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Top Moms sind auch nicht die Lösung

April 23, 2014

Top Girls‘ nennt Angela Mc Robbie das aktuelle Frauenbild in der sogenannten ‘postfeministischen’ Gesellschaft. Diese behaupte gern, dass bereits alle Forderungen des Feminismus erfüllt seien und er deswegen nicht mehr gebraucht werde. Die Figur des Top Girls scheint Beruf, Konsum, Sexyness und hyperweibliches Auftreten problemlos in sich zu vereinen – und muss dafür auf Kritik an politischen Verhältnissen verzichten. Die weiterhin ungleiche Geschlechterordnung bleibt verborgen. Eine Version dieser Figur ist meiner Meinung nach die ‘Top Mom’, die das Leitbild der traditionellen ‘Hausfrau & Mutter’ heute abgelöst hat. Die Top Mom scheint nicht nur alle weiblichen Attribute (Schönheit, Schlankheit etc.) zu erfüllen, sondern schafft auch noch ganz nebenbei beruflich erfolgreich und eine liebevolle Mutter zu sein.

Dass das in der Realität nicht so wunderbar klappen kann, wie das Ideal vorgibt, ist wohl wenig überraschend. Burnout, gläserne Decke, Kapitalismus und so. Dazu gab es jüngst zwei gute Texte, die vor allem die Erwartung kritisieren, dass junge Mütter möglichst sofort wieder Vollzeit arbeiten sollen – wodurch allein einzelne Frauen in die Verantwortung genommen werden, nicht etwa Politik oder Arbeitgeber. Einer stammt von Eva auf ‘umstandslos’ und behandelt ‘Kinder, Krippe (Ranklotzen)‘:

Speziell der Ausbau von Krippenplätzen kommt daher als eine Maßnahme, der Eltern Wahlfreiheit bescheren soll: Ihr wolltet schon immer beide Karriere machen? Nun habt ihr endlich die Möglichkeit! Aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir eine Wahl haben, ob wir beide arbeiten gehen wollen oder nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob wir mit nur meinem Einkommen wirklich über die Runden kommen würden. Mein unerfreulicher Verdacht ist, dass der Krippenausbau lediglich zementiert, was eh schon Realität ist: In vielen, vielen Familien müssen beide Eltern aus rein finanziellen Gründen arbeiten gehen. Sie haben nicht die Freiheit zu überlegen, ob nicht lieber eine/r von beiden zu Hause bleiben möchte, um sich um Heim und Familie zu kümmern.

In eine ähnliche Richtung geht der Text von Meredith Haaf auf Nido, der den Titel ‘Müde in Vollzeit‘ trägt:

Eine Frau, die ihren Beruf mag und sich halbwegs unabhängig fühlen will, wird ohnehin immer arbeiten wollen. Nur frage ich mich: Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft, die sich zwar mehr Kinder wünscht – aber so dermaßen wenig übrig hat für Menschen, denen es nicht ausreicht, nur den Morgen, den Feierabend und das Wochenende mit diesen Kindern zu verbringen. In einer Gesellschaft, in der es Kinder gibt, muss es zwingend auch Erwachsene geben, die mit diesen Kindern Zeit verbringen. Warum sollten das nicht auch die Eltern sein?

Die Lösung für diese Situation kann natürlich keinesfalls die Rückkehr einer romantifizierte Vergangenheit beziehungsweise die Rückkehr von Frauen an den Herd sein, wie es vermehrt konservative Stimmen fordern. Ich glaube, dass es sinnvoller ist, die Idee der Vollzeit-Lohnarbeit zu hinterfragen, und zwar für alle Menschen. Die Arbeitswelt muss sich ändern. Eine Verringerung der Vollzeitarbeitszeit auf 30 bzw. 32 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich ist eine sinnvolle Forderung. Noch radikaler ist die Vier-in-einem-Perspektive Frigga Haugs, in der eher 15 bis 20 Stunden für Erwerbsarbeit vorgesehen sind. Auch eine Anhebung der Löhne wäre eine gute Idee. Fun Fact: Seit 1990 gab es in Deutschland, anders als in vielen anderen Ländern, keine merklichen Lohnerhöhungen mehr. Die mittleren Einkommen stiegen in den letzten 20 Jahren gerade Mal um 1,4 Prozent.

Statistiken zum Elterngeld bei DasNuf

April 23, 2014

Eine interessante Liste zum Elterngeld hat das sowieso sehr lesenswerte DasNuf zusammengestellt. Unter anderem ist dort zu erfahren:

  • Durchschnittlich erhalten Männer 1.204 Euro Elterngeld

  • Durchschnittlich erhalten Frauen 869 Euro Elterngeld

  • Profiteure des Elterngeldes sind Akademikereltern in ihren 30ern, die in einkommenstärkeren Regionen Deutschlands wohnen

Wichtig finde ich auch noch die Diskriminierung beim Elterngeld: Während heterosexuell lebende Paare auch unverheiratet Elterngeld erhalten, müssen homosexuell lebende Eltern eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, um Anspruch auf das Geld zu erhalten. (Es gab deswegen auch eine Petition für die Gleichberechtigung von Regenbogenfamilien.) Zudem ist das Elterngeld auf zwei Personen beschränkt, Familien mit mehr Eltern werden so von der Unterstützung ausgeschlossen.

Geld, Paarbeziehungen, Kinder (Einzellösungen und die Frage: was ist mit der Rente)

April 20, 2014
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Das Bild hat nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun. Wenn man lange darüber nachdenkt wahrscheinlich aber schon (Foto: fuckermothers).

In einem früheren Post ging es schon einmal um die Sache mit dem Geld: In vielen Paarbeziehungen mit Kindern verdient eine Person mehr, die andere weniger – meist diejenige, die sich intensiver um die Kinder kümmert .

In heterosexuellen Paaren ist meist (surprise surpise) die erste Person der Mann, die zweite die Frau. Die dortige Situation ist heute von einer gewissen Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen geprägt; und zwar in Bezug auf Rollenverständnis und Struktur: Einerseits gilt die alte Versorger- und Einverdienerehe als überholt. Längst verstehen sich sowohl Männer als auch Frauen als unabhängige Subjekte, die selbst für ihre ökonomische Absicherung und berufliches Fortkommen verantwortlich scheinen. Abhängigkeit in einer Beziehung wirkt antiquiert. Die Idee zweier vollkommen autonomer Individuen wird teilweise rechtlich gestützt, etwa von der Unterhaltsreform von 2008, durch die nach einer Ehescheidung nur noch kurze Zeit Unterhalt gezahlt werden muss und Verarmung ein sogenannter ‘Statusverlust’ in Kauf genommen werden muss.

Andererseits hat sich wenig geändert. Denn strukturelle Nachteile für Frauen bestehen weiter fort: In den letzten Jahrzehnten ist die Lohndiskriminierung von Frauen fast gleich geblieben, die geringeren beruflichen Aufstiegschancen ebenso. Weiterhin beteiligen sich Männer kaum an Hausarbeit und weiterhin sind es fast immer Frauen, die weniger oder gar nicht mehr lohnarbeiten, wenn Kinder da sind – ein Ungleichgewicht, das von Ehegattensplitting weiter verstärkt wird. Es besteht also die Vorstellung ökonomischer Egalität bei tatsächlicher Ungleichheit. Dazu müssten in erster Linie politische Lösungen her. Da es aber leider lange dauern kann, bis diese durchgesetzt worden sind, stellt sich im kleinen Kosmos des eigenen Lebens die Frage:

Wie damit umgehen? Wie gemeinsame Ausgaben bestreiten und das Geld gerecht verteilen? Ich fand die Kommentare des älteren Posts, in dem einige Personen sehr ehrlich ihre Situation schilderten, durchaus hilfreich. Es gibt mehrere Modelle, wie mit dem Problem ungleicher Einkommen umgegangen werden kann.

  • Eine Idee, die viele Menschen haben, ist ein gemeinsames Konto für notwendige Ausgaben (z.B. Miete, Strom, Kita-Beitrag, etc.) einzurichten, auf das jede Person jeweils anteilig soviel überweist, wie sie verdient. Hierbei ist allerdings das Problem, dass das Geld für den Eigenbedarf (eigene Kleidung, Zugfahrten, Computer, etc.) weiterhin ungerecht verteilt ist.
  • Eine andere Idee ist, nur ein gemeinsames Konto für alles und alle zu haben, auf das sämtliche Einkommen fließen. Hört sich für viele gruselig an (für mich auch), wäre aber eine Lösung. In abgemilderter Form wurde dies auch von den meisten Kommentator_innen des älteren Posts vorgeschlagen.
  • Ein solches Modell stammt aus einem Kommentar. Wenn ich sie richtig verstehe, gibt es dabei drei Konten: ein gemeinsames Haushaltskonto und zwei Einzelpersonenkonten in jeweils gleicher Höhe (geteiltes Restgeld nach Abzug der Fixkosten), über das beide frei entscheiden können. Hier die Beschreibung: “Bei uns (3 Kinder, unterschiedliche Einkommen): Alle fixen Ausgaben, d.h. Kosten für Wohnen, Verkehrsmittel, Rente, Abos, Vereine, Telefone, Kinderbetreuung etc. sind notiert und werden, egal von wem bezahlt als Beitrag zu gemeinsamen Kosten gewertet. Dazu gerechnet kleine Rücklage für Notfälle und monatliche Füllung des gemeinsamen Haushaltskontos. Der vom zusammen gerechneten Einkommen verbleibende Rest wird durch zwei geteilt und soll somit auf beiden ‘privaten’ Konten in gleicher Höhe als privat verfügbares ‘Taschengeld’ übrig sein. Errechnet wird für beide Personen die Summe, die sie monatlich den gemeinsamen Ausgaben beisteuern muss (unterschiedlich hoch), damit hinterher beide den gleichen Rest haben. Soweit die Theorie. Fühlt sich einigermaßen gerecht an und gibt kein “Betteln”.”
  • In Variation scheinen einige Kommentator_innen diese drei-Konten-Lösung zu bevorzugen. Eine weitere Beschreibung einer leicht anderen Aufteilung: “Alles Einkommen fließt auf ein Konto. Davon wird alles bezahlt: Essen, die Raten für unser Haus, Versicherungen, Kleidung…. Größere Anschaffungen werden gemeinsam besprochen. Außerdem hat jeder von uns ein eigenes Konto, auf das monatlich jeder sein Taschengeld bekommt (jeder den gleichen Betrag). Streit ums Geld gibt es bei uns so gut wie nie. Und mein und dein Geld sagen wir auch nur wenn es ums Taschengeld geht. Ansonsten ist es unser Geld, egal wer wie viel verdient. So lief es auch schon, als wir noch keine Kinder hatten. Ich habe mich meinem Mann gegenüber auch noch nie als Bittstellerin gefühlt.” Und noch eine: “Yep. So machen wir das auch. Dafur gibt es einmal pro Jahr ein Diskussion uber den Budgetplanning von das Gesamtkonto  :-) Unsere Gehalten sind am Moment noch fast gleich. Wahrend der Elternzeit (2 Kinder) (Elternzeit haben wir 50/ 50 geteilt, je 7 Monate) hat derjenige der nicht in Elternzeit mehr bezahlt.”
  • Darauf aufbauend gibt es auch die vier-Konten-Lösung (mit Sparkonto) beziehungsweise letztendlich die Zwei-Konten-Lösung (ein gemeinsames Konto und Sparkonto): “Wir haben eigentlich seit dem wir als Paar in einer Wohnung leben, immer alles an Verdienst in einen Pott getan und dann die Fixkosten beglichen. Den Rest mal auf “Taschengeldkonten” verteilt und gespart und nun verzichten wir ganz auf “dein” und “mein” und nehmen das was jeder braucht. Zusätzlich gibt es ein Sparkonto. Das geht aber nur deshalb gut, weil keiner von uns ein besonders teures Hobby hat. Größere Anschaffungen werden besprochen. Im Falle einer Trennung würden wir alles zu 50 Prozent teilen. Das ist ausgehandelt. Dies hat so funktioniert in Ausbildungs- und Studienzeiten und Elternzeit (beim ersten Kind gleich aufgeteilt,beim zweiten wird es die 12+2 Aufteilung), also mit sehr unterschiedlichen Einkommen. Wir sind mittlerweile verheiratet, aber das ist eigentlich nicht von Interesse in diesem Punkt. Mein Mann und ich arbeiten auch beide Teilzeit, so dass wir relativ gleich viel Arbeits-/Zuhausezeit haben. Ich komme aus einem Elternhaus mit einem sehr dominaten Vater, der das Geld in der Hand hatte und einer Mutter, die nach den Erziehungsjahren und Teilzeitstelle auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat und von 800 Euro im Monat leben muss (geschieden). Ich musste erst über diese Taschengeldkonten mir und uns sicher werden, dass weder ich, noch mein Partner zu viel aus dem gemeinsamen Topf nehmen. Nun bin ich froh, dass mein Freund/Mann von Anfang an nie seinen Besitz nur für sich haben wollte. Das musste ich lernen. Nun empfinde ich dadurch eine große Sicherheit, da keiner in eine “gefühlte” abhängige Position gerät.”
  • Ich vermute, das Schema ‘Einmal-ich-einmal-Du’ beziehungsweise ‘Irgendwie-bezahlt-jeder-die-Festkosten-so-dass-es-gleich-wirkt‘ ist relativ verbreitet. Denn es wirkt locker – so ein bisschen nach WG-Leben – und passt gut zur Idee der zwei unabhängigen Einzelpersonen. Ein Kommentar, der dieses Modell präferiert: “Zwei Kinder, zusammen wohnend, nicht verheiratet. Klassische Rollenverteilung, ich verdiene mehr, habe auch eine volle Stelle; meine Frau (ja, ich nenne sie so, obwohl wir nicht verheiratet sind) arbeitet 3/4. Kein gemeinsamens Konto, stattdessen sind die monatlichen Fix- und andere Unkosten einfach ungleich und damit halbwegs gerecht verteilt. Ich zahle die komplette Miete, meine Frau KiTa-, Rundfunkgebühren u.a. Wenn sich die Einkommen etwas verschieben, dann wird das eben ausgeglichen: ab jetzt zahle ich statt du – oder wir kündigen das Zeitungsabo direkt.”
  • to be continued.

Stellt sich nur die Frage, was im Falle einer Trennung passiert (ein Teil des Grusels eines gemeinsamen Kontos rührt wohl daher). Und die Frage, ob und wie es in offenen Beziehungen mit mehreren Personen mit diesen (oder anderen) Modellen klappt. Leider gibt es aber noch ein weiteres unangenehmes Thema, das über die aktuelle Aufteilung des Geldes hinausgeht: Die Rente. Damit habe ich mich selbst noch kaum beschäftigt (Verdrängung). Erfahrungsberichte und Lösungsversuche are welcome.

Zwei Bücher zu Schwangerschaft

April 18, 2014

… die ich beide nicht gelesen habe, die in der Ankündigung aber wirklich gut wirken.

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Bei dem ersten handelt es sich das das englischsprachige Comic ‘Pregnant Butch’ von A.K. Sommers, in dem sie Erfahrungen aus ihrer eigenen Schwangerschaft verarbeitete. Hier ist ein Ausschnitt des Comics zu sehen, hier steht etwas mehr über den Inhalt.

Das zweite ist ein Aufklärungsbuch für Kinder. Entsprechend trägt es den Titel “Wie entsteht ein Baby?” Die Verfasser_innen sind Cory Silverberg und Fiona Smyth, es wurde aus dem Englischen übersetzt und ist im Mabuse Verlag erschienen. Ein Auszug aus der Buchbeschreibung: “Dieses Kinderbuch erzählt die Geschichte von Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt so, dass sich auch Adoptivfamilien, gleichgeschlechtliche Elternpaare und mit künstlicher Befruchtung gezeugte Kinder darin wiederfinden. Es verzichtet auf alles, was nur bei klassischen Kleinfamilien passt, und zeigt, was wirklich allen Menschen gemeinsam ist. Eine einzigartige Hilfe für die Sexualaufklärung im Vorschulalter.”

“Pregnant Butch: Nine Long Months Spent in Drag,” by A.K. Summers, published by Soft Skull Press.

Cory Silverberg & Fiona Smyth: Wie entsteht ein Baby?Ein Buch für jede Art von Familie und jede Art von Kind. Mabuse 2014

Homophobie und Familienwerte: Artikelempfehlung

April 12, 2014

Ungleichbehandlung aufgrund von Sexualität ist verboten – per EU-Grundrechtecharta und den Antidiskriminierungsgesetzen Deutschlands und Frankreichs. Das bedeutet: Es gibt keinen Anlass, über gleiche Rechte in Sachen Ehe, Fortpflanzung und Lehrplan auch nur zu diskutieren. Vielmehr: Es ist verfassungswidrig.

Und trotzdem müssen queere Menschen genau das mit ansehen. Müssen sich gefallen lassen, dass andere ihre Familientauglichkeit „aufgrund fehlender Langzeitstudien“ bezweifeln. Müssen sich rechtfertigen, weil sie dieselben Ansprüche haben wie die anderen. Und müssen sich dabei auch noch über die „Meinungsfreiheit“ freuen.

Warum wird dieses gewaltvolle Verständnis von Meinungsfreiheit medial geduldet? Warum wird diskriminierenden Positionen Raum gegeben, warum werden andere Stimmen dafür übergangen? Vielleicht haben Alleinerziehende, Regenbogen- und Patchworkfamilien, Adoptiveltern und -kinder genau die Expertise, die einer öffentlichen Diskussion über das Wohl der Kinder zuträglich wäre.

Vielleicht sammeln sie seit Jahrzehnten wichtige Erfahrungen und haben sachliche Argumente, gerade weil sie Elternschaft nicht mit penetrativem Sex verwechseln. Nur werden sie nicht an öffentlichen Debatten teilnehmen, solange sie befürchten müssen, als defizitär wahrgenommen zu werden. Der Konservatismus, an dem auch viele nichtkonservative leiden, blockiert Diskurse, die die realen Ängste und Probleme aller Familien ernst nehmen.

Ein wichtiger Text zur Norm von ‘Vater, Mutter, Kind‘ von Peter Weissenburger aus der TAZ.

“Dann hätte ich ein Kind gezeugt und könnte trotzdem genauso skaten wie davor.” – Interview mit Anna Groß in der TAZ

April 3, 2014

Ich fand ein Interview mit der Skaterin Anna Groß (geführt von Juliane Schumacher) aus verschiedenen Gründen interessant. Einmal, wegen der Aussagen darüber, wie Sexismus in vielen Sub- und Jugendkulturen funktioniert; aber auch weil ihre Biografie zeigt, dass für sie Sorge-Arbeiten (Au Pair, Mutter-Sein, eine eigene Skater_innen-Szene unterstützen) teilweise mit dem Skaten in Konflikt traten, es teilweise aber auch überhaupt erst ermöglichten.

Den Weg aufs Board haben Sie aber doch noch gefunden.

Nach dem Abitur bin ich für ein Jahr in die USA gegangen und habe als Au-pair-Mädchen in Washington gearbeitet. Da war für mich klar: Das ist das Land des Skateboardens, da muss ich einfach skaten. Und es kannte mich niemand – es konnte gar nicht peinlich werden. Ich habe angefangen und konnte gar nicht mehr aufhören. In dem Jahr dort bin ich fast jeden Tag geskatet, ich habe Skate-Parks in den ganzen USA abgeklappert.

Wie haben Sie in der fremden Stadt andere Skater kennengelernt?

Weiterlesen…

DIY: How to make a Schwangerschaft.

März 31, 2014

Es gibt verschiedene Wege, schwanger zu werden. Nicht alle sind allerdings für alle Menschen gleich einfach, zugänglich und durch reproduktive Rechte abgesichtert. Ein Weg wird heute vorgestellt, nämlich die Methode mit Spritze, die bereits von mehreren Menschen mit Erfolg verwendet wurde.

SchwangerschaftsUtensilien

Zutaten (Foto: NP)

Du brauchst: Eine Person mit Eizellen, eine Person mit Sperma, einen Eisprungtest (LH-Sticks), eine Einwegspritze mit Restentleerung, einen Urinbecher, einen Schwangerschaftstest. Optional: eine oder mehrere Personen zur Unterstützung, Dinge, die eine angenehme Atmosphäre schaffen (Musik, etc.), eine Inseminationskappe (auch ein Menstruationsbecher ist möglich) und ein Gleitmittel, das nicht die Spermienqualität beeinträchtigt. Abgesehen von den Personen bekommst Du die meisten Zutaten in Internetshops oder in Apotheken (Becher und Spritze müssen nicht steril sein).

1. Wenn Du die Person bist, die schwanger werden möchte, solltest Du zunächst Deine Zykluslänge ermitteln, denn für viele Menschen gilt der standardisierte 28 Tage-Rhytmus nicht. In Eisprungkalendern (die auch im Internet einfach über Suchmaschinen zu finden sind) kannst Du dann mit dem Wissen über die Zykluslänge bereits der ungefähre Zeitpunkt des Eisprungs schätzen. Noch genauer lässt sich Weiterlesen…

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