Ich werde meine Emailadresse nun auch wieder regelmäßiger checken! (Hiermit auch eine Entschuldigung an diejenigen, die während meiner Nichtbloggen-Phase auch keine Email-Antwort erhalten hatten.)

Heteros, die von Homos lernen

November 4, 2016
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Modelle (Foto: fuckermothers)

In vielen Studien zu gleichgeschlechtlich lebenden Paaren geht es lediglich darum, dass diese  zumindest ‚genauso gut‘ sind wie gegengeschlechtliche Paare, insbesondere in Bezug auf die Kindererziehung. Eine interessante Perspektivumkehr nimmt dagegen die Journalistin  Anke Nolte ein. In ihrem Artikel ‚Geschlechterfrieden‚, der in der ‚Psychologie heute‘ erschien, geht es um „3 Lektionen, die Hetereopaare von Homopaaren lernen können“.

Im ersten Punkt geht um Hausarbeit und Kindererziehung:

„Das Geschlecht bestimmt in Mann-Frau- Beziehungen noch immer darüber, wer für was zuständig ist: Meistens kümmern sich die Frauen mehr um Haushalt und Kinder – auch dann, wenn sie in Vollzeit berufstätig sind. Es ist nur logisch, dass diese Stereotypen bei gleichgeschlechtlichen Paaren nicht greifen können. „Wir müssen erst herausfinden, wer was über- nehmen kann“, beschreibt es ein 53-jähriger schwuler Mann aus Berlin. „Das ist eine ganz pragmatische Entscheidung.“ Wer hat Zeit für was? Wer kann was am besten? Wer hat welche Vorlieben?

Die eine wäscht, die andere bügelt: Bei gleichgeschlechtlichen Paaren scheint es gerechter zuzugehen. Das legt auch eine neue Studie des Families and Work Insti- tute in New York nahe. Befragt wurden 225 homosexuelle und heterosexuelle Paa- re, bei denen beide Partner berufstätig waren. (…) Tatsächlich erledigen lesbische und schwule Paare insbesondere die Wäsche gemeinsam sowie Reparaturen im Haus. Ebenso teilen sie sich eher die Verantwortung für die Kinder – eine für die Gleich- stellung besonders wichtige Aufgabe, weil sie zeitintensiv ist, Flexibilität verlangt und die Karriere eher bremst als fördert.

Auch die anderen zwei Punkte sind lesens- und denkenswert. Für weitere Lektüre finden sich am Ende ihres Textes zudem Literaturangaben zu den jeweiligen Studien.

atmende Lebensverläufe vs. Scheitern

September 11, 2016

Das Konzept der ‚atmenden Lebensverläufe‘ hört sich in Zeiten atemloser Arbeitsamkeit sehr schön an und wird – neben anderen Konzepten – von Johanna Schoener in ihrem empfehlenswerten Artikel ‚Zu platt für den Aufstand‚ vorgestellt. Darin geht es eben um das Problem der Atemlosigkeit, mit dem sich viele Eltern konfrontiert sehen – und möglichen Lösungen:

Kluge Vorschläge gibt es bereits. Besonders populär ist die Idee der Sozialwissenschaftlerin Jutta Allmendinger, die eine neue Vollzeit von 32 Stunden in der Woche vorschlägt – allerdings als Durchschnittswert über das gesamte Erwerbsleben. Ob man in der gewonnenen Zeit mit einem Baby kuschelt, einen Elternteil pflegt, Lateinvokabeln abhört, mit dem Partner verreist, Museen besucht, faulenzt oder Schildkröten rettet, bliebe jedem selbst überlassen. Männer könnten ihr Arbeitspensum wie gewünscht reduzieren und Frauen ihres wie gewünscht steigern. Die gesamte Arbeitsleistung würde nicht sinken, sondern anders im Lebenslauf und zwischen den Geschlechtern verteilt.

Falls jemand die Dringlichkeit einer solchen Maßnahme anzweifelt, helfen Zahlen des Statistischen Bundesamts: Erwachsene arbeiten im Schnitt 45 Stunden in der Woche, davon entfallen 20,5 Stunden auf berufliche Tätigkeiten und 24,5 Stunden auf unbezahlte Tätigkeiten wie Kinderbetreuung und das bisschen Haushalt. Letztere machen bei Frauen rund zwei Drittel des Gesamtpensums aus, bei Männern weniger als die Hälfte. Eltern leisten im Schnitt 58 Wochenstunden, davon knapp 31 unbezahlt – und die geschlechtsspezifische Unwucht verschärft sich noch.

Sogar in unserer Hochleistungsgesellschaft muss und möchte jeder Mensch zwischendurch mal für sich selbst und meistens noch für andere sorgen. Auf dieser so banalen wie oftmals verdrängten Einsicht fußt auch das Konzept der „atmenden Lebensverläufe“, für das sich Karin Jurczyk gemeinsam mit dem Arbeitsrechtler Ulrich Mückenberger starkmacht. Ihr Vorschlag: Jeder erhält eine Art Guthaben, etwa als Zeitkonto von fünf bis acht Jahren, das er einsetzen kann, um die Erwerbsarbeit zu verkürzen oder zu unterbrechen. Durch ein solches „Care-Zeit-Budget“ hätte man in bestimmten Lebensphasen mehr Zeit und Energie für andere Tätigkeiten. Finanziert würden diese Phasen abhängig davon, wie relevant sie für die Gesellschaft sind. Die Betreuung von Kindern und Alten etwa sollte aus öffentlichen Mitteln bestritten werden, für Weiterbildungen könnte der Arbeitgeber eintreten, und persönliche Auszeiten müsste jeder selbst stemmen.

Reizvoll an solchen Konzepten ist: Sie betreffen jeden und provozieren ein echtes Umdenken. Aus dem bislang typischen Dreischritt der Lebensarbeitszeit – Sozialisation, Erwerbsphase, Rente – würden nicht mehr nur Mütter und Burn-out-Patienten ausscheren. Niemand würde in Verdacht geraten, unambitioniert oder anderweitig suspekt zu sein, bloß weil er nicht artig eine lineare Erwerbsbiografie absolviert. Der Zeitpunkt ist ideal, um neue Muster zu prägen, denn das gegenwärtige Lebenslaufregime bröckelt durch demografische Veränderungen, neue Rollenbilder und Stresserkrankungen ohnehin.

Zum Schluss fragt sich Schoener, warum keine der Vorschläge umgesetzt werden, wo das Problem doch so offensichtlich ist. Ich teile ihre These, dass das mit traditionellen Arbeitskulturen zu tun hat und dass gerade Eltern sowieso zu wenig Zeit für Protest haben.   Ich denke aber auch, dass es noch zwei weitere Gründe gibt:

  1. Wäre hier der gute alte Begriff der ‚Ideologie‘ wohl nicht ganz fehl am Platz: Die Vorschläge zur Reduzierung der Lohnarbeit scheinen zu sehr an den Grundfesten kapitalistischer Ideologien zu rütteln, nämlich dass Erwerbsarbeit die einzige Form der Arbeit ist; dass es nur ‚arbeitende‘ Menschen verdienen, Geld zu bekommen und dass ‚die Arbeit‘ für jeden Menschen an erster Stelle stehen muss. Deswegen liegen solche Alternativ-Modelle wohl jenseits des politischen Konsens der etablierten Parteien. Wer einen solchen Vorschlag macht, begibt sich jenseits der herrschenden Ideologien und wird schnell als ‚radikal‘, als ‚zu idealistisch‘ oder ‚verrückt‘ abgestempelt.
  2. gibt es das Problem, dass man sich oft ziemlich vereinzelt fühlt, solche ‚großen Dinge‘ zu diskutieren – vor allem am Arbeitsplatz. Denn wenn es um das Verändern der Arbeitskulturen geht, bedeutet das konkret: Allein dem_der Chef_in deutlich zu machen, dass man weniger Stunden anwesend sein möchte. Und die möglichen negativen Konsequenzen muss man dann ebenfalls allein tragen. Gerade für Mütter gibt es sehr viele negative Konsequenzen – von ‚Downgrading‘ über geringeren Lohn über nicht verlängerte Verträge. Schnell fühlt sich so ein Verlust des Arbeitsplatzes nicht mehr unbedingt als politischer Akt an, sondern als persönliches Scheitern. Ich glaube der Grund, dass manche Eltern lieber über Erziehungsfragen diskutieren, als über ihre Arbeitsbedingungen, sind nicht unbedingt ‚Plattheit‘ oder mangelndes politisches Interesse, sondern Angst, Scham und das Gefühl, gescheitert zu sein.

Schlankheit, Schönheit, Kinder

August 22, 2016

Ich bin heute Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Manchmal denke ich drüber nach, in was für einer Welt sie gross werden. Die Schönheitsideale sind ja allgegenwärtig, auch für Jungs. Mir ist klar, dass ich das nicht kontrollieren kann, dass ich die Kinder nicht in jeglicher Hinsicht schützen kann. Ich versuche, offen über Körpernormen zu sprechen, gerade deshalb finde ich es praktisch, Barbies zu haben. Sie sind sehr geeignet, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen über unrealistische Körpervorstellungen. Sowieso gibt es bei uns zu Hause eigentlich fast alles, ich verbiete keine Spielsachen. Aber ich sage klar meine Meinung, was mir gefällt, was nicht, und warum nicht. Dann gibt es manchmal Streit oder Enttäuschung, aber ich versuche, meine Tochter darin zu bestärken, ihre eigene Meinung zu haben – auch entgegen der meinigen. Denn ich glaube, dass vor allem ein tiefes und echtes Selbstbewusstsein sie davor bewahren wird, später wie das Barbie aussehen zu wollen. Wenn sie also auf dünne Barbies steht, anerkenne ich das. Ich sage: Ich finde es zu dünn, aber ich kann verstehen, dass es dir gefällt.

Susie Orbach, die Spezialistin für Essstörungen, meinte in einem Interview, sie würde ihre Tochter nicht anders erziehen als andere Mütter. Das einzige, worauf sie tatsächlich penibel achte sei, vor ihrer Tochter nicht schlecht über ihren eigenen Körper oder sich selbst zu spreche. Auch sämtlichen Betreuungspersonen, Babysitterinnen und Grossmüttern lege sie nahe, vor dem Mädchen nicht abwertend über ihre Körper zu sprechen.

Ich mache das auch so, ich spreche sowohl über meinen eigenen als auch den Körper meiner Kinder wertschätzend. Manchmal stehe ich mit meiner Tochter im Bad vor dem Spiegel und wir zählen auf, was wir alles an unseren Körpern mögen.

Während solcher Körperexpeditionen fällt mir dann auch auf, dass mich die Vorstellung, plötzlich stark zuzunehmen, bis heute ein wenig nervös macht. Auch meine Tochter werde ich vor solchen Ängsten wohl nicht gänzlich bewahren können.

Franziska Schutzbachs Text zu ihren Erfahrungen mit Bulemie ist äußerst lesenswert. Wichtig fand ich dabei auch, wie sie in der Kindererziehung mit diesen Erfahrungen umgeht – denn bei uns ist die Barbie- und Schönheitsfrage grade ziemlich brisant. So sehr ich gegen Rosa-und Prinzessinen-Bashing bin: zunehmend frage ich mich doch, wieviel Portionen an schönen und schlanken Prinzessinnen-Geschichten noch zu verdauen sind. Und ab wann es umschlägt, in Hass auf den eigenen Körper, der eben nicht so aussieht als wäre er von Disney oder Mattel produziert. Deswegen freue ich mich über alle Strategien jenseits des Barbie-Verbots (an dessen Wirksamkeit ich einfach nicht so glauben kann.)

Zu Alleinerziehenden und Wohnungen

August 16, 2016

Was steigende Mieten für verschiedene Familienmodelle bedeuten, macht Teresa Buecker in ihrem Text auf ‚EDITION F‚ sehr anschaulich. Dort geht es um Alleinerziehende und Einkommen, Wohnungssuche und Wahlkampf, Gentrifizierung und Berlin.

Die „Bezahlbarkeit“ wird vor allem dann deutlich, wenn man auf Alleinerziehende schaut, die eine immer größere Gruppe bilden. Denn wer vom Vermieter für eine zum Beispiel 900 Euro teure Wohnung akzeptiert werden will, sollte mindestens das dreifache Nettoeinkommen vorweisen können. Heißt: 2.700 Euro netto. Das heißt wiederum für eine alleinerziehende Frau mit Steuerklasse II: Sie sollte ein Bruttoeinkommen von über 4.500 Euro haben oder mindestens 55.000 Euro im Jahr. Das ist zum Beispiel das durchschnittliche Einkommen einer angestellten Klinikärztin mit fünf Jahren Berufserfahrung (Ärzte gehören zu den Topverdienerin in Deutschland). Laut einer Erhebung des Bundesfamilienministeriums haben jedoch nur acht Prozent der Alleinerziehenden ein Einkommen von über 2.600 Euro.

Schon für eine Wohnung, die – egal wo – 600 Euro kostet, muss eine Person ein Netto-Einkommen von 1.800 Euro vorweisen können – selbst das ist für die überwiegende Mehrheit der Alleinerziehenden absolut utopisch. Mit diesem Einkommen würde die Alleinerziehende jedoch schon locker zur Mittelschicht zählen.

Kinder getrennt groß zu ziehen, kann eine sehr gut Lösung sein. Auch diese Familien sind glücklich. Wenn das Großziehen von Kindern jedoch finanziell nur dann entspannt ist, wenn es zwei Einkommen gibt, stimmt etwas nicht.

Den WBS-Schein für Sozialwohnungen gibt es übrigens in Berlin nur, wenn eine alleinstehende Person nicht mehr als 16.800 Euro im Jahr verdient (plus 700 Euro pro Kind), eine alleinerziehende Mutter hat also nur Anspruch auf eine Sozialwohnung mit geringerer Miete, wenn sie nicht mehr als 1.400 Euro netto verdient. Verdient sie also zum Beispiel 1.600 netto, muss sie sich auf dem regulären Wohnungsmarkt umsehen und kann sich mit ihrem Einkommen realistisch nur auf Wohnungen bewerben, die nicht teurer als 530 Euro sind. Für Single-Eltern mit Kind(ern) bedeutet das: Es wird eng.