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Geld, Paarbeziehungen, Kinder (Einzellösungen und die Frage: was ist mit der Rente)

April 20, 2014
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Das Bild hat nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun. Wenn man lange darüber nachdenkt wahrscheinlich aber schon (Foto: fuckermothers).

In einem früheren Post ging es schon einmal um die Sache mit dem Geld: In vielen Paarbeziehungen mit Kindern verdient eine Person mehr, die andere weniger – meist diejenige, die sich intensiver um die Kinder kümmert .

In heterosexuellen Paaren ist meist (surprise surpise) die erste Person der Mann, die zweite die Frau. Die dortige Situation ist heute von einer gewissen Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen geprägt; und zwar in Bezug auf Rollenverständnis und Struktur: Einerseits gilt die alte Versorger- und Einverdienerehe als überholt. Längst verstehen sich sowohl Männer als auch Frauen als unabhängige Subjekte, die selbst für ihre ökonomische Absicherung und berufliches Fortkommen verantwortlich scheinen. Abhängigkeit in einer Beziehung wirkt antiquiert. Die Idee zweier vollkommen autonomer Individuen wird teilweise rechtlich gestützt, etwa von der Unterhaltsreform von 2008, durch die nach einer Ehescheidung nur noch kurze Zeit Unterhalt gezahlt werden muss und ein sogenannter ‘Statusverlust’ in Kauf genommen werden muss.

Andererseits hat sich wenig geändert. Denn strukturelle Nachteile für Frauen bestehen weiter fort: In den letzten Jahrzehnten ist die Lohndiskriminierung von Frauen fast gleich geblieben, die geringeren beruflichen Aufstiegschancen ebenso. Weiterhin beteiligen sich Männer kaum an Hausarbeit und weiterhin sind es fast immer Frauen, die weniger oder gar nicht mehr lohnarbeiten, wenn Kinder da sind – ein Ungleichgewicht, das von Ehegattensplitting weiter verstärkt wird. Es besteht also die Vorstellung ökonomischer Egalität bei tatsächlicher Ungleichheit. Dazu müssten in erster Linie politische Lösungen her. Da es aber leider lange dauern kann, bis diese durchgesetzt worden sind, stellt sich im kleinen Kosmos des eigenen Lebens die Frage:

Wie damit umgehen? Wie gemeinsame Ausgaben bestreiten und das Geld gerecht verteilen? Ich fand die Kommentare des älteren Posts, in dem einige Personen sehr ehrlich ihre Situation schilderten, durchaus hilfreich. Es gibt mehrere Modelle, wie mit dem Problem ungleicher Einkommen umgegangen werden kann.

  • Eine Idee, die viele Menschen haben, ist ein gemeinsames Konto für notwendige Ausgaben (z.B. Miete, Strom, Kita-Beitrag, etc.) einzurichten, auf das jede Person jeweils anteilig soviel überweist, wie sie verdient. Hierbei ist allerdings das Problem, dass das Geld für den Eigenbedarf (eigene Kleidung, Zugfahrten, Computer, etc.) weiterhin ungerecht verteilt ist.
  • Eine andere Idee ist, nur ein gemeinsames Konto für alles und alle zu haben, auf das sämtliche Einkommen fließen. Hört sich für viele gruselig an (für mich auch), wäre aber eine Lösung. In abgemilderter Form wurde dies auch von den meisten Kommentator_innen des älteren Posts vorgeschlagen.
  • Ein solches Modell stammt aus einem Kommentar. Wenn ich sie richtig verstehe, gibt es dabei drei Konten: ein gemeinsames Haushaltskonto und zwei Einzelpersonenkonten in jeweils gleicher Höhe (geteiltes Restgeld nach Abzug der Fixkosten), über das beide frei entscheiden können. Hier die Beschreibung: “Bei uns (3 Kinder, unterschiedliche Einkommen): Alle fixen Ausgaben, d.h. Kosten für Wohnen, Verkehrsmittel, Rente, Abos, Vereine, Telefone, Kinderbetreuung etc. sind notiert und werden, egal von wem bezahlt als Beitrag zu gemeinsamen Kosten gewertet. Dazu gerechnet kleine Rücklage für Notfälle und monatliche Füllung des gemeinsamen Haushaltskontos. Der vom zusammen gerechneten Einkommen verbleibende Rest wird durch zwei geteilt und soll somit auf beiden ‘privaten’ Konten in gleicher Höhe als privat verfügbares ‘Taschengeld’ übrig sein. Errechnet wird für beide Personen die Summe, die sie monatlich den gemeinsamen Ausgaben beisteuern muss (unterschiedlich hoch), damit hinterher beide den gleichen Rest haben. Soweit die Theorie. Fühlt sich einigermaßen gerecht an und gibt kein “Betteln”.”
  • In Variation scheinen einige Kommentator_innen diese drei-Konten-Lösung zu bevorzugen. Eine weitere Beschreibung einer leicht anderen Aufteilung: “Alles Einkommen fließt auf ein Konto. Davon wird alles bezahlt: Essen, die Raten für unser Haus, Versicherungen, Kleidung…. Größere Anschaffungen werden gemeinsam besprochen. Außerdem hat jeder von uns ein eigenes Konto, auf das monatlich jeder sein Taschengeld bekommt (jeder den gleichen Betrag). Streit ums Geld gibt es bei uns so gut wie nie. Und mein und dein Geld sagen wir auch nur wenn es ums Taschengeld geht. Ansonsten ist es unser Geld, egal wer wie viel verdient. So lief es auch schon, als wir noch keine Kinder hatten. Ich habe mich meinem Mann gegenüber auch noch nie als Bittstellerin gefühlt.” Und noch eine: “Yep. So machen wir das auch. Dafur gibt es einmal pro Jahr ein Diskussion uber den Budgetplanning von das Gesamtkonto  :-) Unsere Gehalten sind am Moment noch fast gleich. Wahrend der Elternzeit (2 Kinder) (Elternzeit haben wir 50/ 50 geteilt, je 7 Monate) hat derjenige der nicht in Elternzeit mehr bezahlt.”
  • Darauf aufbauend gibt es auch die vier-Konten-Lösung (mit Sparkonto) beziehungsweise letztendlich die Zwei-Konten-Lösung (ein gemeinsames Konto und Sparkonto): “Wir haben eigentlich seit dem wir als Paar in einer Wohnung leben, immer alles an Verdienst in einen Pott getan und dann die Fixkosten beglichen. Den Rest mal auf “Taschengeldkonten” verteilt und gespart und nun verzichten wir ganz auf “dein” und “mein” und nehmen das was jeder braucht. Zusätzlich gibt es ein Sparkonto. Das geht aber nur deshalb gut, weil keiner von uns ein besonders teures Hobby hat. Größere Anschaffungen werden besprochen. Im Falle einer Trennung würden wir alles zu 50 Prozent teilen. Das ist ausgehandelt. Dies hat so funktioniert in Ausbildungs- und Studienzeiten und Elternzeit (beim ersten Kind gleich aufgeteilt,beim zweiten wird es die 12+2 Aufteilung), also mit sehr unterschiedlichen Einkommen. Wir sind mittlerweile verheiratet, aber das ist eigentlich nicht von Interesse in diesem Punkt. Mein Mann und ich arbeiten auch beide Teilzeit, so dass wir relativ gleich viel Arbeits-/Zuhausezeit haben. Ich komme aus einem Elternhaus mit einem sehr dominaten Vater, der das Geld in der Hand hatte und einer Mutter, die nach den Erziehungsjahren und Teilzeitstelle auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat und von 800 Euro im Monat leben muss (geschieden). Ich musste erst über diese Taschengeldkonten mir und uns sicher werden, dass weder ich, noch mein Partner zu viel aus dem gemeinsamen Topf nehmen. Nun bin ich froh, dass mein Freund/Mann von Anfang an nie seinen Besitz nur für sich haben wollte. Das musste ich lernen. Nun empfinde ich dadurch eine große Sicherheit, da keiner in eine “gefühlte” abhängige Position gerät.”
  • Ich vermute, das Schema ‘Einmal-ich-einmal-Du’ beziehungsweise ‘Irgendwie-bezahlt-jeder-die-Festkosten-so-dass-es-gleich-wirkt‘ ist relativ verbreitet. Denn es wirkt locker – so ein bisschen nach WG-Leben – und passt gut zur Idee der zwei unabhängigen Einzelpersonen. Ein Kommentar, der dieses Modell präferiert: “Zwei Kinder, zusammen wohnend, nicht verheiratet. Klassische Rollenverteilung, ich verdiene mehr, habe auch eine volle Stelle; meine Frau (ja, ich nenne sie so, obwohl wir nicht verheiratet sind) arbeitet 3/4. Kein gemeinsamens Konto, stattdessen sind die monatlichen Fix- und andere Unkosten einfach ungleich und damit halbwegs gerecht verteilt. Ich zahle die komplette Miete, meine Frau KiTa-, Rundfunkgebühren u.a. Wenn sich die Einkommen etwas verschieben, dann wird das eben ausgeglichen: ab jetzt zahle ich statt du – oder wir kündigen das Zeitungsabo direkt.”
  • to be continued.

Leider gibt es aber noch ein weiteres unangenehmes Thema, das über die aktuelle Aufteilung des Geldes hinausgeht: Die Rente. Damit habe ich mich selbst noch kaum beschäftigt (Verdrängung). Erfahrungsberichte und Lösungsversuche are welcome.

Zwei Bücher zu Schwangerschaft

April 18, 2014

… die ich beide nicht gelesen habe, die in der Ankündigung aber wirklich gut wirken.

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Bei dem ersten handelt es sich das das englischsprachige Comic ‘Pregnant Butch’ von A.K. Sommers, in dem sie Erfahrungen aus ihrer eigenen Schwangerschaft verarbeitete. Hier ist ein Ausschnitt des Comics zu sehen, hier steht etwas mehr über den Inhalt.

Das zweite ist ein Aufklärungsbuch für Kinder. Entsprechend trägt es den Titel “Wie entsteht ein Baby?” Die Verfasser_innen sind Cory Silverberg und Fiona Smyth, es wurde aus dem Englischen übersetzt und ist im Mabuse Verlag erschienen. Ein Auszug aus der Buchbeschreibung: “Dieses Kinderbuch erzählt die Geschichte von Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt so, dass sich auch Adoptivfamilien, gleichgeschlechtliche Elternpaare und mit künstlicher Befruchtung gezeugte Kinder darin wiederfinden. Es verzichtet auf alles, was nur bei klassischen Kleinfamilien passt, und zeigt, was wirklich allen Menschen gemeinsam ist. Eine einzigartige Hilfe für die Sexualaufklärung im Vorschulalter.”

“Pregnant Butch: Nine Long Months Spent in Drag,” by A.K. Summers, published by Soft Skull Press.

Cory Silverberg & Fiona Smyth: Wie entsteht ein Baby?Ein Buch für jede Art von Familie und jede Art von Kind. Mabuse 2014

Homophobie und Familienwerte: Artikelempfehlung

April 12, 2014

Ungleichbehandlung aufgrund von Sexualität ist verboten – per EU-Grundrechtecharta und den Antidiskriminierungsgesetzen Deutschlands und Frankreichs. Das bedeutet: Es gibt keinen Anlass, über gleiche Rechte in Sachen Ehe, Fortpflanzung und Lehrplan auch nur zu diskutieren. Vielmehr: Es ist verfassungswidrig.

Und trotzdem müssen queere Menschen genau das mit ansehen. Müssen sich gefallen lassen, dass andere ihre Familientauglichkeit „aufgrund fehlender Langzeitstudien“ bezweifeln. Müssen sich rechtfertigen, weil sie dieselben Ansprüche haben wie die anderen. Und müssen sich dabei auch noch über die „Meinungsfreiheit“ freuen.

Warum wird dieses gewaltvolle Verständnis von Meinungsfreiheit medial geduldet? Warum wird diskriminierenden Positionen Raum gegeben, warum werden andere Stimmen dafür übergangen? Vielleicht haben Alleinerziehende, Regenbogen- und Patchworkfamilien, Adoptiveltern und -kinder genau die Expertise, die einer öffentlichen Diskussion über das Wohl der Kinder zuträglich wäre.

Vielleicht sammeln sie seit Jahrzehnten wichtige Erfahrungen und haben sachliche Argumente, gerade weil sie Elternschaft nicht mit penetrativem Sex verwechseln. Nur werden sie nicht an öffentlichen Debatten teilnehmen, solange sie befürchten müssen, als defizitär wahrgenommen zu werden. Der Konservatismus, an dem auch viele nichtkonservative leiden, blockiert Diskurse, die die realen Ängste und Probleme aller Familien ernst nehmen.

Ein wichtiger Text zur Norm von ‘Vater, Mutter, Kind‘ von Peter Weissenburger aus der TAZ.

“Dann hätte ich ein Kind gezeugt und könnte trotzdem genauso skaten wie davor.” – Interview mit Anna Groß in der TAZ

April 3, 2014

Ich fand ein Interview mit der Skaterin Anna Groß (geführt von Juliane Schumacher) aus verschiedenen Gründen interessant. Einmal, wegen der Aussagen darüber, wie Sexismus in vielen Sub- und Jugendkulturen funktioniert; aber auch weil ihre Biografie zeigt, dass für sie Sorge-Arbeiten (Au Pair, Mutter-Sein, eine eigene Skater_innen-Szene unterstützen) teilweise mit dem Skaten in Konflikt traten, es teilweise aber auch überhaupt erst ermöglichten.

Den Weg aufs Board haben Sie aber doch noch gefunden.

Nach dem Abitur bin ich für ein Jahr in die USA gegangen und habe als Au-pair-Mädchen in Washington gearbeitet. Da war für mich klar: Das ist das Land des Skateboardens, da muss ich einfach skaten. Und es kannte mich niemand – es konnte gar nicht peinlich werden. Ich habe angefangen und konnte gar nicht mehr aufhören. In dem Jahr dort bin ich fast jeden Tag geskatet, ich habe Skate-Parks in den ganzen USA abgeklappert.

Wie haben Sie in der fremden Stadt andere Skater kennengelernt?

Das war in den Anfangszeiten des Internets, es gab schon Foren. Da habe ich reingeschrieben, dass ich Skater suche. Und da haben sich auch gleich zwei sehr nette Typen gemeldet. Sie wurden meine Clique, wir waren zu dritt, manchmal zu fünft.

(…)

Ist das der Grund, warum so wenige Frauen skaten: dass ihnen die Vorbilder fehlen?

Ja, auch. Ich habe viel darüber nachgedacht, warum so wenige Frauen skaten. Ich hatte eine Zeit, da dachte ich: Vielleicht ist es doch auch körperlich bedingt? Nach der Geburt meines Sohnes musste ich lange mit dem Skaten pausieren, da habe ich mich geärgert und gedacht: Wäre ich jetzt ein Typ, hätte ich das Problem nicht. Dann hätte ich ein Kind gezeugt und könnte trotzdem genauso skaten wie davor. Aber ich glaube heute, dass der Hauptgrund die Erziehung ist.

Weil Skaten solch ein “harter” Sport ist und damit unweiblich?

Genau. Ein Mädchen wird von von klein auf dazu erzogen, nicht laut zu sein, nicht vorlaut, sich nicht dreckig zu machen. Aber das passiert beim Skaten. Skaten ist ein gefährlicher Sport, man kriegt auch mal blaue Flecken und tut sich weh.

 

DIY: How to make a Schwangerschaft.

März 31, 2014

Es gibt verschiedene Wege, schwanger zu werden. Nicht alle sind allerdings für alle Menschen gleich einfach, zugänglich und durch reproduktive Rechte abgesichtert. Ein Weg wird heute vorgestellt, nämlich die Methode mit Spritze, die bereits von mehreren Menschen mit Erfolg verwendet wurde.

SchwangerschaftsUtensilien

Zutaten (Foto: NP)

Du brauchst: Eine Person mit Eizellen, eine Person mit Sperma, einen Eisprungtest (LH-Sticks), eine Einwegspritze mit Restentleerung, einen Urinbecher, einen Schwangerschaftstest. Optional: eine oder mehrere Personen zur Unterstützung, Dinge, die eine angenehme Atmosphäre schaffen (Musik, etc.), eine Inseminationskappe (auch ein Menstruationsbecher ist möglich) und ein Gleitmittel, das nicht die Spermienqualität beeinträchtigt. Abgesehen von den Personen bekommst Du die meisten Zutaten in Internetshops oder in Apotheken (Becher und Spritze müssen nicht steril sein).

1. Wenn Du die Person bist, die schwanger werden möchte, solltest Du zunächst Deine Zykluslänge ermitteln, denn für viele Menschen gilt der standardisierte 28 Tage-Rhytmus nicht. In Eisprungkalendern (die auch im Internet einfach über Suchmaschinen zu finden sind) kannst Du dann mit dem Wissen über die Zykluslänge bereits der ungefähre Zeitpunkt des Eisprungs schätzen. Noch genauer lässt sich der Zeitpunkt anschliessend durch einen Eisprungtest ermitteln, der kurz vor dem möglichen Kalender-Termin erfolgen sollte. Wenn der Test positiv ist, findet der Eisprung in höchstens 48 Stunden statt. Um diesen Zeitpunkt herum solltest Du das Sperma einführen.

2. Die Person mit dem Sperma füllt es in einen Becher. Es ist gut, einige Minuten zu warten, bis sich das Sperma leicht verflüssigt hat. Dann sollte nicht mehr als eine Stunde zwischen Abspritzen und Einführen vergehen. Im Becher sollte das Sperma möglichst etwas warm (ein bisschen niedriger als Körpertemperatur) gehalten werden. Eine Methode dafür ist, den Becher unter die Achseln zu halten.

3. Das Sperma in die Spritze aufziehen, diese möglichst tief in die Scheide einführen und das Sperma einspritzen. Bei der Geschwindigkeit des Einspritzens gehen die Expert_innen-Meinungen auseinander: Manche Menschen meinen, das sollte eher langsam erfolgen, da sonst die Spermien geschädigt werden könnten. Andere erklären genau das Gegenteil und raten zu einer hohen Geschindigkeit, um so das ‘Abspritzen’ aus einem Penis zu simulieren. Auch eine mittlere Geschwindigkeit hat aber schon zu Erfolgen geführt.

4. Es verbessert das Ergebnis, anschliessend die Spermien am Rückfluss zu hindern: Eine Möglichkeit ist, ca. eine halbe Stunde mit erhöhten Becken (z.B. durch Kissen unter den Po) und Beinen liegen zu bleiben. Manche raten auch, kurz eine Kerze zu machen.

  • Eine zweite Möglichkeit ist, eine Inseminationskappe (oder Menstruationsbecher) zu verwenden. Diese hat den Vorteil, dass Du nicht liegenbleiben musst, sondern sofort aufstehen kannst. Zudem soll sie eine Schwangerschaft noch wahrscheinlicher machen. Ein Nachteil ist, dass sie teuer ist und etwas Übung in der Anwendung erfordert. Die Kappe wird mit Gleitcreme eingeführt und sollte, ähnlich einem Diaphragma, auf dem Muttermund liegen. Der Muttermund fühlt fühlt sich an wie eine Kugel mit Vertiefung, ähnlich wie ein kleiner Doughnut.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, nur die Inseminationskappe und keine Spritze zu verwenden (also Punkt 3 auszulassen). Dann wird das gesamte Sperma in die Inseminationskappe gefüllt und diese anschließend eingeführt. Viele raten zu einer Kombination beider Methoden: Nach dem Spritzen den Rest des Spermas direkt in die Kappe zu geben und dieses dann so vor den Muttermund zu platzieren.

5. In einem Durchgang (also um einen Eisprung herum) ist einmal Sperma Spritzen oft ausreichend, es erhöht aber die Chancen zusätzlich, diese Prozedur, wenn möglich, im Abstand einiger Tage zu wiederhohlen.

6. Abschliessend lässt sich mit einem Schwangerschaftstest feststellen, ob es geklappt hat. Der kann frühestens nach zwei Wochen (Früherkennungstest) durchgeführt werden.

Viel Erfolg!

Hierbei ist selbstverständlich ‘Safer Sex’ für alle Voraussetzung. Besonders wenn Du die Person bist, die das Sperma gibt, solltest Du sicher sein, keine sexuell übertragbaren Krankheiten zu haben und gegebenenfalls vorher entsprechende Tests machen.

Diese Methode wird vor allem von queeren, homosexuellen und trans* Menschen verwendet, denen durch eine diskriminierende Reproduktionspolitik – die beispielsweise lesbischen oder alleinstehenden Frauen den Zugang zur Reproduktionsmedizin und institutionalisierten Samenspende verbietet – immer noch die Rechte verwehrt werden, die heterosexuell-verheiratete Menschen besitzen.

Nicht-diskriminierende Kinderliteratur

März 30, 2014

Es tut sich viel im Bereich der Kinderbücher. Die ‘Heinrich Böll Stiftung’ hat ein äußerst empfehlenswertes Dossier herausgegeben, das sich mit Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder beschäftigt. Unter dem Titel “Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!” finden sich etwa mehrere Videos mit Literaturempfehlungen, ein sehr guter Text zu Rassismus in Künderbüchern von Tupoka Ogette oder eine Liste mit intersektionalen Büchern von ‘Gladt e.V’. Empfohlen wird beispielsweise das Buch „Erstaunliche Grace“ von Mary Hoffmann und Caroline Binch oder „Warten auf Seemann“ von Ingrid Godon und André Sollie.

Auch ‘Me, Myself & Cild’ gibt einige Links zum Thema ‘Representations Matters‘.

Zudem finden sich bei ‘umstandslos’ unter der Rubrik ‘Aufklappen/ Zuklappen‘ immer wieder kritische Rezensionen und Empfehlungen von Kinderbüchern.

“Ich bin schwanger, aber auf die als abartig verteufelte Weise” – Judith Schalansky

März 20, 2014

Durch einen Urlaub hatte ich die unsägliche Dresdner Rede der Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff gar nicht mit bekommen. In dieser bezeichnete sie Kinder, die mit medizinischer Hilfe gezeugt wurden, als ‘Halbwesen’. Angenehmer Weise erfuhr ich so erst über die gute Replik von Judith Schalansky in der ‘Süddeutschen Zeitung’ davon:

“Als Kollegin und als lesbisch lebende, schwangere Frau bin ich von Sibylle Lewitscharoffs Äußerungen geschockt, ist mein Kind doch auf eine Weise entstanden, die sie als “abartig”, “widerwärtig”, “abscheulich” verteufelt: Ein Frauenpaar und ein schwuler Mann gründen eine Familie, freuen sich auf ein Kind, um das sie sich gemeinsam kümmern wollen. (…) Wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, die vollumfängliche Würde abgesprochen wird, ist das nicht mehr die Kultivierung eines Ressentiments, sondern eine ungeheuerliche Hetze, die einem absurden, biologistischen, faschistoiden Natürlichkeitsideal huldigt.”

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