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3. Akt Brief an den Vater der Kinder

Mai 14, 2013

wir beide haben uns sehr früh kennengelernt. Ich habe durch dich erfahren dürfen was es heißt geliebt zu werden. Ich hatte mich bis dahin für alles auf dieser Welt gewappnet, nur für eines nicht:

Wie stark dieses Gefühl Liebe mich überrennen wird.

Wie bedingunglos das Ich zum Wir werden würde und wie sehr sehr sehr ich dich und niemanden sonst mehr in meinem Leben brauchte. Dich mehr denn je mich. Wir haben 8 Jahre miteinander verbracht und zwei wunderbare Kinder. Ich habe dank dir Vertrauen in die Welt und das Füreinander erlernen dürfen. Ich wusste von Anfang an, dass du die Rolle als Vater selbstverständlich lieben und humorvoll mit mir an deiner Seite ausfüllen wirst und du hast mich nie enttäuscht. Es tut mir Leid, dass ich das Gefühl hatte, du seist an meiner Seite nicht erwachsen geworden; dass ich die Liebe zu dir verloren habe und ich mit 23 Jahren mehr von meinem Leben erwartet habe. Ich danke dir für eine schöne Zeit.

(Und wir blenden einfach einmal aus- wieviel Scheiß du abgezogen hast, seitdem du das Aufenthaltsbestimmungsrecht hast. Das kommt noch.)

Hier möchte ich dir einfach nur einmal kurz danken. Du hast mir wirklich etwas ganz besonderes in meinem Leben gegeben.

Danke, Vater meiner Kinder.


Die junge Elternschaft hatte damals zur Folge, dass mein Mann noch eine Ausbildung absolvierte und ich halbtags arbeiten ging. In dieser Zeit hatten wir also das 50/50 Modell. Dies lief 3 Jahre.Für meinen Mann und mich gab es in dieser Zeit kaum Diskussion um Haushalt, Geld-Verwalten, oder Kinderbetreuung. Jeder hatte in unserer Familie einen Teil der Verantwortung für den Zusammenhalt und das Funktionieren unserer kleinen Familie und war zum anderen Teil halbtags durch Ausbildung, oder Arbeit in die Gesellschaft integriert. Auch dank liebevollen Babysitter konnten wir uns viel Raum geben, auch mal nur man selbst sein zu dürfen. So war dies die schönste Zeit in unserer 8 Jahres Beziehung. Mein Mann hatte auch in dieser Zeit alle sog. ersten Schritte unseres Sohnes erlebt und ich war plötzlich in der Rolle der arbeitenden Mutter, welche aufgeregt in der Arbeit angerufen wurde, wenn unser Sohn diese ersten Schritte machte. Ich bin immer noch glücklich, wenn ich daran denke, wie sehr es meinen Mann erfüllt hatte, diese Dinge zu Hause erleben zu dürfen.

Mal wieder

Mai 12, 2013

Ach ja. Das ist schon der (erste, zweite) dritte Muttertag, seitdem es dieses Blog gibt. Zur Feier des Tages ein Video, das ich schon einmal gepostet habe.

Nun noch eine mögliche Antwort zur Frage, die ich 2011 schon mal gestellt hatte, nämlich ob und – wenn ja – wie sich der Muttertag feiern lässt: Von der US-amerikanischen Organisation ‘Strong Families’, die sich für alle Familienformen einsetzt und nicht nur für die Vater-Mutter-Kind-Variante, gibt es die Initiative Mama’s Day Our Way. Dort können alternative Postkarten, die von verschiedenen Künstler_innen gestaltet wurden, heruntergeladen oder elektronisch verschickt werden. Das ist für diejenigen, die feiern wollen. Schön ist aber auch ‘AufZehenspitzens’ Beschreibung, warum sie den Muttertag nicht feiert: “Weil Elternsein keine Frage des Geschlechts ist. Weil Kinderlosigkeit keine Defizitbeschreibung ist. Weil unsere Geschichten zu verschieden für ein Etikett sind.”

Zum Vatertag: “Es kann Ihnen auch helfen, die Sorge um Ihr Baby mit der Partnerin zu teilen”

Mai 9, 2013

Ihr Leben: Zeit für sich haben

Bei den meisten Vätern eines Babys steht das “Ich” an letzter Stelle der Prioritätenliste. Sich um das Baby kümmern, Partner sein, den Haushalt managen – all das hat Vorrang. Aber sich selbst eine Priorität einzuräumen ist wichtig, denn wenn Sie das nicht tun, wird Ihnen alles andere nur noch schwerer fallen. Das ist wie der Versuch, ein Auto mit leerem Tank zu fahren.

Da ein Tag leider nur 24 Stunden hat, können Ihnen ein paar Zeitspartipps helfen, das Meiste aus dem Wenigen zu machen, das sie haben. Einfache Änderungen wie beispielsweise ein paar Mal in der Woche für andere Tage vorzukochen, kann einen großen Unterschied ausmachen. Kaufen Sie gelegentlich auch mal ein Fertiggericht im Supermarkt. Und lassen Sie den Haushalt auch ruhig ab und zu mal schleifen. Es muss nicht immer alles glänzen – die alten Standards von früher gelten nicht mehr.

Es kann Ihnen auch helfen, wenn Sie sich die Haushaltspflichten und die Sorge um Ihr Baby mit der Partnerin teilen. Und versuchen Sie mindestens einmal pro Woche etwas für sich ganz allein zu unternehmen – gehen Sie zum Sport oder zum Essen mit einem Freund. Selbst eine halbe Stunde lesen, ein Telefonplausch oder ein Austausch in der Community während Ihr Baby schläft verschaffen Ihnen wertvolle Zeit für sich selbst.

Dieser schöne Text stammt vom ‘Babycenter’, einer internationalen Website für Familien, die mich regelmäßig mit Newslettern versorgt. Der Newsletter zum 6 Monate alten Baby hielt oben stehende Leben-Tipps bereit. Zu Ehren des Vatertags habe ich dort den Begriff ‘Mutter’ mit ‘Vater’ vertauscht.

Party vorbei, Zeit für sich? (Foto: Fuckermothers)

Party vorbei, Zeit für sich? (Foto: Fuckermothers)

Der Wunsch, dass derartige Korrekturen nicht nötig wären – dass auch kommerzielle Elternseiten mütterliche Hauptverantwortlichkeit, Rollenstereotype oder gar Heteronormativität in Frage stellen – bleibt bislang ebendas: ein Wunsch, der hoffentlich doch irgendwann mal Wirklichkeit wird. Ein bisschen Grund zur Hoffnung geben Texte von Vätern, die sich gleichberechtigt die Pflegearbeit teilen oder, OMG!, sogar den Hautteil übernehmen. Schön dazu ist etwa der Artikel von Mikael Krogerus mit dem Titel ‘Ich kann Kinder’. Sehr vielversprechend klingt auch das Buch des ‘Vollzeit-Vaters’ Jochen König, der hier bereits Gastautor war. Weniger Hoffnung macht gleichzeitig der Gedanke, dass solche Väter weiterhin als Ausnahmen gehandelt werden. Darüber bekommen sie Aufmerksamkeit und Anerkennung, die Frauen in ähnlichen Situationen verwehrt wird.

Zum Schluss noch ein wenig gepflegte Anti-Stimmung: Zum Vatertag schrieb vor einem Jahr Mutterseelenalleinerziehend, wie dieser historisch entstanden ist und dass das nicht ihre Party ist. Und dieses Jahr erklärt Me, Myself & Child, warum sie Vatertag blöd findet.

Aufgeschnappt im Bus:

April 28, 2013

„Wie kam sie denn damals auf die Idee sich als Casino Angestellte schulen zu lassen.“

„Als zweifache, alleinerziehende Mutter darfst du nicht wählerisch sein.“

Aha.

Warum ich ging, 2. Akt

April 21, 2013

Der 1. Akt „Brief an Mam´” beinhaltete sehr viel Erinnerungen und noch mehr Emotionen.

Es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass es sich hierbei nicht um irgendeine Art Mother Blame handelt.

Wie auch!

Meine Kinder werden irgendwann die Möglichkeit besitzen, viele ihrer Probleme an unserer Beziehung auszumachen.

Auch ich kann nur immer wieder hoffen, dass es Weiterlesen…

I would prefer not to. Von Slackern und Slacker-Müttern

April 19, 2013

‘Slacker’ waren in meinen frühen Teenager-Jahren eine Verheissung. Das waren coole Typen wie der Sänger von Nirvana, mit langen Haaren, kaputten Jeans und hängenden Schultern. In ihrer Verweigerungshaltung wollte ich mich selbst sehen. Denn sie wirkten eher irgendwie rebellisch als nur depressiv, eher unnahbar als schüchtern, eher als stolze Outlaws denn als Aussenseiter.

Ein Teil von jener längst überwunden geglaubten Verheissung kam wieder, als ich kürzlich den Begriff der ‘Slacker Mom’ hörte. Denn die Suche nach coolen Mutter-Typen gestaltet sich bekanntlich schwierig. Konservative Mutter-Mythen, Debatten um vermeintliche Latte-Macchiato-Mütter und das ewig beschworene Kind&Karriere-Dilemma lassen wenig Raum für Alternativen.

Der Begriff ‘Slacker‘ kommt aus dem englischen Sprachraum und war lange Zeit ein Schimpfwort. Er bezeichnete Weiterlesen…

‘Wir sind die Früchte des Zorns’ – eine weibliche Genealogie

April 14, 2013

“Als Odysseus die Unterwelt aufsucht, zählen für ihn nur die Helden. Über die Töchter und Mütter der heroischen Helden weiß er nicht viel. Leerstellen hinter der bloßen Nennung ihrer Namen. Mehr ist nicht bekannt. Die Frauen sind Trägerkörper, Wirtsmenschen, Geburts- und Stillgeräte, die ausleiern, schadhaft sind und entsorgt werden. Ich schlüpfe in Odysseus’ Haut, um ihre Geschichten zu entdecken. Sonst kann ich nichts ausrichten gegen das Verschwinden und die Angst davor. Ich fülle blinde Flecken.” (S. 61)

Sabine Scholl: Wir sind die Früchte des Zorns (Foto: Fuckermothers)

Sabine Scholl: Wir sind die Früchte des Zorns (Foto: Fuckermothers)

“Ich lasse meiner Zunge freien Lauf. Ich stehe die Worte der anderen, um zu überleben. Ich nähe sie zusammen, stopfe die Lücken. (…) Aber die Schrift ist der Tod. Und Kinder sind das Gegenteil. Und deshalb bin ich froh. Für die Kinder habe ich leben gelernt. Fingern und fädeln. Wort ist Faden und Faden macht Welt.” (S. 182)

Sabine Scholl hat ein neues Buch geschrieben. ‘Wir sind die Früchte des Zorns’ heißt es. Das Buch handelt von Weiterlesen…

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